40 Jahre lang Autobahnmeisterei geleitet

Horst Behrmann biegt Richtung Rente ab

+
Erst leitete Horst Behrmann zweieinhalb Jahre lang die Straßenmeisterei Lohne, dann ab 1978 vier Jahrzehnte lang die Autobahn- und Straßenmeisterei Wildeshausen. Nun nimmt der 66-Jährige die Ausfahrt „Rente“.

Vossberg - Von Tanja Schneider. An seinen ersten Winter als Leiter der in Vossberg ansässigen Straßen- und Autobahnmeister Wildeshausen kann sich Horst Behrmann noch gut erinnern. Er war geprägt von gigantischen Schneemassen, viel Chaos und jeder Menge Nachfragen, unter anderem von den Medien.

„Damals dachte ich: Das machst du hier nicht lange“, weiß Behrmann noch. Er irrte. Seit 40 Jahren leitet er inzwischen die Außenstelle der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr im Geschäftsbereich Oldenburg. Nun heißt es Abschied nehmen. Ende des Monats geht der 66-Jährige aus Schwarme (Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen) in Rente. An diesem Freitag gibt es eine kleine Feier im Kreise der Kollegen.

Eigentlich war Behrmann schon im vergangenen Jahr mit dem Ruhestand an der Reihe. Doch der verbeamtete Diplom-Ingenieur für Straßenbau wollte noch nicht. Er stellte einen Antrag und durfte ein Jahr länger wirken. Auch dieses verging für ihn wie im Flug. Die Rente habe er nie als Ziel begriffen. Dafür habe ihm die Arbeit zu viel Spaß bereitet. „Für mich war dieser Beruf genau das Richtige“, blickt Behrmann im Gespräch mit unserer Zeitung zurück.

Am 1. November 1978, als der Schwarmer nach Vossberg kam, handelte es sich bei der Außenstelle der Straßenbaubehörde noch um eine reine Autobahnmeisterei. „Erst mit der Reform im Jahr 2000 erweiterte sich der Wirkungsbereich um die Bundes-, Landes- und Kreisstraßen“, erzählt Behrmann. Das 23-köpfige Team wurde aufgestockt. 

36 Mitarbeiter mittlerweile

Mittlerweile sind 36 Mitarbeiter bei der Autobahn- und Straßenmeisterei, die zwischendurch auch mal den Namen „Mischmeisterei“ trug, tätig. Sie betreuen 75 Kilometer Autobahn sowie weitere 150 Kilometer Straßennetz. Die Aufgaben reichen von der Bankettenpflege über die Fahrbahnunterhaltung samt Ampelanlagen und Verkehrszeichen bis hin zur Unfallabsicherung und natürlich dem Winterdienst.

Behrmann selbst zeichnete stets dafür verantwortlich, dass alles rund lief. In seinem Büro, das er nun aufräumen muss, reihen sich Personalpläne, Winterdienstrouten und Karten vom Streckennetz an Aktenordner mit Infos zu einzelnen Straßen und Maßnahmen. „Während meiner Zeit hier ist die Autobahn einmal komplett erneuert worden“, meint er mit Blick auf die Haltbarkeit des verbauten Betons. 

Momentan läuft die erneute Sanierung der A 1. Die Baustellen sorgen immer wieder für Staus und Unfälle. Auch während des Gespräches stockt der Verkehr. Behrmann schaut auf einen Monitor, auf dem viele unterschiedliche Zeichen aufleuchten. „Das ist die Verkehrsbeeinflussungsanlage in Höhe Stuhr. Wir können sie von hier aus steuern“, erklärt er.

Reform brachte viele Veränderungen

In vier Jahrzehnten hat Behrmann einige Veränderungen miterlebt. Als größte bezeichnet er die bereits erwähnte Reform. „Da wir fortan auch abseits der Autobahn tätig waren, gab es plötzlich mehr Nähe zum Bürger und seinen Wehwehchen“, so der 66-Jährige. Das habe den Arbeitsalltag noch interessanter und umfangreicher gemacht. Der Umgang mit Menschen sei ihm ohnehin stets wichtig gewesen. 

„Und er wird mir wahrscheinlich auch fehlen“, vermutet Behrmann. Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Polizei und dem Landkreis, vor allem aber unter den Kollegen, habe er sehr geschätzt. Da wundert es nicht, dass der Tod dreier Kollegen bei Unfällen in den Jahren 1991 und 2011 für Behrmann zu den einschneidendsten Erlebnissen gehört. „Das waren schwere Momente“, sagt er.

Nachfolger steht noch nicht fest

In den vergangenen Jahren hat sich die Autobahn- und Straßenmeisterei vor allem hinsichtlich der Ausstattung weiter entwickelt. 2015 wurde eine neue Salzhalle samt Soleaufbereitungsanlage gebaut. Um den nächsten Winterdienst muss sich Behrmanns Nachfolger kümmern. Allerdings gebe es noch keinen spruchreifen Namen. 

„Eine Übergangszeit wäre natürlich ideal gewesen. Ich komme aber gerne nochmal hierher“, meint der Werderfan, der die freie Zeit nun für die Familie, das Motorradfahren und Tennisspielen nutzen möchte. Auch einen Fitnessraum wolle er regelmäßig ansteuern, um etwas für die Gesundheit zu tun. Große Pläne gebe es hingegen nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Völkermord-Klage: Suu Kyi verteidigt Militärs von Myanmar

Völkermord-Klage: Suu Kyi verteidigt Militärs von Myanmar

White Island: Sorge vor Ausbruch verzögert Opferbergung

White Island: Sorge vor Ausbruch verzögert Opferbergung

Mallorca will Schrauben gegen Sauftourismus anziehen

Mallorca will Schrauben gegen Sauftourismus anziehen

Mythen ums Schenken im Realitäts-Check

Mythen ums Schenken im Realitäts-Check

Meistgelesene Artikel

Heimatverbunden, knackig, neugierig: Junge Landfrauen und wie sie ticken

Heimatverbunden, knackig, neugierig: Junge Landfrauen und wie sie ticken

Aldi-Neubau mit Feuerwehrsirene auf dem Dach

Aldi-Neubau mit Feuerwehrsirene auf dem Dach

62-Jähriger muss sich Vorwurf des Mordversuchs stellen

62-Jähriger muss sich Vorwurf des Mordversuchs stellen

Bauschutt unter dem Parkplatz

Bauschutt unter dem Parkplatz

Kommentare