Ausstellung der Kunsttherapiegruppe der Delmenhorsterin Ute Wessels

„Paradiesvögel“ bevölkern den Dötlinger Lopshof

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Die Tanz- und Kunsttherapeutin Ute Wessels (vorne knieend) hat die Künstlertruppe „Paradiesvögel“ ins Leben gerufen. Die Norle, vertreten durch Marita Tzschoppe (r.), unterstützt die Gruppe.

Dötlingen - Von Sophie Filipiak. Im Dötlinger Lopshof herrschte gestern emsige Betriebsamkeit. Die Künstlergruppe „Paradiesvögel“ diskutierte lebhaft, welches ihrer Exponate wo platziert werden soll. In Kooperation mit der Norle ermöglicht die Tanz- und Kunsttherapeutin Ute Wessels „Andersbegabten“, wie sie sie nennt, sich künstlerisch auszudrücken

Einmal im Monat wandelt Wessels den Vorraum ihrer Tanzschule in Delmenhorst in ein Atelier um. Die Idee zu dem Projekt hatte sie vor fünf Jahren. Da ihre Cousine von der Norle betreut wird, wandte sich die Therapeutin an die gemeinnützige Einrichtung, und gemeinsam stellten sie die „Paradiesvögel“ auf die Beine.

Die Künstlergruppe ist bunt gemischt. „Von 12 bis 40 Jahren ist bei uns fast jede Altersgruppe vertreten“, erklärte Wessels. Gemeinsam mit den Betreuern der Norle werkeln sie an sechs Arbeitsplätzen mit Aquarell- und Acryltechniken sowie Holz und Pappmaschee. Dabei kommen nicht nur Pinsel zum Einsatz: „Wir machen auch viel mit den Händen.“ Dadurch werde die Feinmotorik geschult, so Wessels. Einige Teilnehmer sind Stammgäste, ansonsten wechselt die Besetzung von Treffen zu Treffen

In einigen Ausstellungen präsentierten die „Paradiesvögel“ bereits ihre Werke – immer unter einem anderen Motto. „Ute und die Paradiesvögel“ ist die erste Schau im Lopshof. „Also eine Premiere für uns“, meinte Wessels. „Es ist ein Querschnitt der im Laufe der Jahre entstandenen Stücke“, erläuterte die Therapeutin. Die Grundidee für die kreativen Arbeiten lautet „Die Welt ist schön“.

Zu sehen sind rund 20 Bilder mit unterschiedlichen Motiven. In der Galerie im Lopshof sind beispielsweise Gemälde von Häusern zu sehen – inspiriert vom Künstler Friedensreich Hundertwasser.

Bunt, quirlig und sehr fantasievoll stehen dabei die Häuser nicht immer gerade in einer Reihe, aber das machen HundertwasserHäuser ja auch nicht. Auf den Fensterbänken sind Holzarbeiten zu finden, immer im Pärchen aufgestellt. Auch sie stellen Fantasiehäuser da.

In einem weiteren Raum geht es um das Thema Liebe. Blickfang ist ein großes Gemälde, auf dem ein hellleuchtendes Herz prangt. Eine Gemeinschaftsarbeit aller Künstler. Im Foyer können die Gäste Bilder von erfundenen Tieren bestaunen. Vorgabe seien nur ein Kopf, Beine und ein Schwanz gewesen, ansonsten konnten sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen, sagte Wessels.

Ihr Ziel sei es, den von der Norle betreuten Menschen durch die künstlerische Arbeit mehr Selbstvertrauen zu geben, aber auch das gemeinsame Schaffen spiele eine große Rolle. „Wir versuchen, einmal im Jahr eine Ausstellung zu konzipieren. Die Treffen einmal im Monat sind die Vorbereitungen für die Schau“, so die Therapeutin.

Die Bilder und Holzarbeiten können morgen beim Feierabendcafé von 18 bis 20 Uhr in Augenschein genommen werden. Da der Café- und Restaurantbetrieb im Lopshof eingestellt wurde, ist die Ausstellung nur bei Veranstaltungen wie dem Seniorentreff am 14. Januar oder dem Volksliedersingen mit Sybille Gimon am selben Tag frei zugänglich. Marita Tzschoppe vom Lopshof-Verein kündigte aber an, dass die Planung für die kommenden Monate bereits in Arbeit ist. „Wir haben auch einige externe Anfragen“, meinte sie.

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