Ausschuss empfiehlt dennoch Aufstellung eines B-Planes für Hockensberg

Gewerbegebiet: Alternative Fläche „aufgetaucht“?

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Mediengruppe Kreiszeitung

Neerstedt - Von Tanja Schneider. Uneinig war sich der Bauausschuss gestern bei der Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes für „Das Brakland“ – jenen Bereich, für den ein interkommunales Gewerbegebiet im Gespräch ist. Zwei der fünf Mitglieder votierten gegen den Aufstellungsbeschluss. Nicht, weil sie gegen ein Gewerbegebiet sind, sondern weil scheinbar neue Flächen „aufgetaucht“ sind, die eventuell auch oder sogar besser für das Vorhaben geeignet sein könnten.

Den Ball ins Rollen brachte während der Sitzung, zu der auch einige Hockensberger gekommen waren, Dierk Garms (FDP), der sehr zur Verwunderung anderer Ausschussmitglieder von neuen Alternativen sprach, die erst geprüft werden sollten, ehe über die Aufstellung eines B-Planes abgestimmt werde. Das Gewerbegebiet sei schon so viele Jahre im Gespräch, da müsse nun auch dafür Zeit sein. „Sonst befürchte ich, dass es ein Rohrkrepierer wird“, meinte er. Evelyn Schürmann (Grüne) fühlte sich von der plötzlichen Ankündigung „überfallen“, und auch so manch anderer stand auf dem „Schlauch“.

Wo diese „neuen“ Flächen liegen sollen, wurde gestern nicht verraten. Garms sagte lediglich, dass sie bislang noch nicht in Augenschein genommen wurden, und Gernot Kuhlmann (CDU) erwiderte, „dass sie ja auch ziemlich kurzfristig aufgetaucht seien“. Bürgermeister Ralf Spille brachte ebenso wenig Licht ins Dunkel: „Es könnte eine Alternative sein, die für uns aber neu ist und die wir erst prüfen müssen“, sagte er. Gleichzeitig appellierte er an den Ausschuss, für den Aufstellungsbeschluss zu stimmen. Denn auch für die Fläche in Hockensberg seien noch Fragen zu klären. „Und wir als Verwaltung brauchen vom Rat den Auftrag, um uns an die Arbeit machen zu können“, so Spille. Ansonsten käme man nie voran. Die eventuelle Alternative könne zeitgleich geprüft und vor „jeglichem Fortfahren in der Bauleitplanung“ besprochen werden.

Für die Untersuchung weiterer Flächen sprachen sich alle Ausschussmitglieder aus. Gegen die Aufstellung eines B-Planes votierte neben Garms auch Hans-Dieter Posch (SPD). Denn der alte B-Plan „Brakland“, für dessen Aufhebung sich die Mitglieder gestern ebenfalls aussprachen, war 1994 vom Oberverwaltungsgericht für nichtig erklärt worden. „Das hatte sicherlich Gründe“, meinte er. Dass die Einwendungen des Gerichtes teilweise schon „geheilt“ sind, erläuterte Bauamtsleiter Uwe Kläner. Er verwies zudem darauf, dass die anderen Punkte mit dem Aufstellungsbeschluss nun von der Verwaltung nachgebessert werden könnten.

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