Bauausschuss berät über B-Plan „Goldbergsweg“ und empfiehlt Ersatz in höherer Qualität

Baumfällungen sorgen für Ärger

Gefällt: Im Gebiet „Goldbergsweg“ wurden mehr Bäume entfernt als ursprünglich geplant. Fotos: Schneider

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Was geht in dem kleinen Baugebiet am Goldbergsweg in Dötlingen tatsächlich vor? Das fragte sich so mancher, der am Dienstagabend die Sitzung des Bau-, Straßen- und Verkehrsausschusses im Rathaus-Neubau verfolgte. Auf der Tagesordnung stand die Änderung des Bebauungsplanes – um Bauteppiche anzupassen und Verkehrsflächen festzusetzen. In den Fokus rückten aber schnell Bäume und Hecken, die als erhaltenswert festgeschrieben waren, aber nun „verschwunden“ sind.

Zur Erinnerung: Das Gebiet war eigentlich bewaldet. Um dort ein Bauen zu ermöglichen, war der Waldstatus im Rahmen der Aufstellung eines B-Planes zwar aufgehoben worden. Die Politik hatte aber feste Bauteppiche vorgegeben, um einzelne schützenswerte Gehölze zu erhalten. Zudem war aufgrund des Eingriffes in die Natur ein nicht unerheblicher Ausgleich erforderlich. Inzwischen sind die Grundstücke veräußert, einige Käufer haben mit dem Bau begonnen – und scheinbar waren Bäume im Weg.

Wie Bauamtsleiter Uwe Kläner bestätigte, sind Anträge auf Befreiung von dem Baumschutz, also auf Fällung, eingegangen und aufgrund vorgelegter Gutachten hinsichtlich des Zustandes der Pflanzen auch genehmigt worden. Das sorgte bei einigen für Kopfschütteln. Zudem gab es Zweifel, ob dies bei allen Kahlschlägen der Fall war. Während Nabu-Vertreterin Marianne Bernhard-Beeskow in der Einwohnerfragestunde diplomatisch von einem „angerichteten Schaden“ sprach, nahm Gabriele Roggenthien (Bündnis 90/Die Grünen) drastischere Worte in den Mund: „Auf einem der Grundstücke wurde komplett Tabula rasa gemacht. Die Hecke ist wegrasiert.“ Die Ratsfrau forderte Konsequenzen. „Denn wir haben in der Gemeinde permanent solche Situationen“, sagte sie. „Man hat das Gefühl, dass sich kein Mensch um unsere Vorgaben schert.“ Dem widersprach Kläner: „Wir führen zu diesem Thema ständig Gespräche – mit Bauherren, Architekten und dem Landkreis“, sagte er. Roggenthien wurde sauer: „Und warum werden die Bäume dann trotzdem beschissen geschnitten?“, platzte es aus ihr heraus.

Der Ausschussvorsitzende Gernot Kuhlmann (CDU) versuchte, die Wogen zu glätten und schlug vor, dass die Verwaltung die Situation vor Ort noch einmal genau kontrollieren solle. Nach Angaben von Bernhard-Beeskow sei das auch nötig. Denn das angebrachte Flatterband, das Bäume schützen sollte, sei so verlegt worden, dass für die Bauarbeiter gar nicht mehr ersichtlich sei, welche Gehölze laut Plan erhalten werden müssen.

Für fünf Einzelbäume, die gegenüber des ursprünglichen Bebauungsplanes gewichen sind, präsentierte Hannes Korte vom Planungsbüro Diekmann und Mosebach dem Ausschuss einen Kompensationsvorschlag. Dieser beruht auf der Stellungnahme des Landkreises, der eine Nachpflanzung im Verhältnis 1:1 für zu gering erachtet. Zudem empfiehlt er eine höhere Pflanzqualität sowie die Festsetzung der Standorte der Ersatzbäume im B-Plan. Dem soll in Teilen gefolgt werden. Zwar werde nicht der genaue Standort dargestellt, aber festgesetzt, dass je angefangener 800 Quadratmeter Grundstücksfläche ein Baum zu pflanzen ist. „Mit größerem Stammumfang“, ergänzte Korte. Auf diese Weise müssten nach derzeitigem Stand mindestens sieben Bäume gesetzt werden. Die Kosten tragen die Grundstückseigentümer.

Mit dem Vorschlag konnten die meisten Ausschussmitglieder gut leben. Und da die öffentliche Träger- und Bürgerbeteiligung keine weiteren großartigen Änderungen erforderlich machte, stimmten sie der B-Plan-Änderung zu. Das letzte Wort hat der Gemeinderat.

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