Hohe Auszeichnung für Thea Freiberg

„Bei ihr gibt es nichts, was nicht geht“

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Bürgermeister Ralf Spille, Landrat Carsten Harings (v.l.) und Harald Meyer vom Beirat der Dötlingen Stiftung (r.) dankten Thea Freiberg und auch ihrem Mann Günther für das jahrelange Engagement.

Dötlingen - Von Tanja Schneider. „Jemand, der sich so engagiert für andere und für seine Ideen einsetzt, ist ein Geschenk für uns alle“, sprach Bürgermeister Ralf Spille am Montag das aus, was viele Menschen über Thea Freiberg denken. Im Rahmen einer Feierstunde im Hotel „Gut Altona“ wurde der Neerstedterin, die auf vielfältige Weise ehrenamtlich aktiv ist, die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Freiberg selbst war der Trubel um ihre Person nicht so geheuer. „Ich fühle mich in dieser Rolle nicht ganz wohl und war auch überrascht, als ich von der Auszeichnung hörte“, gestand sie. Denn für sie ist es selbstverständlich, dass sich eine Frau, wenn sie die Zeit und Möglichkeiten hat, engagiert. Deshalb bedankte sich Freiberg erst einmal bei ihren Weggefährten, unter anderem von der Dötlingen Stiftung, wo sie seit 1999 als Vorstandsmitglied wirkt. „Ohne euch stünde ich heute nicht hier. Ihr alle habt einen Verdienst an diesem Orden“, meinte sie und hoffte angesichts ihres bevorstehenden 76. Geburtstages mit einem Augenzwinkern, dass die Auszeichnung „kein Signal für die elegante Entsorgung ist“.

Überreicht hatte ihr die Verdienstmedaille zuvor Landrat Carsten Harings im Namen von Bundespräsident Joachim Gauck, dem Freiberg übrigens vor drei Jahren in Berlin begegnet war. Dort war ihr Engagement für die plattdeutsche Sprache gewürdigt worden. Harings erinnerte vor allem an ihren Einsatz im kulturellen Bereich. „Ohne Sie wäre vieles in Dötlingen nicht möglich“, sagte er und verwies auf die Projekte der Stiftung, die Sanierung des Heuerhauses und der Müller-vom-Siel-Kate. „Wichtige Gebäude bleiben durch Sie für nachfolgende Generationen erhalten“, so Harings. Ohne Ehrenamtliche wäre die Gesellschaft ärmer und würde nicht funktionieren. „Und Sie sind ein tolles Vorbild für ehrenamtliches Engagement. Ich hoffe, dass Sie weiter nach dem Grundsatz ,Reden ist nichts, tun ist alles‘ handeln“, sagte der Landrat, ehe er die Medaille samt Empfehlungen zur Trageweise überreichte – eine Handbreit unterhalb der linken Schulter. Das Anlegen übernahm ihr Mann Günther.

Spille erinnerte sich an seine erste Begegnung mit Freiberg vor rund 45 Jahren beim TV Neerstedt, wo er als Abteilungsleiter und sie etwa drei Jahrzehnte lang als Schriftführerin wirkte. „Du warst sowohl ruhender Pool als auch treibende Kraft“, meinte er. Im Rathaus, ob im Vorzimmer des Gemeindedirektors oder im Standesamt, sei sie die gute Seele gewesen. Dies konnte Harald Meyer vom Beirat der Dötlingen Stiftung und auch Altbürgermeister nur bestätigen: „Du hast mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden und mich vor Fettnäpfchen bewahrt.“

Mit dem Ende der beruflichen Tätigkeit stieg der Einsatz für die Kultur und den Tourismus weiter. „Geht nicht, gibt es bei dir nicht“, sagte Gerti Essing (Dötlingen Stiftung). Ideen würden sanft, aber wild entschlossen umgesetzt. „Deine Hartnäckigkeit ist ja hinlänglich bekannt“, erklärte Spille. Nur einmal sei es Freiberg nicht gelungen, auch die Kommunalpolitik zu überzeugen. Damals ging es um Bilderrahmen in der Natur. Die Neerstedterin konnte da nur schmunzeln, denn scheinbar nimmt das Vorhaben wieder Fahrt auf. „Wenn Thea etwas in die Hand nimmt, geht es vorwärts“, fasste es der ehemalige Ratsherr Wolfram Specht zusammen.

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