Ausstellung im Kunsthaus eröffnet

Flaschenwirtschaft und gemalter Witz

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Lieben die Kunst und das Denken auf Papier: Künstlerin Julia Neulinger-Kahl und Cartoonist Horst Pohl.

Dötlingen - Kunst muss für Julia Neulinger-Kahl vor allem eines sein: schön und farbenfroh. Ob durch das Abstrakte oder durch Gegenständliches – die Dötlingerin möchte ihre Begeisterung für die Kunst weitergeben. Das merken die Besucher ihres Kunsthauses am Dorfring zum einen an der Auswahl der Künstler und Werke, die Neulinger-Kahl dort präsentiert. Zum anderen beweist sie mit ihren eigenen Arbeiten immer wieder Mut zu kühner Form und kräftiger Farbe. So auch in ihrer neuen Kollektion, die sie unter dem Titel „Julias Flaschenwirtschaft“ erstmals während der Vernissage am Freitagabend im Kunsthaus präsentierte.

„Das ist die erste Serie an Werken, die komplett in Dötlingen entstanden ist“, berichtete Neulinger-Kahl ihren Gästen. „Nach längerer Zeit des abstrakten Arbeitens wollte ich wieder etwas Gegenständliches machen. Aber es sollte trotzdem etwas sein, bei dem ich Form und Farbe in den Mittelpunkt rücken kann.“ Inspiriert hätten sie schließlich auch die Glasarbeiten von Franz Winkelkotte. In der Ausstellung wirken die Bilder und seine Glasfiguren sowie Vasen wunderbar zusammen. Dies gilt auch für die Kombination mit den gemalten Skulpturen auf transparenten Stelen der Künstlerin „Viola“.

Der helle großzügige Ausstellungsraum bietet ein spannendes Wechselspiel, in dem sich die Arbeiten der verschiedenen Künstler gegenseitig ergänzen und übergreifende Themen auf verschiedene Art und Weise widerspiegeln. 22 Werke aus „Julias Flaschenwirtschaft“ geben nun neue Anregungen für den Betrachter. Darunter finden sich Spiegelflaschen, Flaschengeister und eine Flaschenpost sowie ein Werk mit dem Titel „Champagner mal anders…“.

„Ich möchte über meine Kunst mit den Menschen in Dialog treten“, sagt Neulinger-Kahl. Deshalb lässt sie sich im Kunsthaus auch nur allzu gerne bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen. „Ich bin dabei, auszuprobieren, was bei den Menschen ankommt.“

Einen ganz anderen Dialog führt der Cartoonist Horst Pohl in seinen Zeichnungen. Durch gemalten Witz versucht er die Menschen zu erreichen. Auch seine Karten bereichern mittlerweile das Kunsthaus. Er berichtete während der Vernissage von seinem baldigen Schnupper-Zeichenkurs in Dötlingen. Der Grafiker und Journalist, dessen Cartoons unter anderem schon in der Zeitschrift „Stern“ erschienen sind, zog vor kurzem nach Kirchhatten. Zufällig entstand während eines Besuch des Kunsthauses der Kontakt zu Neulinger-Kahl. Sein Zeichenkursus am 29. September von 19 bis 20.30 Uhr ist für alle Interessierten offen und kostenlos. Kinder und Erwachsene sind willkommen. „Es geht nicht nur darum, zu zeichnen, sondern auch, seinen eigenen Humor zu entdecken. Witzig zu sein, kann man lernen“, erklärte Pohl. In dem „Zeichenkurs der anderen Art“ erwarten die Teilnehmer Kreativübungen. „Frei nach dem berühmten Cartoonisten Saul Steinberg, der so treffend schrieb ‚Kunst ist eine wunderbare Methode, auf dem Papier zu denken‘“, so Pohl.

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