Ausstellung von Enke Cäcilie eröffnet

Wilde Gesichter im Kunsthaus

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Julia Neulinger-Kahl freute sich, Enke Cäcilie (r.) für eine Ausstellung in ihrem Kunsthaus gewinnen zu können.

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Sie sind anders, überaus erfrischend und versprühen eine gewaltige Energie – die Porträts der Künstlerin Enke Cäcilie. Unter dem Titel „Berühmte Köpfe“ sind sie seit Sonnabendnachmittag im Kunsthaus Dötlingen zu sehen. Dort beweist die gebürtige Eutinerin, die inzwischen in der Nähe von Timmendorfer Strand lebt, dass Porträts nicht unbedingt naturalistisch sein müssen, „eben brav, wie ich sie früher einmal gestaltet habe“, sagte sie während der Vernissage.

Enke Cäcilie wollte schon immer „wilde Gesichter“ malen, und genau das gelingt ihr nun. Sie sorgt für eine regelrechte Explosion der Farben. Dabei bringt sie nicht nur Rockstars wie David Bowie oder die Rolling Stones auf die Leinwand, sondern macht auch vor Altkanzler Helmut Schmidt und Mozart nicht halt. Letzteren sucht man in seinem klassischen Gewand vergebens. Statt mit weißer Perücke kommt der Komponist als Paradiesvogel daher. Für seine Haarpracht hat Enke Cäcilie fast die gesamte Farbpalette „ausgepackt“. Ungebändigte gelbe, rote und türkise Strähnen zieren sein Haupt. Günter Netzer hat die 47-Jährige hingegen etwas Farbe ins Gesicht gezaubert. Grobe Schattierungen sorgen für Konturen an Wangen, Kinn und Stirn.

So abstrakt die Porträts auf den ersten Blick auch wirken mögen, die Regeln der Anatomie beherzigt Enke Cäcilie weiterhin. „Ohne sie geht es nicht“, sagte die Künstlerin. Die Zeit, in der sie naturalistische Porträts zeichnete und malte, möchte sie deshalb nicht missen. „Es war zwar manchmal etwas dröge. Ohne diese Ausbildung wären aber die jetzigen Arbeiten kaum möglich“, meinte Enke Cäcilie, die im Alter von 14 Jahren mit dem Malen begann. Für umliegende Gutshöfe setzte sie die Ahnengalerien fort, brachte Landschaften und Blumen auf die Leinwand. „Meine Eltern waren begeistert, doch ich wollte bereits damals lieber wilde Gesichter malen“, verriet sie.

Schon als Jugendliche sei sie ein Fan von Horst Janssens Werken gewesen. In ihrer Bewerbungsmappe für das Grafik-Studium fanden sich deshalb von ihm inspirierte Arbeiten. „Ich wurde angenommen und habe mich während der ersten Zeit immer gewundert, dass sich so viele nach dem Befinden meines Vaters erkundigen“, plauderte Enke Cäcilie, die den Nachnamen Jansson trägt, aus dem Nähkästchen. „Aufgrund eines Schreibfehlers haben einige wohl gedacht, ich wäre die Tochter von Horst Janssen.“ Mit solchen Anekdoten sowie einer erfrischenden Ehrlichkeit begeisterte sie die Vernissage-Besucher ebenso wie mit ihren Bildern. Kunst als Hauptberuf? „Nee, ich möchte nicht den Druck haben, unbedingt Werke verkaufen zu müssen. Sonst werde ich noch eine verkniffene Künstlerin“, meinte sie. Das Malen müsse Spaß machen. Ihre Arbeiten spiegeln diese Leichtigkeit wider – ebenso wie den Mut, Persönlichkeiten einmal anders darzustellen.

Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten des Kunsthauses besichtigt werden.

www.kunsthaus-doetlingen.de

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