„Fossile Brennstoffe müssen ersetzt werden“

Antje Oltmanns erzählt im Interview unter anderem, wie sie den Klimaschutz vorantreiben will

Tritt in 27 Tagen ihr Amt als Bürgermeistern an: Antje Oltmanns aus Großenkneten.
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Tritt in 27 Tagen ihr Amt als Bürgermeistern an: Antje Oltmanns aus Großenkneten.

Dötlingen – In 27 Tagen ist es so weit: Am 1. November tritt die gewählte Bürgermeister der Gemeinde Dötlingen, Antje Oltmanns, ihr Amt an. Im Interview erzählt die 53-Jährige unter anderem, mit welchem Fortbewegungsmittel sie künftig ins Rathaus nach Neerstedt kommt und wie wichtig der Klimaschutz für sie ist.

Frau Oltmanns, der neue Gemeinderat wird sich ab November aus neun Männern und neun Frauen zusammensetzen. Da Sie auch dazu zählen, werden es sogar mehr Frauen als Männer sein. Was sagen Sie dazu, dass der neue Rat weiblicher sein wird als der bisherige?

Ich freue mich sehr, dass die Gemeinde Dötlingen im kreisweiten Vergleich so gut aufgestellt ist. Grundsätzlich finde ich es bedauerlich, dass wir vielerorts immer noch weit entfernt sind von einer annähernd paritätischen Besetzung der Parlamente. Dass genauso viele Frauen wie Männer in den Räten vertreten sind, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Dieses gilt auch für die gleiche Teilhabe von jungen und älteren Menschen in den politischen Gremien, denn auch die jungen Leute dürften meiner Meinung nach gerne mehr mitreden und mitbestimmen. Eine gesunde Mischung macht es.

Der recht hohe Anteil von Frauen im Dötlinger Gemeinderat war auch in der Vergangenheit schon gegeben. Neben einer weiblichen Ratsvorsitzenden gab es zuletzt bereits zwei stellvertretende Bürgermeisterinnen. Hierzu habe ich viel positives Feedback erfahren. Ich hoffe, dass die Gemeinde Dötlingen auch in der Zukunft so gut aufgestellt und damit auch in diesem Punkt echte „Vorzeigegemeinde“ bleibt.

Wie möchten Sie den Klimaschutz in der Kommune vorantreiben?

Der Klimaschutz und die Energiewende gehören zu den größten Herausforderungen unserer Zeit, denen wir uns stellen müssen. Um konkrete Ansätze für die nachhaltige Entwicklung der Gemeinde festzulegen, soll eine Gemeindeentwicklungsplanung aufgestellt werden. Zunächst sind einzelne Themenbereiche festzulegen, die näher untersucht werden sollen. Klima- und Umweltschutz werden dabei eine wichtige Rolle spielen.

Bekanntlich haben Haushalte einen sehr großen Anteil am Energieverbrauch, nämlich für Heizung, Strom und Warmwasser. Damit die Energiewende gelingt, brauchen wir also auch eine „Wärmewende“. Fossile Brennstoffe müssen nach und nach ersetzt werden. Es muss geklärt werden, wie sozial verträgliche und bezahlbare Lösungen aussehen. Vor Ort müssen wir die Bürgerinnen und Bürger besser über öffentliche Fördermöglichkeiten informieren und gute Lösungen aufzeigen.

Auch in puncto Mobilität müssen wir umdenken. Damit Menschen auf E-Autos umsteigen, brauchen wir öffentliche Ladestationen vor Ort. Weiter sind wir gefordert, örtliche Mobilitätsangebote zu ergänzen und intelligenter zu vernetzen. Ich werde mich deshalb für ein modernes Radwegenetz, E-Ladestationen für E-Bikes sowie sichere Abstellmöglichkeiten an Bus- und Bahnstationen einsetzen.

Welche Frau, die in der Öffentlichkeit steht, ist ihr Vorbild?

Im Laufe meiner langjährigen Berufserfahrung habe ich unzählige Frauen kennenlernen dürfen, die (auch für mich) tolle Vorbilder waren. Einzelne hervorzuheben, wäre nicht angebracht. Auf Bundesebene und auch auf der internationalen Bühne ist aber ganz sicher unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel zu nennen. Eine sehr intelligente Frau, die über viele Jahrzehnte völlig selbstlos dem Staat und dem Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger Deutschlands gedient hat.

Wie werden Sie künftig zu Ihrem neuen Arbeitsplatz kommen? Mit dem Fahrrad oder dem Auto (Elektroauto eventuell)?

Da der arbeitstechnische und auch zeitliche Aufwand des Amtes der Bürgermeisterin sehr umfassend ist, plane ich, die Fahrten zunächst regelmäßig mit meinem Auto zurückzulegen. Längerfristig gesehen wäre ein Elektroauto aus Klimaschutzgründen wünschenswert. Das (bereits vorhandene) E-Bike werde ich nutzen, wenn meine Zeit dieses zulässt.

Das interkommunale Gewerbegebiet in Hockensberg stößt auf viel Kritik. Welche Chancen bietet der Gewerbepark aus Ihrer Sicht für die Kommune und für den gesamten Landkreis?

Um die Gemeinde und die Region auch in der Zukunft weiterhin lebens- und liebenswert zu halten, bedarf es – auch zur Erzielung künftiger Einnahmen – einer nachhaltigen Wirtschaftsförderung. Mit der Realisierung des interkommunalen Gewerbegebietes „A 1-Interkommunaler Gewerbepark Wildeshausen Nord“ wird dem dringenden Bedarf an Gewerbeflächen Rechnung getragen. Wichtig ist, die richtigen Entscheidungen bei der Auswahl der sich ansiedelnden Unternehmen zu treffen und dabei auch örtlichen Firmen die Chance für eine Entwicklung zu geben. Dabei möchte ich sie bestmöglich unterstützen.

Der Edeka-Markt in Neerstedt ist der einzige Lebensmittel-Vollsortimenter in der Gemeinde Dötlingen. Viele Bürgerinnen und Bürger müssen für den Einkauf daher eine weite Strecke mit dem Auto zurücklegen. Wie möchten Sie das Problem angehen?

Die Lebensmittelversorgung und auch die Parkmöglichkeiten bei dem Lebensmittelmarkt in Neerstedt müssen dringend verbessert werden, wenngleich Einkaufsmöglichkeiten und regionale Vermarkter auch in den kleineren Dörfern zu finden sind. Hierzu werde ich mir zunächst einmal selbst ein Bild machen, bereits vorhandene Ideen und Ansätze eruieren, mit den betreffenden Personen und Unternehmen sprechen, um dann eine gemeinsame Lösung zu finden.

Gibt es eine Aufgabe, auf die Sie sich ganz besonders freuen?

Ich freue mich sehr darauf, meine künftigen Kolleginnen und Kollegen im Rathaus kennenzulernen und auch das Zusammenfinden des neuen Gemeinderates nach der Konstituierung vom ersten Tag an zu begleiten.

Eine bürgerfreundliche und starke Verwaltung liegt mir besonders am Herzen, da ein gutes Team das Kernelement einer funktionalen, effizienten und bürgerfreundlichen Verwaltung darstellt. Ich freue mich besonders, im Rahmen der Repräsentationsaufgaben die Vereine, Institutionen sowie die Bürgerinnen und Bürger noch besser kennenzulernen.

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