Erfolgreiche Strukturverbesserungen am Mühlbach 

Beseitigung des Stauwerkes: Planung auf der Zielgeraden

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Das Stauwerk bei Gut Altona stellt derzeit für Fische eine unüberwindbare Hürde dar. Um die Durchlässigkeit des Mühlbachs zu erreichen, soll das Wehr weichen. Der Höhenunterschied von vier Metern soll mit einer Fischtreppe ausgeglichen werden.

Altona - Von Tanja Schneider. Lange hat es gedauert – nun biegt die Planung für die Beseitigung des Stauwerkes bei Gut Altona und damit für die Herstellung der ökologischen Durchlässigkeit des Altonaer Mühlbachs langsam auf die Zielgerade. „Wir möchten in diesem Jahr die Genehmigungsreife erreichen und die entsprechenden Mittel beantragen“, sagte Hans-Dieter Buschan, Geschäftsführer des Projektträgers Hunte-Wasseracht am Mittwoch auf Nachfrage. Ziel sei der Maßnahmenstart unmittelbar nach der Genehmigung. Auf einen genaueren Zeitpunkt wollte sich Buschan lieber nicht festlegen.

Der Altonaer Mühlbach beschäftigt die Hunte-Wasseracht und den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) bereits seit Jahren. Schon 2013 hatte ihn das Land Niedersachsen in das Programm zur naturnahen Gestaltung und Entwicklung von Fließgewässern aufgenommen. In Sachen Strukturverbesserung ist seitdem auch einiges geschehen. Über die bisherigen Renaturierungsmaßnahmen informierte Gerrit Finke vom Amt für Bodenschutz und Abfallwirtschaft am Dienstag die Mitglieder des Umwelt- und Abfallwirtschaftsausschusses des Landkreises Oldenburg während ihrer Sitzung im Kreishaus.

Aktiv war besonders der Fischereiverein Wildeshausen im Rahmen der von ihm angebotenen AG an der Haupt-, Real- und Hunteschule. Nach den Arbeiten am unteren Altonaer Mühlbach ging es ab dem Schuljahr 2014/2015 im Bereich Hockensberg weiter, wo Strömungslenker und Kiesbetten entstanden sind. Sie sollen Fischen wie Meerforellen als Laichhabitate und wirbellosen Tieren wie Krebsen als Lebensraum dienen. Durch die erfolgte Verengung des Bachlaufes ist zudem die Fließgeschwindigkeit und damit der Sauerstoffgehalt erhöht worden. Ganz abgeschlossen sind die Strukturverbesserungen noch nicht. „Unterhalb von Hockensberg planen wir im Frühjahr nach der Brut- und Setzzeit noch eine kleine Maßnahme“, kündigte Buschan an, der die Zusammenarbeit mit der Schul-AG auf jeden Fall fortführen möchte.

„Größter Brocken“ steht noch bevor

Mit der Beseitigung des Stauwerkes steht der „größte Brocken“ im Rahmen der Mühlbach-Renaturierung noch bevor. Die lange Planungszeit begründete Buschan zum einen mit den vielen Überprüfungen, zum Beispiel von Baugrund und Statik, zum anderen mit der Komplexität. Denn für die Herstellung der ökologischen Durchlässigkeit reicht eine Beseitigung des Wehres nicht aus. Es muss eine Fischtreppe gebaut werden, die einen Höhenunterschied von rund vier Metern ausgleicht. Hierfür haben die Planer verschiedene Varianten durchgespielt. Favorit ist laut Buschan ein Umleitungsbach – weg von der Mühle in Richtung Scheune, wo er unter der Landesstraße hindurch geleitet wird.

Als weitere Maßnahme in der Gemeinde Dötlingen beschäftigt die Hunte-Wasseracht der geplante Anschluss des Altarmes „Der große Sorre Ort“ an die Hunte, westlich von Gut Altona zwischen der A 1 und der B 213. Die Planungen waren ins Stocken geraten, nachdem in dem Gebiet ein Biber aufgetaucht war. Die Spuren mussten zunächst untersucht werden. „Wir müssen natürlich das Biberhabitat berücksichtigen“, so Buschan, der aber versprach: „Wir sind auch bei dieser Maßnahme am Ball.“

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