Angebote zur Integration von Asylsuchenden/„Näh-Treff“ am 21. September

Dötlingen baut Willkommenskultur aus

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Die Feuerwehr Neerstedt kickte schon am Dienstag mit den Flüchtlingen auf dem Sportplatz.

Neerstedt - Von Tanja Schneider. Neben der Unterbringung von Asylsuchenden (wir berichteten) ging es während der Sitzung des Jugend-, Sport- und Sozialausschusses am Donnerstagabend auch um die Integration der Flüchtlinge. „Da sind wir ganz gut unterwegs. Es ist ja ein umfangreiches Netzwerk entstanden“, sagte Bürgermeister Ralf Spille. Die bisherigen Aktivitäten zum Aufbau einer Willkommenskultur und zur Förderung der Integration müssten aber weitergeführt und intensiviert werden. Und genau dies geschieht derzeit in der Gemeinde.

Über die Details informierte Sozialamtsleiterin Elke Brunotte den Ausschuss. „Einiges ist im Laufe der vergangenen Woche und der letzten Tagen entstanden, als ein Ruck der Hilfsbereitschaft durch Deutschland ging – und auch durch die Gemeinde“, freute sie sich. So laufen in der Arbeitsgruppe „Integration“ derzeit die Vorbereitungen für ein zweites Begegnungstreffen, das für den 19. September im Neerstedter Gemeindezentrum geplant ist. „Momentan überlegen wir, ob wir kurzfristig auch einen kleinen Fahrradkursus organisiert bekommen, um den Asylsuchenden in diesem Zuge ein paar Verkehrsregeln zu vermitteln“, berichtete sie.

Auch einen Treffpunkt für alle interessierten Frauen soll es nun geben. Als erster Termin steht der 21. September, ebenfalls im Gemeindezentrum, fest. Unter dem Titel „Nähstube“ sollen Einwohner und Flüchtlinge Kontakte knüpfen. „Zudem haben die Asylsuchenden die Möglichkeit, Sachen zu nähen, die nicht zur Grundausstattung einer Asylunterkunft gehören, zum Beispiel Gardinen“, erklärte Brunotte. Vier Nähmaschinen stünden bereits zur Verfügung. Los geht es um 14.30 Uhr. Eventuelle sprachliche Barrieren bereiten der Sozialamtsleiterin momentan kein Kopfzerbrechen. „Ich denke, dass das gemeinsame Tun ein Weg zum Kennenlernen ist.“

Das zeige sich auch beim Thema „Integration durch Sport“. Gespräche habe es bereits mit allen Vereinen gegeben. „Wir wollen die Angebote nun zusammentragen“, so Brunotte. Neben Ideen gab es auch schon die ersten Treffen. So hatte der TV Brettorf die Sudanesen, die seit Januar 2014 im Brettorfer Bahnhofsgebäude leben, Anfang des Monats eingeladen, sie über Sportarten informiert und die Örtlichkeiten gezeigt. Angetan waren die Asylsuchenden vor allem vom Fitnessraum. „Hier soll es bald einen Termin geben, bei dem der Umgang mit den Geräten erklärt wird“, sagte Brunotte. Mit Faustball hätten die Sudanesen nicht so viel anfangen können. Das Herz schlage eher für den Fußball. „Zufällig war an dem Tag gerade die Sportgruppe der Feuerwehr da und kickte, sie lud spontan zum Mitmachen ein“, berichtete sie weiter. Am Dienstag trafen sich sechs der Flüchtlinge dann mit 20 Feuerwehrleuten zum Fußballspielen auf dem Neerstedter Sportplatz. Einer Wiederholung stünde nichts im Weg.

Zur Verbesserung der Kommunikation sind zudem Sprachkurse vor Ort in Planung. „Drei Ehrenamtliche haben sich hierfür angeboten“, erzählte Brunotte. Neben einem Grundlagen- könnte es auch einen Aufbaukursus geben. Daneben nehmen auch Flüchtlinge aus der Gemeinde an den VHS-Kursen teil. Der nächste startet am Montag. „Wir haben fünf Teilnehmer“, berichtete die Sozialamtsleiterin. Für weitere Ideen zur Integration der Asylsuchenden sei der Arbeitskreis dankbar. „Jeder Hinweis ist willkommen“, so Brunotte.

Sie ging am Donnerstagabend auch noch auf das Thema „Patenschaften“ ein. Bekanntlich gibt es für jede Unterkunft einen Paten, der den Asylsuchenden hilft, sich zurechtzufinden. Für sie gibt es am 20. Oktober ein Treffen. Dann geht es um das Thema „Seelsorge“. Laut Brunotte haben sich Pastorin Susanne Schymanitz und Pastor i.R. Manfred Rose angeboten, die Paten seelsorgerisch zu unterstützen. Denn teilweise würden sie mit Schicksalen konfrontiert, die durchaus unter die Haut gingen.

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