„Aschenstedt-West“ Thema im Ausschuss / Planungsbüro stellt Abwägungsvorschläge vor

Baugrundstücke auf Ex-Kita-Fläche

Sechs Baugrundstücke sollen auf dem Areal des ehemaligen Kindergartens in Aschenstedt entstehen.
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Sechs Baugrundstücke sollen auf dem Areal des ehemaligen Kindergartens in Aschenstedt entstehen.

Dötlingen – Die Mitglieder des Ausschusses für Infrastruktur und Energie haben während ihrer Sitzung am Donnerstagabend im Neerstedter Rathaus bei einer Gegenstimme die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 84 „Aschenstedt-West“ empfohlen. Wie berichtet, soll dieser im beschleunigten Verfahren aufgestellt werden.

Der Bebauungsplan wurde vom 27. Juli bis einschließlich 27. August öffentlich ausgelegt. Das Planungsbüro „Diekmann & Mosebach“ aus Rastede hat zu den eingegangenen Einwendungen und Stellungnahmen einen entsprechenden Abwägungsvorschlag erarbeitet, die Stephanie Geelhaar vorstellte. Das Plangebiet befindet sich am westlichen Ortsrand von Aschenstedt, südlich der Aschenstedter Straße. Bei der etwa 0,6 Hektar großen Fläche handelt es sich um das Grundstück des ehemaligen Kindergartens. „Ziel ist es hier, sechs Wohnbaugrundstücke zu schaffen, entsprechend der Bedarfslage“, informierte Geelhaar. Innerhalb des festgesetzten allgemeinen Wohngebietes sind maximal zwei Wohneinheiten zulässig. Zur Aschenstedter Straße hin ist eine Bauverbotszone eingezeichnet, „die einzuhalten ist, weil wir uns hier außerhalb der Ortsdurchfahrt befinden. Das heißt, es ist nicht bebaubare Fläche. 20 Meter sind dort markiert.“

Sechs Wohnbaugrundstücke sollen entstehen

Zudem war die Erarbeitung eines Schallgutachtens notwendig. Die Untersuchung hat ergeben, dass bei freier Schallausbreitung in etwa der nördlichen Hälfte des Plangebiets der schalltechnische Orientierungswert von 45 Dezibel nachts für allgemeine Wohngebiete überschritten werde. Daher seien dort passive Schallschutzmaßnahmen notwendig, ist dem Gutachten zu entnehmen.

Ferner sieht der Plan einige grünordnerische Maßnahmen vor. Im östlichen Bereich sind Gehölzbestände, „die auch erhalten werden sollen, und dann haben wir natürlich die vorhandenen Gehölzstrukturen an der westlichen Grenze, die ebenfalls erhalten werden sollen“.

Danach stellte Geelhaar zu den eingegangenen Einwendungen und Stellungnahmen einen Abwägungsvorschlag vor. Der Landkreis Oldenburg hatte angeregt, erhaltenswerte Gehölze an der Südostgrenze ebenfalls zum Erhalt festzusetzen. „Wir haben daraufhin geprüft, welche Gehölze da erhalten werden können, ohne die Baumöglichkeiten zu sehr einzuschränken. Dem sind wir dann gefolgt.“ Weiter hatte der Landkreis angeregt, im Nordwesten – im Bereich der Aschenstedter Straße – eine Eingrünung vorzunehmen. Dem Vorschlag werde nicht gefolgt, „da das Plangebiet durch die vorhandenen Gehölzstrukturen ausreichend eingegrünt ist“.

Zudem kam, so Geelhaar, die Anmerkung, dass Teile des Gebietes als Wald einzustufen sind. Daraufhin sei ein Waldgutachten erstellt worden. Laut der Planerin ist der vorhandene Baumbestand auf einer Fläche von 2 000 Quadratmetern als Wald einzustufen. „Es wurde ein Kompensationsverhältnis von 1,2 angesetzt. Somit ist eine Fläche von 2 400 Quadratmetern Wald zu ersetzen.“ Die Planunterlagen seien entsprechend ergänzt worden.

Grüne stimmen gegen den Beschlussvorschlag

„Das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege hat darauf hingewiesen, dass es sich bei dem Plangebiet um eine archäologische Verdachtsfläche handelt und dort im Vorfeld der Baumaßnahmen entsprechende Prospektionen vorzunehmen sind“, so Geelhaar.

Sabine Schütte (FDP) wollte wissen, ob auf dem Areal Parkplätze oder ein kleiner Wendehammer für Besucher vorgesehen sind, damit sie nicht auf einem fremden Grundstück wenden müssen. Eine Wendeanlage sei nicht vorgesehen. Die Autofahrer müssten demnach auf den Grundstücken wenden, erklärte Bauamtsleiter Uwe Kläner. „Das ist ein Nachteil, aber das weiß der Käufer des Grundstücks.“

Letztendlich stimmte Dirk Orth (Grüne) dem Beschlussvorschlag nicht zu. „Wir haben den Wunsch, das vorhandene Gebäude zu erhalten, weil da dringend benötigter Mietwohnraum drin ist und wir die regiotypische Architektur des Gebäudes in der Gemeinde erhalten wollen“, begründete er. Zudem habe er Bedenken, was den Naturschutz betrifft.

Rudi Zingler (SPD), stimmte zwar dafür, aber sagte auch: „Wir hatten uns ursprünglich ebenso gegen den Abriss des Gebäudes entschieden, aber nichtsdestotrotz werden wir diesen B-Plan weiter verfolgen und auch zustimmen.“  

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