Christian Bormann und Florian Ludewig treten im Dötlinger Landhotel auf

Authentisch und einfühlsam

Stimmungsvolles Konzert mit großer Bandbreite: Christian Bormann (l.) und Florian Ludewig.
+
Stimmungsvolles Konzert mit großer Bandbreite: Christian Bormann (l.) und Florian Ludewig.

Dötlingen – Die Stimme ist zurück und die Gäste waren es auch: Nachdem das Konzert „Herz auf der Zunge“ von Christian Bormann in Begleitung von Florian Ludewig am Klavier im März vorzeitig beendet wurde (wir berichteten), hat der Sänger und Schauspieler seine Zuhörer am Sonnabend und Sonntag wieder in seinen Bann gezogen. Im Landhotel Dötlingen haben die beiden Künstler dem Publikum einen Musikschatz präsentiert, der aus verschiedenen Genres bestand und unterschiedliche Sprachen einbezog. Ludewig und Bormann sind ein eingespieltes Team. Sänger und Pianist kennen sich bereits seit mehreren Jahren.

Die Titelauswahl erstreckte sich inhaltlich über mehrere Jahrhunderte, der Sänger nahm die Gäste mit auf eine Reise durch mehrere Epochen: „Wir haben ein riesiges Repertoire und könnten drei Stunden durchspielen“, sprudelte Bormann vor Tatendrang. Als Schauspieler kennt der Dötlinger das Spiel mit den Emotionen. Während sich draußen der Himmel verdunkelte und der Regen auf den Tischen, Stühlen und den Boden prasselte, füllte Bormann den Raum mit seiner warmen Stimme und schaffte dadurch eine wohlige Atmosphäre. Die Stimmung ist dem Künstler sehr wichtig: „Wir machen uns einen schönen Nachmittag“, stellte er seine Gäste auf die gemeinsamen Stunden ein. Gleichzeitig greift er mit seinen schauspielerischen Fähigkeiten die Eindrücke seiner Umgebung auf und baut sie in seinen Auftritten unmittelbar ein. Die Darbietungen werden dadurch auch mal spontan umgeplant.

Eine nachdenkliche Stimmung stellte sich bei dem Titel „Die Moorsoldaten“ aus dem Jahr 1933 ein. Das Werk wurde im Konzentrationslager Börgermoor verfasst und gilt als eine Hymne des NS-Widerstands. „Ein Mensch, der spricht, ein Mensch der singt. Unsere Konzerte haben wir ,Herz auf der Zunge‘ genannt, da im Herzen das Leben ist“, sagte der Autor Bormann und ergänzte: „Heute und nicht nur heute, sage ich, was mir auf dem Herzen liegt.“ Ihm ist wichtig, dass er mit seiner Musik glaubwürdig ist. „Und ich möchte auch selbst glauben, was ich singe.“ Seine Lieblingslieder stammen aus den 1930er- und 1940er-Jahren. Viele der Stücke handeln über die Liebe und das Leben. Kultur bedeutet auch, sich auszutauschen und neue Perspektiven einzunehmen, stellten die freien Künstler fest: „Christian hat mir Lieder schmackhaft gemacht, über die ich vorher nicht nachgedacht habe“, so der Pianist Ludewig. Mit der Europahymne „Freude, schöner Götterfunken“ nach dem Gedicht von Friedrich Schiller und der Vertonung Ludwig van Beethovens beendeten der Tenor Bormann und der Musikproduzent Ludewig das Konzert.

Als Zugabe haben beide das „Dötlinger Lied“ aus dem Jahr 1970 gespielt. Den Liedtext hatte Bormann um zwei weitere Strophen erweitert, die sich auf die Gegenwart beziehen und eigene Geschichten und Erlebnisse einfangen, die er mit „seinem Dötlingen“ verbindet. Dem Publikum hat er dadurch wiederholt ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert.

Der Sänger ist am Sonntag, 18. Oktober, gleich zweimal in der St.-Firminus-Kirche in Dötlingen zu hören: Unter dem Titel „Krieg und Frieden“ tritt er ab 15 und ab 17 Uhr zusammen mit dem Kirchenmusiker Markus Häger auf. Anmeldungen nimmt Bormann unter Tel. 0176/103 37848 entgegen.

Von Tamino Büttner

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Friedlicher Start der Nicht-Wiesn

Friedlicher Start der Nicht-Wiesn

Playstation 5 und Xbox Series im Überblick

Playstation 5 und Xbox Series im Überblick

Das große Sommergewinnspiel: Alle Fotos

Das große Sommergewinnspiel: Alle Fotos

Japanische Roadsterträume in Italien

Japanische Roadsterträume in Italien

Meistgelesene Artikel

Schutz wichtiger als Querungszahlen

Schutz wichtiger als Querungszahlen

Schutz wichtiger als Querungszahlen
Falsches Sex-Profil: Radvan fordert 10.000 Euro Schmerzensgeld

Falsches Sex-Profil: Radvan fordert 10.000 Euro Schmerzensgeld

Falsches Sex-Profil: Radvan fordert 10.000 Euro Schmerzensgeld

Kommentare