Sabine von Rothkirch und „Tityre“ am 11. August in Dötlingen

Ein Ausflug in die Berliner Gründerzeit

+
Sabine von Rothkirch kommt am 11. August nach Dötlingen, wo sie in die Rolle der Else Lasker-Schüler schlüpft.

Dötlingen - Bei der Dötlingen Stiftung steigt die Vorfreude: Am Freitag, 11. August, wird es endlich wieder eine „KulturPur“-Veranstaltung geben. Nachdem das für Mai geplante Figurentheater wegen eines Feuers beim beauftragten Schauspieler ausfallen musste, hatte die Event-Reihe notgedrungen eine mehrmonatige Pause einlegen müssen. Jetzt geht es weiter – mit Musik, Schauspiel und Poesie.

Die Besucher der Begegnungsstätte im Heuerhaus-Café erwartet am 11. August ab 19.30 Uhr (Einlass ab 19 Uhr) unter dem Titel „Mein Herz – niemandem“ ein Künstler-Porträt über Else Lasker-Schüler (1869-1945). Die Schauspielerin Sabine von Rothkirch schlüpft in die Rolle der deutsch-jüdischen Dichterin und will zusammen mit dem Ensemble „Tityre“ die einzigartige Stimmung der Berliner Gründerzeit wieder aufleben lassen.

Lasker-Schülers Prosatext „Mein Herz“ erschien erstmals um 1910/1911 in der Kunstzeitschrift „Der Sturm“ als ein Briefroman, dessen Fortsetzungen in Berlins Kaffeehäusern mit Spannung erwartet wurden. Das Ensemble „Tityre“ hat Passagen aus dem Roman ausgewählt und sie zu einer Rede montiert, die „die Kaffeehausöffentlichkeit porträtiert und sich gleichzeitig an sie wendet“, heißt es in der Ankündigung. Von Rothkirch, die mit verschiedenen Ensemble-Auftritten und ihrem Soloprogramm „Lass es raus, denn es will ja“ vorwiegend auf Theater- und Varietébühnen zu erleben ist, gehört dem Ensemble seit 2004 an.

Bissiger Spott vor der Staffelei

Als Lasker-Schüler wird sie auch in Dötlingen vor einer Staffelei stehen und beim Versuch, ein „richtiges“ Herz zu malen, Briefe aus dem Werk rezitieren. Gedichte und Zeitzeugenberichte ergänzen das Porträt. „Bissiger Spott über illustre Kaffeehausgäste, ironische Gnade und leises Innehalten wechseln einander ab“, heißt es weiter.

Das Ensemble „Tityre“ begleitet und untermalt die schauspielerische Darstellung mit Flöte, Oboe sowie Klavier und möchte mit Werken von Franz Reizenstein, Sigfrid Karg-Elert und anderen Komponisten eine Klangwelt erzeugen, die die unterschiedlichen Facetten der Lasker-Schülerschen Prosa hervorhebt: das Freche, fast Kabarettistische, das Melancholische, das Schrille und nicht zuletzt auch das Ernste als Ausdruck der Bedrohung durch den aufkommenden Faschismus. Annette Hermeling ist an der Querflöte zu hören, Michael Turkat am Klavier, und Nicolas Wallach spielt die Oboe.

Karten für die Veranstaltung können zum Preis von 15 Euro im Heuerhaus-Café (Tel. 04431/969591), bei Thea Freiberg (Tel. 04432/547), Gerti Essing (Tel. 04433/339) oder per E-Mail an info@doetlingen-stiftung.de reserviert werden. Die Platzzahl ist begrenzt.

ts

www.doetlingen-stiftung.de

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Sportwerbewoche des TSV Süstedt

Sportwerbewoche des TSV Süstedt

Die Waffen sind weg: Farc-Krieg ist endgültig Geschichte

Die Waffen sind weg: Farc-Krieg ist endgültig Geschichte

Bund und Niedersachsen streiten über Zahl der Fipronil-Eier

Bund und Niedersachsen streiten über Zahl der Fipronil-Eier

Vorsicht: Im Straßenverkehr dieser Länder geht es gefährlich zu

Vorsicht: Im Straßenverkehr dieser Länder geht es gefährlich zu

Meistgelesene Artikel

Schwelbrand unter den Dachziegeln

Schwelbrand unter den Dachziegeln

Leckeres Essen aus dem qualmenden Käfer

Leckeres Essen aus dem qualmenden Käfer

350 Schüler entdecken die heimische Wirtschaft

350 Schüler entdecken die heimische Wirtschaft

„Das war der richtige Schritt, Tischler ist mein Beruf“

„Das war der richtige Schritt, Tischler ist mein Beruf“

Kommentare