Umfassendes Entwicklungskonzept

Baupläne für den Neerstedter Westen

Eine Straße, ein Ortsschild Neerstedt und ein Acker
+
Neerstedt dehnt sich aus: Entlang der Geveshauser Höhe, wo jetzt noch Acker ist, soll gebaut werden.

Die Nachfrage nach Baugebieten in der Gemeinde Dötlingen ist weiterhin hoch. Um dieser zu begegnen, hat die Kommune ein Planungsbüro mit einem großen Auftrag bedacht: Dessen Entwurf für das Gebiet Neerstedt-West soll Platz für 400 bis 500 Menschen bieten. Einen ersten Beschluss gibt es bereits.

Neerstedt – Auf knapp 4,4 Hektar soll in Neerstedt, angrenzend an die Straße Geveshauser Höhe, ein neues Baugebiet entstehen. Dafür hat sich der Bau-, Straßen- und Verkehrsausschuss der Gemeinde Dötlingen während seiner Sitzung am Donnerstag ausgesprochen. Das Areal ist Teil einer umfassenden Planung für die Erschließung von Neerstedt-West. Dort sollen auf 19,5 Hektar perspektivisch Wohnmöglichkeiten für 400 bis 500 Menschen entstehen.

„Wir sollten sehr vorausschauend denken“, bekräftigte Bauamtsleiter Uwe Kläner die Entscheidung, über eine so große Fläche zu sprechen, die erst im Verlauf der Jahre komplett erschlossen und bebaut werden soll. Um Neerstedt, das als Grundzentrum mit dem Schwerpunkt Wohnen ausgelegt sei, weiterzuentwickeln, und um der hohen Nachfrage nach Baugrundstücken in der Gemeinde Dötlingen nachzukommen, sei das eine gute Vorgehensweise.

Die Wahl des Gebiets, das bislang landwirtschaftlich genutzt wurde und nun im Besitz der Kommune ist, habe sich aus der örtlichen Situation ergeben: „Es steht nur noch der Westen zur Verfügung“, so Kläner.

Im Norden soll es fünf Hektar Gemeinschaftsfläche geben

Stephanie Geelhaar vom Planungsbüro „Diekmann Mosebach & Partner“ aus Ra-stede stellte sowohl das Städtebauliche Entwicklungskonzept für Neerstedt-West als auch den ersten geplanten Bauabschnitt „Geveshauser Höhe“ (B-Plan Nr. 85) vor. Der Gesamtentwurf sieht ein Quartier mit unterschiedlichen Gebäudetypen sowie einer großen Gemeinschaftsfläche von etwa fünf Hektar im Norden vor, die etwas oberhalb des Amselwegs endet.

Während im Westen vorrangig Einfamilienhäuser entstehen sollen, sind im mittleren Bereich auch Doppel- sowie Reihenhäuser vorgesehen. Das Planungsbüro schlägt zudem vor, im südöstlichen Bereich vier Mehrfamilienhäuser für maximal fünf Parteien zu errichten.

Auf der Gemeinschaftsfläche sollen verschiedene Nutzungen möglich sein, die den Charakter eines Quartiertreffpunkts haben. Geelhaar erläuterte, sie habe sowohl eine Kindertagesstätte als auch eine Senioreneinrichtung im Blick, zudem soll es Sportanlagen geben. Um eine starke Versiegelung zu vermeiden, sei dort außerdem viel Grün vorgesehen sowie ein ansprechend gestaltetes System zur Oberflächenentwässerung.

Reihenhäuser sind ein Novum für die Gemeinde Dötlingen

Der Entwurf fand bei allen Ausschussmitgliedern große Zustimmung. Der Bau von Reihenhäusern – geplant sind insgesamt 31 Stück – sei zwar Neuland für die Gemeinde, kommentierte Kläner. „Aber auch hier sollten wir vielleicht damit anfangen.“ Rudi Zingler (SPD) fand das gut: „Wir bedienen alle Kategorien, die angefragt werden.“ Gabriele Roggenthien (Bündnis 90/Die Grünen) merkte an, dass auch die Auswirkungen eines solchen Quartiers mitgeplant werden sollten, etwa was das Thema Kita-Plätze und Verkehr angehe.

Eine zusätzliche Anbindung an die im Norden geplante Gemeinschaftsfläche, etwa durch Fuß- und Radwege aus dem bestehenden Wohngebiet, wünschte sich unter anderem Helge Vosteen (FDP). Die von Gernot Kuhlmann (CDU) zunächst als etwas zu groß empfundene Grünfläche sei genau richtig, betonten mehrere Ausschussmitglieder. Es sei wichtig, in die Zukunft zu denken und solche Bereiche vorzuhalten.

In der folgenden Diskussion zum ersten vorgesehenen Bauabschnitt „Geveshauser Höhe“ kamen auch Details der Planung zur Sprache. Auf dem 4,37 Hektar großen Areal, das direkt an die vorhandene Bebauung anschließt und im Süden an die Straße Geveshauser Höhe grenzt, sollen sowohl Ein- und Zweifamilienhäuser als auch Reihen- und Mehrfamilienhäuser entstehen. Dabei könnten jedoch der Gebäudetyp sowie die Grundstücksgrößen noch geändert werden, erläuterte Geelhaar.

Begrünte Dächer, keine Schottergärten

Vorgesehen ist ein modernes, grünes Wohngebiet: Pro 200 Quadratmeter sollen Eigentümer mindestens einen Baum pflanzen, auf den öffentlichen Verkehrsflächen soll es laut Kläner auch Bäume geben. Begrünte Flachdächer sollen ebenfalls eine Option sein. Auf Antrag von Kuhlmann sprach sich der Ausschuss bei zwei Enthaltungen von SPD und Grünen zudem dafür aus, Schotter- und Kiesgärten komplett zu verbieten sowie eine Blühfläche auf einem Prozent der privaten Grundstücksflächen zum Muss zu machen.

Roggenthien beantragte, die Entscheidung über den B-Plan zurückzustellen, um den Fraktionen Zeit zu geben, ihre Änderungswünsche aufzulisten. Kläner riet davon ab. Es gebe noch genug Gelegenheiten für die Delegierten, Anregungen in das Verfahren einzubringen, das als nächstes im nichtöffentlich tagenden Verwaltungsausschuss vorberaten wird. Nach der Abstimmung im Gemeinderat am 25. März sollen die Pläne dann in die öffentliche Auslegung gehen. Die Grünen-Politikerin blieb die einzige, die keine Empfehlung für den B-Plan abgab.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

85-jähriger Fußgänger bei Unfall tödlich verletzt

85-jähriger Fußgänger bei Unfall tödlich verletzt

85-jähriger Fußgänger bei Unfall tödlich verletzt
Barrierefreiheit und Brandschutz

Barrierefreiheit und Brandschutz

Barrierefreiheit und Brandschutz
Corona: Zahlen steigen wieder – auch durch Reiserückkehrer

Corona: Zahlen steigen wieder – auch durch Reiserückkehrer

Corona: Zahlen steigen wieder – auch durch Reiserückkehrer
Alte Polizeiwache in Wildeshausen kommt unter den Hammer

Alte Polizeiwache in Wildeshausen kommt unter den Hammer

Alte Polizeiwache in Wildeshausen kommt unter den Hammer

Kommentare