Barbara Kramer organisiert Feier auf dem Gierenberg in Dötlingen

„Stein des Anstoßes“ als Kulisse für Friedensfest

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Barbara Kramer (r.) präsentierte den Teilnehmern der Friedensfeier die Steinbüsten.

Dötlingen - Von Sophie Filipiak. Der große Findling, der auf den Gierenberg in Dötlingen thront, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Seit dem Ende der Nazizeit, gab es verschiedene Ansätze, diesen Stein, den seit 1933 ein Hakenkreuz zierte, ein neues Gesicht zu geben. Jedoch: Den Antrag von Friedrich Lüers für ein „Denkmal des Friedens“ stimmte der Verwaltungsausschuss am 18. Juni diesen Jahres nicht zu. Dennoch versammelten sich am Montag rund 17 Teilnehmer auf dem Gierenberg, um gemeinsam ein Friedensfest zu feiern.

Am 20. Oktober 1933 wurde der Stein mit eingemeißeltem Hakenkreuz mit einer großen Feier und Festmarsch enthüllt. Nach Kriegsende begannen die Alliierten auch in Dötlingen damit, die Relikte aus der NS-Zeit zu beseitigen. Anfangs war geplant, den Stein ganz zu sprengen. Schlussendlich wurde das Hakenkreuz herausgemeißelt und der Stein umgestürzt.

Organisatorin Barbara Kramer erklärte in ihrer Rede, warum sie zu dieser Veranstaltung geladen hatte. „Dieses Fest ist ein Neubeginn, ein Anfang.“ Nach dem ablehnenden Bescheid durch den Verwaltungsausschuss sei das Projekt – dem „Stein des Anstoßes“ ein neues Gesicht zu geben – weiterhin ihr Anliegen geblieben. Deshalb beauftragte Kramer den Bildhauer Hossein Razagi, zwei kleine Findlinge aus ihrem „Garten der Religionen“ zu gestalten.

So sind aus den zwei Steinen insgesamt drei Gesichter entstanden, die Kramer während der Feier den geladenen Gästen präsentierte. Die Skulpturen blieben aber nicht bei dem Findling auf den Gierenberg: Eine wird Teil der Friedensmauer im „Garten der Religionen“, die andere sucht noch ihren Platz. „Aber heute Morgen habe ich ein sehr tolles Angebot bekommen. Es steht jedoch noch nicht ganz fest“, erklärte Kramer.

Unter den Gästen befanden sich auch vier Mitglieder einer Bremer Gesangsgruppe um Tadeusz Sliwinski, die gemeinsam mit den Dötlingern beteten, sangen und tanzten, um gemeinsam ein Zeichen für den Frieden zu setzen.

Zum Abschluss überreichte Kramer noch jedem Teilnehmer einen Ableger eines kleinen Farns. So sollten die Anwesenden zu Samenträgern werden und die Botschaft vom friedlichen Miteinander in die Welt hinaustragen.

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