Bislang schießen nur die Altonaer

Wochenlang war es ruhig, nun darf auf der Anlage des SV Altona wieder geschossen werden. Foto: ts

Keine Übungsschießen, Vergleichswettkämpfe und Schützenfeste – die Corona-Pandemie setzt auch den Schützenvereinen zu. Seit Montag ist zumindest ein Schießbetrieb unter Auflagen wieder möglich. Davon Gebrauch macht in der Gemeinde Dötlingen bislang aber nur der SV Altona.

VON TANJA SCHNEIDER

Dötlingen – „Unter Einschränkungen macht ein Schießbetrieb doch gar keinen Spaß“, meint Ulf Syberberg, Vorsitzender des SV Dötlingen. Und deshalb liege er weiterhin auf Eis. Neben den Dötlingern betrachten auch die Neerstedter und Brettorfer Schützen die seit Montag mögliche Öffnung der Schießstände mit Vorsicht. „Wir haben uns gegen eine sofortige Wiederaufnahme des Schießbetriebes entschieden, da wir die Abstandsregelungen sowie Desinfektion von Vereinsgewehren nicht sicherstellen können. Auch die Größe der Trainingsgruppen, welche sich gleichzeitig in der Schießhalle oder auf dem Schießstand aufhalten dürfen, ist unklar“, informierte der SV Brettorf seine Mitglieder. Gerade bei der Schützenjugend sowie unerfahrenen Schützen sei es für die Standaufsicht nahezu unmöglich, ohne Körperkontakt und dem Unterschreiten der Abstandsregelung auszukommen. Der Vorstand wolle aber in der kommenden Woche ungeklärte Details bei der Gemeinde erfragen. Zudem habe er sich darauf verständigt, „alle vier Wochen eine Neubewertung der Wiederaufnahme des Sportbetriebes vorzunehmen“.

Der Dötlinger Vorstand möchte sich nach Auskunft von Syberg Mitte Juni erstmals wieder live und in Farbe treffen und das weitere Vorgehen besprechen. „Die vergangenen Wochen gab es nur Videokonferenzen“, berichtet der Vorsitzende. Bislang sei man sich aber einig gewesen, bis zum Herbst alles ruhen zu lassen – von der Radtour bis zum Schießbetrieb. Das Schützenfest an Himmelfahrt fiel dem Coronavirus zum Opfer. Die Brettorfer haben ihre für Juli vorgesehene Feier schon abgesagt, und auch in Neerstedt, wo der Schießbetrieb ebenfalls weiter ruhen wird, wird es Ende August kein Schützenfest geben – weder das eigene noch das des Schützenbundes.

Auch der SV Altona hat seine Festivitäten im Juli abgesagt. Im Gegensatz zu den anderen Schützenvereinen hat er aber schon am Dienstag den Schießbetrieb wieder aufgenommen – unter strengen Auflagen. „Wir betreiben sehr viel Aufwand, damit die Mitglieder dem Sport wieder nachgehen können“, sagt Gerhard Rowold aus dem Vorstand.

Sowohl Vereinsheim als auch Schießstand dürfen nur mit Maske betreten werden. Zudem ist eine „Einbahnstraße“ eingerichtet. Wer mit Vereinswaffen schießt, muss Handschuhe tragen und die Waffe anschließend desinfizieren. Eine Bewirtung ist ebenso tabu wie Zuschauer. Über drei DIN A4-Seiten erstrecken sich die Sicherheits-, Hygiene- und Abstandsregelungen, die der Vorstand im Info-Kasten und vor den Ständen ausgehängt hat. Darin ist genau erklärt, auf welchen Ständen wann und wie lange geschossen werden darf und auf welchem Wege diese betreten sowie verlassen werden müssen. Wer sich nicht an die Vorgaben hält, wird vom Schießbetrieb ausgeschlossen. „Da sind wir streng“, sagt Rowold.

Für eine Öffnung habe sich der Verein entschlossen, um den Mitgliedern wieder das Schießen zu ermöglichen. Rowold verweist in diesem Zusammenhang auf das Waffengesetz, wonach Mitglieder in Schießsportvereinen ihr Bedürfnis für den Erwerb und Besitz von Schusswaffen durch das Führen eines Schießbuchs belegen müssen. Wer nicht regelmäßig intensiv trainiert, muss demnach 18 Einheiten nachweisen. Dies werde umso schwieriger, je länger der Schießbetrieb ruht. „Und da das Infektionsgeschehen im Landkreis Oldenburg gering ist, haben wir losgelegt“, so Rowold. Ausgeschlossen seien derzeit aber noch Kinder und Jugendliche. Von den übrigen Mitgliedern hätten einige schon die Gelegenheit genutzt. „Der erwartete Ansturm am Dienstag blieb aus. Die Folgetage war aber mehr los“, sagt er.

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