Anika Meyer könnte technische Ortung in Katastrophen-Gebiet unterstützen

Nepal-Einsatz: Brettorferin steht auf Abruf bereit

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Die Brettorferin Anika Meyer (l.) mit ihrer Riesenschnauzerhündin Feli und einer Staffelkollegin beim „Trümmertraining“.

Brettorf - Von Tanja Schneider. Anika Meyer sitzt auf gepackten Koffern. Jede Minute kann ihr Telefon klingeln und die Einsatzorder kommen. Dann würde die Brettorferin in einer zweiten Gruppe des Katastrophenschutz-Vereins @fire in Richtung Nepal aufbrechen, wo nach dem Erdbeben, das am Sonnabend die Region erschüttert hat, noch zahlreiche Menschen vermisst werden. „Das erste Team ist gerade erst angekommen und beginnt nun mit der Arbeit“, berichtete Meyer unserer Zeitung. Es müsse sich nun zeigen, ob die Anreise einer weiteren Gruppe Sinn mache.

Mittlerweile ist die internationale Hilfe voll angelaufen. Ärzteteams sind zur Versorgung der Verletzten vor Ort, Rettungskräfte aus allen möglichen Ländern suchen nach Verschütteten. „Dabei sind die ersten 96 Stunden entscheidend“, weiß Meyer. Länger könne ein Mensch kaum ohne Flüssigkeit auskommen.

Die Brettorferin gehört seit 2013 der Hilfsorganisation @fire an und verfolgt momentan ganz genau die Situation in Nepal, speziell die Berichte ihrer sechs Kollegen. Diese waren bereits am Sonntagabend mit zwei Rettungshunden von Frankfurt am Main über Delhi (Indien) in die nepalesische Hauptstadt Kathmandu gereist, wo sie am Montag gegen 23 Uhr gelandet sind. Am Dienstag erkundeten sie im Auftrag der OCHA (UN-Nothilfekoordination) ein Gebiet zehn Kilometer nordöstlich des Flughafens.

Sollte Meyer kurzfristig nach Nepal fliegen, würde sie dort die technische Ortung unterstützen, sich mit Messgeräten und speziellen Kameras auf die Suche nach Vermissten machen. „Die erste Gruppe hat das Equipment bereits mitgenommen“, so Meyer. Mit leichtem Gepäck würde sie dennoch nicht reisen. Neben den persönlichen Sachen müssten unter anderem Helm, Handschuhe und Sicherheitsstiefel mit.

Auch wenn die Brettorferin seit rund zehn Jahren Rettungshundeführerin ist, ihre Vierbeiner würden zu Hause bleiben. „Der eine Hund ist schon in Rente, und der andere ist mit seinen anderthalb Jahren nicht nur recht jung, er hat auch die notwendige Prüfung noch nicht absolviert“, berichtet die 28-Jährige, die 2006 beim THW Lohne mit ihrer ehrenamtlichen Rettungstätigkeit begonnen hat. Durch ihren Beitritt bei @fire lernte sie Lars Prößler kennen, Ortsbrandmeister und Rettungshundeführer der Feuerwehr Lemwerder, der mit „Pollux“ am Sonntag nach Nepal geflogen ist. Der Kontakt hatte vor einem Jahr einen Wechsel von Lohne zur RHOT (Rettungshunde-Ortungstechnik) Lemwerder zur Folge. Dort sowie auch über @fire wurde Meyer gezielt für Einsätze in Katastrophen-Gebieten wie Nepal vorbereitet. Trotzdem ist der Brettorferin etwas mulmig zumute. „Denn dies wäre mein erster Auslands-Einsatz“, sagt sie. Und ganz ungefährlich sei die dortige Arbeit vor allem aufgrund der Nachbeben ja auch nicht. Helfen möchte sie aber unbedingt. Dafür sei sie schließlich ausgebildet.

Bei allen Vorbereitungen und der Beobachtung der aktuellen Lage versucht Meyer derzeit, weiterhin ganz normal ihrer Arbeit als Bürokauffrau in einer Dachdeckerei und nebenberuflich als selbstständige Tierphysiotherapeutin nachzugehen. „Denn sollte ich doch fliegen, muss mein Arbeitgeber ohnehin schon auf mich verzichten“, sagt Meyer, die für den Einsatz einen Teil ihrer Urlaubstage opfern würde.

Im Internet finden Interessierte weitere Informationen zur Hilfsorganisation @fire sowie Angaben zum Spendenkonto für die Unterstützung der Arbeit.

www.at-fire.de

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