Stauberater warnen vor zu viel Stress

Entspannt in den Urlaub: Das raten Experten

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An der Raststätte Wildeshausen an der A1 in Richtung Hamburg standen die ADAC-Stauberater Nele Freudenberg und Arne Kieselhorst gestressten Urlaubern zur Seite.

Dötlingen/Wildeshausen - Von Anja Nosthoff. „Wenn die Sommerferien in Niedersachsen und in Nordrhein-Westfalen beginnen, dann ist für uns Hochsaison“, sagt Stauberater Arne Kieselbach. Wie schon vor zwei Wochen, zum Startschuss der Schulferien in Niedersachsen, hielt er sich am Sonnabend am ADAC-Infostand auf der Rastanlage Wildeshausen an der A1, Richtung Hamburg, auf. Gemeinsam mit seiner Kollegin Nele Freudenberg stand er dort bereit, um gestressten Autofahrern Tipps für den entspanntesten Weg in den Urlaub zu geben.

Die Raststätte Wildeshausen habe sich für die Stauberater schon oft als strategisch günstiger Punkt erwiesen. „Viele Urlauber aus NRW, die zur Nord- oder Ostsee wollen, legen hier ihre erste Pause ein“, weiß Kieselbach.

Bereits um 8 Uhr bauten die Stauberater ihren Stand auf der Rastanlage auf. Denn aus Erfahrung wissen sie: Schon vormittags kommt der erste Schwung Urlauber an. „Oft ist es hier am Ferienbeginn von 9 bis 10 Uhr sogar am vollsten“, berichtete Kieselhorst. Das habe sich auch an diesem Wochenende wieder bewiesen.

Junge Familien starten besonders früh

Früh morgens seien vor allem junge Familien unterwegs. „Meist sind junge Leute auf dem Weg in den Urlaub viel gestresster als ältere Herrschaften“, hat Kieselbach festgestellt. Viele fahren früh los, um den ersten Tag am Urlaubsort zumindest zur Hälfte noch auskosten zu können. Pünktlich zum Bettenwechsel wolle man in der Ferienwohnung sein. „Besonders Familienväter legen großen Wert aufs Ankommen – um zu vermeiden, dass Kinder während der Autofahrt quengelig werden“, erläuterte Kieselbach.

Ältere Paare brächten meist mehr Zeit für die Autofahrt mit. „Die sehen das entspannter. Diese Art Urlauber kümmert ein Zeitverlust nicht so sehr. Bei Stauwarnungen lassen sie sich auch gerne auf den etwas längeren Weg über Land schicken, um die Landschaft genießen zu können, statt sich auf der vermeintlich schnellsten Route von Stau zu Stau zu hangeln.“

Viele Autofahrer seien im heutigen Zeitalter der Elektronik so ausgestattet, dass sie über Staus auf ihrer Strecke informiert sind. „Allerdings haben die meisten Navis die gleiche Grundeinstellung. Für gewöhnlich schicken die Geräte die Autofahrer viel zu früh von der Autobahn, um einen Stau zu umfahren. Da alle Navis das tun, kommt es auch auf den Umleitungsstrecken oft zu einem Verkehrschaos“, so Kieselbach. Der ADAC rate im Allgemeinen dazu, einen Stau erst ab zehn Kilometern zu umfahren. „Über Land verliert man Zeit durch Ampeln und Ortschaften“, weiß Kieselbach. Wer von vornherein Zeit mitbringe, könne dagegen von einer Fahrt über Land profitieren und dabei Kilometer gut machen.

Zum Mittag hin wird es eng

Je näher es gegen Mittag rückte, desto mehr verfärbte sich auf der ADAC-App, die den Stauberatern als Grundlage diente, der Bereich rund ums „Nadelöhr Hamburg“. „Da müssen nun mal fast alle durch. Der Weg durch die Großstadt anstatt über die Autobahnen ist in diesem Fall natürlich keine Option“, betonte Kieselbach. Eine Alternativmöglichkeit sei die Elbfähre bei Wischhafen-Glücksstadt, doch auch da sei mit Wartezeiten zu rechnen.

„Gegen Mittag trifft sich alles, was von unten kommt und zur Küste will, im Bereich Hamburg“, verriet Kieselbach. Sowohl auf der A1 als auch auf der A7 werde es erfahrungsgemäß voll. „Ein Autofahrer wollte nach Lütjenburg im Norden – genau zwischen den beiden Autobahnen. Einen Ratschlag, welche er nehmen solle, konnte ich ihm nicht geben“, gesteht Kieselbach. „Da tauscht man Not gegen Elend“, musste er dem Urlauber seine Illusionen nehmen. Vielmehr lautete die Empfehlung der Stauberater, hinter Hamburg in Bargteheide abzufahren und die entspanntere und – von den Kilometern her – kürzere Fahrt über Land zu genießen.

Kieselbach ist als einer von zwei Stauberatern im Bereich Weser-Ems von Mai bis September mit dem Motorrad unterwegs, um gestressten Autofahrern dort, wo es nötig ist, zur Seite zu stehen. In Wildeshausen sah es am frühen Nachmittag noch gut aus: Hohes Verkehrsaufkommen, doch trotz Baustelle kein Stau. „Meist entspannt es sich hier erst am späten Nachmittag und gegen Abend“, so Kieselbach.

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