Situation der Asylsuchenden Thema im Ausschuss / Rusche ist stellvertretender Vorsitzender

„Riesenproblem: Fehlender Wohnraum“

Gewählt und verpflichtet: Stephan Rusche (links) ist für die kommenden fünf Jahre der stellvertretende Ausschussvorsitzende. Die hinzugewählten Mitglieder sind Anne Hollmann, Jochen Wecker und Ralf Spille (v.l.).
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Gewählt und verpflichtet: Stephan Rusche (links) ist für die kommenden fünf Jahre der stellvertretende Ausschussvorsitzende. Die hinzugewählten Mitglieder sind Anne Hollmann, Jochen Wecker und Ralf Spille (v.l.).

Neerstedt – Eine Wahl, drei Pflichtenbelehrungen und die Situation der Asylsuchenden in der Gemeinde Dötlingen: Verschiedene Themen standen am Donnerstagabend auf der Tagesordnung des Ausschusses für Gesellschaft und Kultur, der im Rathaus in Neerstedt tagte.

Bauamtsleiter Uwe Kläner gab zum letztgenannten Punkt einen Sachstandsbericht ab. Wie berichtet, leben derzeit 59 Personen in acht Unterkünften in der Kommune. 28 von ihnen haben laut Kläner eine Anerkennung. Unter den 59 Personen befinden sich 25 Kinder und junge Erwachsene. Vier Kinder besuchen die Kindergärten in Neeerstedt und Dötlingen, vier die Grundschule Neerstedt. 16 Jungen und Mädchen gehen zu weiterführenden Schulen in Wildeshausen. Ein Kind ist ein Neugeborenes.

Die Menschen, die aus Syrien, dem Irak, Pakistan, Afghanistan, dem Iran, Algerien, dem Libanon, dem Sudan und Ägypten kommen, wohnen unter anderem in Wohnungen an der Aschenstedter Straße, Hauptraße sowie am Kiebitzweg. In einer Unterkunft leben vier Nationalitäten unter einem Dach: „Da kann man sich vorstellen, dass dort gewisse Probleme entstehen können“, sagte Kläner. Mülltrennungen und Sauberkeit stellten zudem oft ein Problem dar. „Vielleicht sind wir Deutschen auch zu korrekt und zu ordentlich“, gesteht Kläner, aber: „Das lässt sich oft nicht durch gutes Zureden lösen.“

Verständigungsprobleme und zu wenig Wohnraum

Weiter ging es um die Ausstattungen der Wohnungen mit Internet. Kleidung bekämen die Asylsuchenden bei Bedarf von der Kleiderkammer.

Neben der personellen Ausstattung kam Kläner auch auf die Probleme in den Unterkünften, die von zwei Hausmeistern betreut werden, zu sprechen. Diese hätten kaum Kapazitäten frei, da sie sich zusätzlich noch um 25 weitere Liegenschaften in der Kommune kümmern.

„Ganz viele Probleme haben wir immer mit den Küchen. Da viele Personen dort leben, sind wir immer mit einem Um- oder Ausbau einer Küche beschäftigt.“ Verständigungsprobleme gebe es natürlich auch. „Wir hatten damals das Glück mit Adam Tirnna. Der konnte, glaube ich, fünf Sprachen fast perfekt. Das war immer toll, ihn mitzunehmen. Jetzt sind wir immer auf andere angewiesen, die uns beim Übersetzen helfen.“

Ehemaliger Bürgermeister für Bereich Sport zuständig

Ein „Riesenproblem“ stellt laut Kläner aber der fehlende Wohnraum in der Gemeinde dar. „Wir haben mehr als 20 Anerkannte, die müssten sich eigentlich eigenen Wohnraum besorgen, aber sie finden nichts“, schilderte er. „Und wenn etwas da ist, dann sind sie auch nicht die Ersten, die genommen werden.“

Die neue Aufnahmequote zum 1. August dieses Jahres sieht laut Präsentation 28 Personen vor. Zudem wurden kürzlich zwei Familien anerkannt und weitere Anerkennungen seien zu erwarten. Der Betreuungsbedarf bleibe auch nach der Anerkennung bestehen. Die Jobsuche sowie die Verbesserung der Sprache stünden für die Gemeinde im Vordergrund. „Etwas, das wir aktivieren wollen, ist das Thema Patenschaft. Also jemand aus der Nachbarschaft, der in den Liegenschaften den Kontakt pflegt oder mal nach dem Rechten schaut.“

Weiteres Thema: Die Wahl des stellvertretenden Ausschussvorsitzenden. Insa Huck (SPD) hatte dem Gremium zuvor Stephan Rusche aus ihrer Fraktion vorgeschlagen. Einstimmig wurde er gewählt. Danach belehrte Bürgermeisterin Antje Oltmanns drei hinzugewählte Mitglieder über ihre Pflichten und verpflichtete sie per Handschlag. Jugenddiakon Jochen Wecker sitzt in den kommenden fünf Jahren für den Bereich Jugendpflege mit im Ausschuss. Der ehemalige Bürgermeister Ralf Spille ist als beratendes Mitglied ohne Stimmrecht für den Bereich Sport und Künstlerin Anne Hollmann für die Kunst und Kultur tätig.  

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