„Bayerisches Herz, wohnhaft im Norden“

Iris Abel zog vor sieben Jahren von Bayern nach Grad – und spricht über die Unterschiede

Machen zwar gern Urlab auf Mallorca – wie hier auf dem
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Machen zwar gern Urlaub auf Mallorca – wie hier auf dem Foto – wollen aber nicht dorthin auswandern: Iris und Uwe Abel.

Iris Gänßle aus München und Uwe Abel aus Grad lernten sich bei der RTL-Show „Bauer sucht Frau“ kennen und lieben. Die Entfernung spielte dabei keine Rolle.

Grad – Der Norden war für sie die Liebe auf den zweiten Blick. Doch inzwischen – nach sieben Jahren – ist er zu ihrer Heimat geworden. Vor zehn Jahren lernte Iris Gänßle aus München Uwe Abel aus Grad während der RTL-Sendung „Bauer sucht Frau“ kennen. Die rund 750 Kilometer Entfernung waren kein Hindernis für sie, ihn zu besuchen. Denn damals wohnte sie noch in München und pendelte die ersten zwei Jahre von Süddeutschland in den Nordwesten.

Nach der Hochzeit im Jahr 2013 in der Dötlinger St.-Firminus-Kirche zog Iris Abel schließlich ganz zu ihrem Mann nach Grad. Sie gesteht, dass sie ziemliches Heimweh hatte – und das, obwohl sie gar keine Urbayerin ist, denn gebürtig kommt sie aus dem Rheinland: „Ich habe 41 Jahre in Sankt Augustin gelebt“, sagt sie. Wegen eines neuen Jobangebots in einem Versicherungskonzern war sie 2009 von dort nach München gezogen. Ihre Freundin habe schon vorher in der Großstadt gelebt. „Ich habe zu ihr gesagt: Warum bin ich nicht schon viel früher nach Bayern gezogen? Ich mag München, die Berge, die Seen und die Mentalität in Bayern“, schwärmt Abel.

Bauer sucht Frau (RTL): Iris und Uwe Abel finden sich

An den Tag, als sie das erste Mal in der Gemeinde Dötlingen war, kann sie sich noch genau erinnern: „Uwe hatte mich in Brettorf am Bahnhof mit einem Maishäcksler abgeholt. Ich dachte mir: Links und rechts sind ja ein paar Häuschen. Und dann fuhren und fuhren wir, und ich dachte: Oh mein Gott“, sagt sie und lacht. Sie fügt hinzu: „Ich wusste schon vorher, dass es ländlich ist, aber ich habe es mir ein bisschen wie in einem kleinen Dörfchen in Bayern oder Baden-Württemberg vorgestellt. Dötlingen selber hat so etwas ja auch: In der Mitte befindet sich der Dorfplatz mit der Kirche. So habe ich es mir auch bei ihm im Ort vorgestellt.“ Zu ihrem Mann habe sie einmal scherzhaft gesagt: „Du bist zu 99 Prozent perfekt. Zu 100 Prozent, wenn du ein bayerischer Bauer gewesen wärst.“

Iris Abel: „Ich würde auch nicht mehr weggehen und auch nicht auswandern“

Obwohl ihr Herz für das Bundesland im Süden schlägt, wie sie sagt, entschied sie sich letztendlich für den Norden – seinetwegen. „Er ist schon meine Heimat. Das hat lange gedauert, aber ich lebe jetzt auch so lange hier. Ich würde auch nicht mehr weggehen und auch nicht auswandern. Uwe erst recht nicht“, sagt Abel und distanziert sich von dem Gerücht, das in den Medien im Umlauf ist, Abels wollten nach Mallorca auswandern. Die beiden machen zwar gern Urlaub auf der Baleareninsel: „Wir wandern aber nicht nach Mallorca aus“, betont die 53-Jährige. „Hier ist Uwe, hier sind meine Tiere. Außerdem kann man Uwe und seinen Hof nicht trennen“, betont sie. Dort wohnen die beiden noch mit zwei Hunden, einem Kater, zwei Ponys, ein paar Hängebauchschweinen und mehreren Ziegen.

Auch wenn es landschaftliche Unterschiede zwischen Nord und Süd gibt, weiß sie die schönen Seiten zu schätzen: „Die Nordsee ist absolut schön.“ Zudem möge sie die Stadt Oldenburg sehr gern. Was sie aber ohne zu zögern zugibt: „Das Wetter ist hier nicht so Bombe wie im Süden.“ Das mag auch sicherlich niemand bestreiten.

Iris Abel: „Mein Mann ist typisch norddeutsch. Er ist sehr wortkarg“

Und welche Unterschiede gibt es aus ihrer Sicht zwischen dem Rheinländer, dem Bayern und dem Norddeutschen? „Der Rheinländer ist sehr kontaktfreudig, vielleicht auch etwas oberflächlich. Sie haben auch gerne mal einen flotten Spruch auf den Lippen und sind sehr weltoffen. Die Bayern sind sehr traditionell. Das finde ich toll. Da geht man sonntags fein rausgeputzt im Dirndl raus.“ Die Art der Norddeutschen möge sie gern: „Alle sind sehr offen und herzlich.“ Dass die Norddeutschen eher ein zurückhaltendes Volk seien, könne sie nicht bestätigen. Aber: „Mein Mann ist typisch norddeutsch. Er ist sehr wortkarg“, verrät sie und lacht.

Sich selbst beschreibt sie mit den Worten: „Rheinische Seele, bayerisches Herz, wohnhaft in Norddeutschland“, sagt sie mit einem Lachen und fügt hinzu: „Nein, so kann man es auch nicht sagen. Ich mag auch Niederachsen gern“, so Abel, die als Verwaltungsangestellte in der Uni Oldenburg arbeitet. Ihr Mann betreibe das Café sowie das Bauerngolf. „Die Landwirtschaft haben wir verpachtet. Wir haben keinen Schweinemastbetrieb mehr.“

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