Spender und Stiftung nehmen Abstand

Andauernde Kritik „begräbt“ Kulturpavillon

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Die Dötlingen Stiftung wollte den Kulturpavillon als ihr drittes Projekt nach der Sanierung des Heuerhauses sowie der Restaurierung der Müller-vom-Siel-Kate realisieren. Geplant war ein achteckiges Gebäude mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten.

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Die geplante kulturelle Begegnungsstätte in Dötlingen ist „gestorben“: Der Sponsor Detlef Knechtel und die Dötlingen Stiftung werden das Vorhaben „Kulturpavillon“ nicht weiterverfolgen.

„Die Entscheidung, von diesem Projekt Abstand zu nehmen, wurde vom Spender aufgrund der andauernden massiven und persönlichen Kritik seitens der Mitglieder der Initiative ,Aktive Bürgerbeteiligung Jetzt‘ getroffen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung.

Bekanntlich wollte der 96-jährige Knechtel der Stiftung 1,5 Millionen Euro für die Errichtung eines Pavillons überlassen, in dem kulturelle Veranstaltungen für alle angedacht waren. Gemäß eines Ratsbeschlusses sollte die Stiftung hierfür ein Grundstück der Gemeinde erhalten. 

Das angedachte Areal im Dorfgarten stieß auf Widerstand. Es gründete sich eine Bürgerinitiative, die nicht nur Unterschriften gegen den Standort und das Vorhaben an sich sammelte, sondern bei der Umsetzung des Projektes mitentscheiden wollte. Die Verantwortlichen forderten zuletzt unter anderem einen nicht ortsbildprägenden Standort sowie eine andere Gestaltung des Gebäudes.

Reißleine gezogen

Wegen der andauernden Querelen ziehen der Spender und die Stiftung nun die Reißleine. Letztere bedankt sich bei Knechtel und seiner Partnerin Katharina Sommer „für die großzügige Spendenbereitschaft und die Geduld in Anbetracht der oft persönlichen Kritik, die in den vergangenen Monaten ertragen werden musste“. Knechtel habe der Stiftung zugesichert, auch zukünftig Projekte zu unterstützen, wobei ihm der Frieden im Dorf sehr wichtig sei.

Spender und Stiftung bedanken sich in diesem Zusammenhang bei allen Bürgern, Politikern und Mitarbeitern der Verwaltung, die „das Projekt bis zuletzt positiv begleitet haben“.

Nach Überzeugung der Stiftung, deren ehrenamtliche Mitglieder viel Engagement und Zeit in das Vorhaben investiert hatten, wäre der Kulturpavillon für die Gemeinde Dötlingen und das Golddorf eine großartige Chance für eine positive und zukunftsweisende Weiterentwicklung gewesen – auch in Anlehnung an die so erfolgreiche Teilnahme an dem Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Ähnlich äußerte sich am Donnerstag Bürgermeister Ralf Spille, der sein Bedauern ausdrückte: „Dötlingen vergibt damit eine große Chance“, sagte er.

Harald Meyer vom Stiftungs-Beirat zeigte sich enttäuscht, dass das Projekt nicht realisiert wird. „Wir hatten wirklich gute Ideen, das Gebäude mit Leben zu füllen“, sagte er angesichts des ursprünglichen Zieles, eine Begegnungsstätte zu schaffen, in der Kultur für alle angeboten wird. Neben Ausstellungen, Lesungen, Konzerten und Kabarett sowie Theater für jede Altersklasse waren Workshops, Projektarbeiten, Veranstaltungen örtlicher Vereine und standesamtliche Trauungen angedacht. Zudem sollte die Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen forciert werden. „Schade, dass daraus nichts wird“, sagte Meyer.

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