Riesiges Interesse an Nabu-Beratungstagen und neue Erkenntnisse für die Besucher

„Bienenfreundlich“ oft nichts für Insekten

Reges Interesse an den Beratungstagen des Naturschutzbundes (Nabu): Silke Kreusel (linkes
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Reges Interesse an den Beratungstagen des Naturschutzbundes (Nabu): Silke Kreusel (M.) informierte die Besucher.

Aschenstedt – Bienenfreundlich ist nicht gleich insektenfreundlich. Mit dieser Information leitete Silke Kreusel am Sonnabend für gewöhnlich ihre Vorträge auf dem Freigelände des Pflanzenhofs Schachtschneider ein. Grund waren die Beratungstage der „Nabu Stiftung Oldenburgisches Naturerbe“ für insektenfreundliche Gärten, die vom 10. bis zum 12. Juni im Aschenstedter Gartenfachmarkt angeboten wurden. Das Interesse war so groß, dass neben den Einzelberatungen immer wieder nur Gruppenvorträge möglich waren.

Auf vielen Gewächsen oder Samenmischungen, die in Gartenmärkten zu finden sind, wird mit dem Etikett „bienenfreundlich“ geworben. Das ist zwar kein Etikettenschwindel, hilft den heimischen Insekten in der Regel allerdings wenig. „Diese Pflanzen sind reich an Pollen und Nektar. Honigbienen und Hummeln mögen das sicher. Heimische Insekten sind aber auf heimische Gehölze, Stauden und Wildkräuter angewiesen“, informierte Kreusel gebetsmühlenartig in jedem Gespräch. Wildbienen und andere Insekten haben ihre eigenen Bedürfnisse. „Ein Schmetterling beispielsweise legt seine Eier nur an drei bis vier verschiedenen heimischen Gewächsen ab. Wenn er die nicht findet, vermehrt er sich nicht“, so die Expertin.

Heinz-Jürgen Mesenbrink aus Wardenburg war das neu, wie viele andere wertvolle Tipps, die er am Pavillon des Nabu mitnahm. Er hatte von den Beratungstagen in der Zeitung gelesen und nahm die Gelegenheit wahr, sich zu informieren. „Es ist nicht einmal für meinen Garten. Mein Sohn will sein Grundstück in Hundsmühlen bepflanzen“, berichtete der Vater.

Das Ehepaar Eilts aus Wildeshausen sah sich währenddessen bei der enormen Auswahl an Stauden und Gehölzen um, die der Nabu mit finanzieller Unterstützung des Landkreises Oldenburg kostenlos an die Gartenfreunde abgab. Elisabeth Eilts wurde ebenfalls durch die Aktion nach Aschenstedt gelockt, während Frank sich am Sonnabend eher vom weiteren Angebot des Pflanzenhofs angezogen fühlte.

520 Stauden abgegeben

Zum heimischen Pflanzensortiment gehörten unter anderem Holunder, die Sal-Weide, Glockenblumen, Johanniskraut, Günsel sowie Immergrün. Laut Kreusel ist ein Rückgang der Insektenarten von bis zu 75 Prozent zu erwarten, umso mehr freute sie sich über das rege Interesse der Freizeitgärtner. „Ich schätze, dass es von Donnerstag bis Samstag über 100 Beratungen gegeben hat. Es wurden 520 gebietsheimische Stauden und 104 Gehölze abgegeben. Viele wissen nicht, welche Stauden heimisch sind, oder, wo sie solche beziehen können. Ich persönlich habe mich sehr gefreut über die Bereitschaft der Menschen, den heimischen Wildpflanzen in ihren Gärten einen Platz zu geben, da viele in der freien Landschaft selten zu finden sind. Ein Ehepaar hatte gerade im eigenen Garten eine Kirschlorbeerhecke entfernen lassen und konnte nun durch unsere Wildgehölze einen guten Anfang für eine insektenfreundliche Hecke setzen“, berichtete die ehrenamtliche Beraterin.

Flyer gibt weitere Informationen

„Wer einen großen Garten hat, kann einen kleinen Bereich mit einer Blühwiese sowie Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten einrichten“, gab sie weitere Tipps. Zudem soll man die Erde nicht mit Rindenmulch zuschütten. In einem Flyer der Stiftung werden weitere insektenfreundliche Maßnahmen genannt. Der Flyer kann von der Homepage der „NABU Stiftung Oldenburgisches Naturerbe“ heruntergeladen werden.

„Ich freue mich auch, dass Schachtschneider die Aktion unterstützt hat und das Thema insektenfreundliche Gartengestaltung aufgreift sowie dauerhaft heimische Wildpflanzen im Sortiment hat“, betonte Kreusel, die die Beratungstage nicht alleine bestreiten musste. Der Stand wurde ehrenamtlich zusätzlich von Evelin Brames, Martin Bruns, Rolf Grösch sowie Hans Fingerhut betreut.

„Die Aktion hat gezeigt, dass viele Menschen angesichts des Insekten- und Artenschwunds das Bedürfnis haben, tätig zu werden, um die Situation zu verbessern. Oftmals fehlt jedoch das Wissen um die ökologischen Zusammenhänge. Deshalb sind solche Aktionen, die gleichzeitig zu einer konkreten Umsetzung einladen, sehr sinnvoll“, zieht die Stiftung ein positives Fazit aus ihren Beratungstag.

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