Großes Interesse an Nabu-Exkursion zum Thema Insekten

App hilft bei der Bestimmung

Fingerhut sei eine wertvolle Nahrungsquelle für Insekten, erfuhren die Teilnehmer. Foto: Büttner
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Fingerhut sei eine wertvolle Nahrungsquelle für Insekten, erfuhren die Teilnehmer.

Dötlingen - Von Tamino Büttner. Seit Ende Mai sind naturkundliche Bildungsangebote wieder erlaubt. Die Nabu-Ortsgruppe Dötlingen-Wildeshausen nutzte diese Lockerung von den pandemiebedingten Beschränkungen am Sonntag für eine Exkursion in der Gemeinde Dötlingen. Die Teilnehmerzahl war auf 20 Personen beschränkt. „Und der Termin bereits Mitte der Woche überbucht“, verriet Nabu-Ortsgruppensprecher Wolfgang Pohl aus Wildeshausen. Interessierte kamen auch aus Ganderkesee, Delmenhorst und Huntlosen.

Sandra Bischoff vom Nabu Oldenburger Land wunderte die gute Resonanz nicht. Die Menschen hätten zuletzt mehr Zeit im eigenen Garten verbracht. „Nun wollen viele wissen, was dort lebt.“

Bischoff weiter: „Zu unserem Projekt gehören auch Gartenberatungen, die meine Kollegin Silke Kreusel aktuell durchführt.“ Die 120 Beratungen für Gartenbesitzer seien bereits ebenso erreicht wie solche für Firmen, die ihre Flächen insektenfreundlicher anlegen wollen.

Zurück zur Exkursion: Nach der Einleitung schnappte sich Bischoff einen Kescher und zog mit der Gruppe los. Das Gelände der Zerhusens bot eine prächtige Vielfalt an Pflanzen und Stauden. Vor einigen Jahren erwarb die Familie die Fläche und schuf über die Schafbeweidung mehr Diversität. So setzte sich dort beispielsweise der Wiesensalbei durch. „Wir sehen hier auch Fingerhut und Rittersporn. Beide sind gut für Insekten geeignet“, erläuterte Bischoff.

Der Nabu empfiehlt besonders heimische Pflanzen, die nicht viel Dünger brauchen. „Die heimischen Pflanzen und Insekten kennen sich“, betonte die Naturschützerin. Jeder Exkursionsteilnehmer konnte die Krabbeltiere mit einer Becherlupe genauer betrachten. Die Exkursionsleiterin verstand es, die Motivation anzufachen: Wer einen Käfer finde, dürfe eine Becherlupe mit nach Hause nehmen. Eine Vielfalt an Holz- und Steinhaufen biete „Insekten im eigenen Garten einen guten Lebensraum“; wer die Lücken der Steinhaufen mit Sand fülle, habe gute Chancen, „auf die kleinste Biene zu treffen“, erfuhren die Teilnehmer: Die Furchenbiene finde ihren Lebensraum auch in Pflasterfugen. Sie werde häufig mit der Ameise verwechselt.

Nebenbei gab es während der Exkursion spannende Tipps für den eigenen Garten. Für die Artenbestimmung erwies sich indes die Nabu-App „Insektenwelt“ auf dem Smartphone als vorteilhaft: Abrufbar sind die 122 häufigsten Insekten, darunter Käfer und Wanzen, Schmetterlinge, Libellen, Hummeln, Bienen, Wespen, Hornissen, Grashüpfer und Fliegen. Wer schnell beim „Knipsen“ ist, kann auch die Fotoerkennung der App nutzen.

Jeder Interessierte kann übrigens vom 31. Juli bis zum 9. August am „Insektensommer“ teilnehmen: Dabei haben die Smartphone-Nutzer die Möglichkeit, beobachtete Insektenarten direkt über die App zu melden und so den Naturschützern bei der Bestandskontrolle zu helfen.

Das Nabu-Projekt „Insekten retten!“ läuft noch bis Februar 2021.

Weitere Infos unter: www.nabu-oldenburg.org/wir-über-uns/nabu-stiftung/insekten-retten/

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