Beteiligung nur bei angemessenen Kosten

Pro Tierheim, aber nicht am Klärwerk

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Die Tierschutzgruppe Wildeshausen sucht ein neues Domizil. Das Katzenhaus wird vom Landkreis nur noch geduldet.

Neerstedt - Von Tanja Schneider. Der Jugend-, Sport- und Sozialausschuss hat sich während seiner Sitzung klar gegen eine Beteiligung am Tierheim-Neubau beim Klärwerk in Wildeshausen ausgesprochen. Werde ein anderer Standort gefunden, solle über eine mögliche Investition der Gemeinde erneut beraten werden. Gleichzeitig empfahl der Ausschuss, bei der Fundtier-Unterbringung weiterhin mit der Tierschutzgruppe Wildeshausen (TSGW) zusammenzuarbeiten.

Die Ablehnung hat finanzielle Gründe. Denn die Kosten für den Neubau sind mit dem Standort „Klärwerk“ sowie dem Ausstieg der Samtgemeinde Harpstedt deutlich gestiegen. Waren 2009/2010 noch 29000 Euro als Gemeindeanteil im Gespräch, sind es nun mindestens 74000 Euro. „Eher noch höher, weil die Gemeinde Hatten auch nicht mehr mit im Boot ist“, sagte Bürgermeister Ralf Spille. Scheinbar sei Wildeshausen auch schon auf der Suche nach Alternativen. „Ich habe den Eindruck, dass bereits wieder Bewegung im Thema ist. Keine Ahnung, wo die Reise nun hingeht.“

Gerrit Meyer (SPD) hielt es für einen guten Ansatz, gemeinsam mit anderen Kommunen ein Tierheim zu finanzieren. „Aber nicht am Klärwerk. Die Kosten sind explodiert.“ Damit die Ehrenamtlichen der TSGW den Kopf nicht in den Sand stecken, baten Uwe Krebs (CDU) und Gabriele Roggenthien (Grüne) um eine Ergänzung des Beschlussvorschlages. „Wir sollten ein positives Signal an die Tierschützer senden, dass wir generell bereit sind, uns bei angemessenen Kosten zu beteiligen“, meinten sie.

Ganz anderer Ansicht war da Dierk Garms (FDP): „Wir sollten uns jetzt schon nach Bergedorf orientieren. Denn wer weiß, wie es mit der TSGW weiter geht“, erklärte er. „Wenn sich nachher alle auf das dortige Tierheim stürzen, kommen wir vielleicht nicht mehr unter.“ Er forderte eine Abstimmung. Außer ihm sprachen sich aber alle dagegen aus, den Vertrag mit der TSGW jetzt zu kündigen. Wie Spille bestätigte, sei die Gruppe bislang immer ihren Verpflichtungen nachgekommen. Ordnungs- und Sozialamtsleiterin Elke Brunotte rechnete zudem vor, dass eine Unterbringung der Fundtiere in Bergedorf wesentlich teurer wäre. Derzeit zahle die Gemeinde durchschnittlich 11000 Euro im Jahr. „Das ist viel, viel günstiger als in Bergedorf.“

Bestätigt der Rat das Votum, bleibt erst einmal alles beim Alten.

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