CDU möchte Lüftungsgeräte in den Klassen

Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen spricht über Anschaffung

Lüftungsanlagen in den Grundschulen in der Gemeinde Dötlingen wünscht sich die CDU-Fraktion. archiv
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Lüftungsanlagen in den Grundschulen in der Gemeinde Dötlingen wünscht sich die CDU-Fraktion.

Neerstedt/Dötlingen – Sollen die Grundschulen der Gemeinde Dötlingen mit Lüftungsgeräten ausgestattet werden? Die CDU-Fraktion spricht sich ganz klar für ein „Ja“ aus und hatte einen Antrag gestellt. Dieses Thema ist unter anderem während der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Finanzen der Gemeinde Dötlingen, der am Dienstagabend im Neerstedter Rathaus tagte, besprochen worden.

„Dieser Wunsch hat sich natürlich aus der aktuellen Corona-Pandemie heraus entwickelt, mit dem Gedanken, dass mithilfe dieser Anlagen die Luft zum einen gereinigt, aber auch dem Raum regelmäßig Frischluft zugeführt wird“, erklärte Beate Wilke (CDU). Torsten Lehmkuhl von der Firma Funke hatte dem Gremium im Vorfeld die unterschiedlichsten Modelle vorgestellt, gab Wilke den Termin wieder. „Wir als CDU halten die Anschaffung dieser Geräte für wichtig.“ Natürlich hoffe sie, dass die Pandemie im Laufe des kommenden Jahres überwunden werden könne, sodass die aktuelle Notwendigkeit, Luft zu reinigen, dann nicht mehr gegeben sei. „Aber diese Anlagen sollen ja auch langfristig dafür sorgen, dass die Kinder ständig in guter Luft lernen können, die Konzentration wird durch die bessere Frischluft in den Räumen gesteigert, und im Winter entfällt eventuell das ständige Aufreißen der Fenster“, so Wilke. Der Fraktion sei klar, dass das Ganze nicht günstig sei: „Das sind schon erhebliche Kosten, aber wir als CDU denken, dass es uns den Kindern sowie der Schule Wert sein sollte.“

Bauamtsleiter Uwe Kläner stellt Kosten vor

Bauamtsleiter Uwe Kläner ging daraufhin anhand der Funke-Präsentation auf die unterschiedlichen Modelle ein: Das Umluftgerät ist mit 4 522 Euro zwar das günstigste: „Das wird von Fachleuten aber komplett abgelehnt, weil man dort eben keine Frischluft ansaugt, und das hilft uns im Prinzip für die Aerosole, die wir jetzt in den Klassenräumen haben, so gut wie nicht weiter“, erläuterte Kläner. Das sei lediglich eine kostengünstige Variante, die aber im Ergebnis keine Verbesserung erzielen würde. Ein Standgerät hingegen würde 19 397 Euro und ein Unterdeckengerät 18 683 Euro kosten, ist der Präsentation zu entnehmen.

Ausschussvorsitzender Claus Plate (FDP) wollte wissen, was die Geräte denn alles können: „Lüften ist klar, aber können die auch das Klima im Raum verändern? Also das heißt kühlen oder erwärmen?“ Nur begrenzt, entgegnete Kläner. „Es sind so gesehen keine Klimageräte.“

Geräte könnten zu laut sein

Ferner ging der Bauamtsleiter auf die Kosten ein und berechnete die Summe, die auf die Kommune zukäme, wenn sie sich für die Standgeräte (19 397 Euro) entscheiden würde. Dazu kämen noch Planungskosten von etwa zehn Prozent (circa 2 000 Euro). „Wir haben das mal hochgerechnet. Wir haben zunächst einmal die Anzahl der Räume ermittelt, die wir haben. Wir haben gesagt, dass wenn dann alle Klassenräume gemacht werden müssten. Die Fachräume müssten also auch betrachtet werden.“ Bei der Grundschule Neerstedt seien es 14 Zimmer. In Summe wären das 301 000 Euro. Bei der Grundschule Dötlingen seien es neun. „Da hätten wir eine Summe von 193 500 Euro“, so Kläner. Die Kosten für die vier Räume in der Förderschule Sprache in Neerstedt in Höhe von 86 000 Euro würde der Landkreis Oldenburg übernehmen.

Bei den Geräten bestehe die Möglichkeit einer Förderung von 70 Prozent. Die Kommune müsste demnach für die Grundschule Neerstedt einen Eigenanteil von 90 300 und bei der Grundschule Dötlingen von 58 000 Euro erbringen. In Summe läge der Eigenanteil also bei 148 300 Euro. Aber: „Die Planungs- und Nebenkosten kommen für beide Schulen noch obendrauf. Das sind rund 20 Prozent. Somit liegen wir bei einem Eigenanteil von 178 000 Euro insgesamt“, erklärte Kläner. Der Förderantrag müsse allerdings, sagte Kläner, bis zum 31. Dezember dieses Jahres eingereicht sein.

„Lehrer und Schulen mit ins Boot holen“

Plate fragte dazu: „Müssen wir 30 000 Euro Planungskosten einstellen für zwei Schulen? Gibt es da keine Alternativen für uns?“ Es sei schon nach einer Alternative gesucht worden, so der Bauamtsleiter, „denn wir haben uns nicht eines teuren Ingenieurbüros bedient, um dieses Konzept zu erstellen“.

Dann stellte Kläner einen möglichen Ablaufplan vor: Nach der Antragstellung der Fördermittel, der Beauftragung der Planungsleistung, der Fertigstellung der Ausführungsplanung, der Veröffentlichung der Ausschreibung, der Auftragsvergabe sowie der Bestellung der raumlufttechnischen Anlagen könnten die Ausführungsarbeiten frühestens im Sommer beginnen. „Vielleicht kann erst in den Herbstferien mit einer Umsetzung gerechnet werden“, sagte Kläner.

Hinsichtlich der Lautstärke der Geräte äußerte Gabriele Roggenthien (Grüne) ihre Bedenken: „Wenn die Lehrer Zugriff auf die Geräte haben, dann stellen sie die Dinger ab, weil die denen zu laut sind. Wie können wir das verhindern?“

Katrin Albertus-Hirschfeld von der Gemeindeverwaltung berichtete, dass vonseiten der Leiterin der Grundschule Dötlingen der Wunsch nach leisen Geräten geäußert wurde. „Definiere leise“, meinte sie dazu. „Deswegen haben wir in der Verwaltung noch eine gewisse Zurückhaltung“, erzählte Kläner.

Anke Spille (CDU) sagte: „Wenn wir diesen großen Schritt machen, dann ist es im Sinne der Eltern und im Sinne der Kinder.“ Wilke schlug vor, die Lehrer und Schulen mit ins Boot zu holen. Dem stimmte Elke Lorenz (SPD) zu. Plate sah es langfristig als eine gute Lösung an.

Sein Beschlussvorschlag, die Verwaltung plant bis zur Gemeinderatssitzung am 16. Dezember weiter, stieß bei allen Ausschussmitgliedern auf Zuspruch.    

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