Mit dem Bagger gegen die Verlandung

Informieren zum Start der Arbeiten über die Inloopsteiche: Carlo Beeskow (Nabu), Ursula Tröndle vom Landkreis, Bauamtsleiter Uwe Kläner, der BHV-Vorsitzende Eckehard Hautau und Marianne Bernhard-Beeskow (Nabu, v.l.). Foto: ts

Zugewachsen und ausgetrocknet – die Inloopsteiche hinter dem Dötlinger Lopshof sind in keinem guten Zustand. Eine Entschlammungsaktion soll Abhilfe schaffen. Kritische Töne gibt es vom Naturschutzbund (Nabu).

VON TANJA SCHNEIDER

Dötlingen – Es knackt und knirscht, als der Baggerfahrer mit seinem Greifer die Gehölze umfasst. Einen Baum nach dem anderen zieht er aus den Inloopsteichen hinter dem Dötlinger Lopshof am Heideweg, zudem noch Strauchwerk und Schilf. „Morgen wechselt er den Greifer gegen eine Schaufel. Dann geht es ans Abtragen des Schlammes“, informiert Bauamtsleiter Uwe Kläner. Zusammen mit Ursula Tröndle von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Oldenburg, Eckehard Hautau vom Bürger- und Heimatverein sowie Marianne Bernhard-Beeskow und Carlo Beeskow vom Nabu steht er am Dienstag vor den Teichen und berichtet von deren schlechten Zustand. Sie sind nicht nur zugewachsen, sondern auch ausgetrocknet. „Der Wasserstand ist viel zu niedrig“, erklärt Kläner.

Im Zuge des Ausbaus des Heideweges samt neuer Entwässerung hatte die Untere Wasserbehörde das Biotop unter die Lupe genommen und – wie Kläner sagt – die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. „Dringendster Handlungsbedarf“, lautete die Aussage. Die Mitarbeiter des Bauhofs der Gemeinde Dötlingen fällten deshalb schon im vergangenen Jahr einige Bäume, konnten allerdings nicht alle beseitigen. Es fehlte schweres Gerät. Mit diesem ist nun nach Absprache der beteiligten Behörden die Hunte-Wasseracht angerückt und räumt die Fläche frei. „Die Aktion dauert eine Woche“, so Kläner.

Nachdem das Gehölz beseitigt ist, trägt der Baggerführer 40 bis 60 Zentimeter an Boden ab. Der Schlamm kommt zum sogenannten Ausbluten an die Seite und soll – wenn die Feuchtigkeit raus ist – im nächsten Jahr auf einer Ackerfläche verteilt werden. „Der Baggerfahrer achtet natürlich darauf, dass er nicht die unterliegende Tonschicht trifft“, betont Tröndle auf Nachfrage des Nabu. Ziel sei eine offene Wasserfläche. „Ansonsten würden die Teiche ganz verlanden“, sagt sie.

Sowohl Tröndle als auch Kläner versichern, dass für die im Biotop sesshaften Kleinlebewesen auch nach der Maßnahme ausreichend Rückzugsorte vorhanden sind. „Der Uferbereich wird ja nicht komplett platt gemacht. Etwa ein Drittel des Schilfs bleibt“, berichtet Kläner. Die Untere Naturschutzbehörde würde die Arbeiten fachgerecht begleiten. Laut Tröndle sind die Amphibien aufgrund der Wärme derzeit auch noch mobil. Todesopfer seien dennoch nicht auszuschließen. Der Baggerfahrer werde sicherlich das eine oder andere Tier erwischen.

Bernhard-Beeskow betrachtet die Aktion mit einer gewissen Skepsis – nicht nur, weil sie fürchtet, viele Larven könnten nicht den Weg aus den abgetragenen Schichten zurück in die Teiche finden. Sie sieht auch Gefahren durch die neue Entwässerung des Heideweges, die „die Inloopsteiche zum Auffangbecken machen“. Laufe beispielsweise Diesel aus oder leere jemand seinen Putzeimer an der Straße, gelangten diese Stoffe geradewegs in das wertvolle Biotop. Und dass dieses nun „freigeräumt“ wird, ist laut der Nabu-Vertreterin nur logisch: „Schließlich muss es jetzt ja das Wasser vom Heideweg aufnehmen. Kann es das nicht, gibt es hier Überschwemmungen“, sagt sie.

Die Maßnahme ist Ende der Woche übrigens nicht komplett abgeschlossen. Der Bereich rund um den Steg, der den Huntepadd mit dem Lopshof verbindet, soll erst im Jahr 2020 folgen. „Diese Arbeiten übernimmt dann aber der Bauhof“, informiert Kläner.

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