Ausschuss für Infrastruktur und Energie spricht sich für sechsmonatige Testphase aus

Am Neerstedter Rathaus sein Auto laden

Könnte künftig jedermann nutzen: die Wallbox am Rathaus in Neerstedt – zumindest für sechs Monate.
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Könnte künftig jedermann nutzen: die Wallbox am Rathaus in Neerstedt – zumindest für sechs Monate.

Neerstedt – Eine öffentliche Ladestation für E-Autos am Neerstedter Rathaus? Einstimmig sprach sich der Ausschuss für Infrastruktur und Energie während seiner jüngsten Sitzung dafür aus, dass die zweite Wallbox beim Rathaus versuchshalber für einen Zeitraum von sechs Monaten für die Öffentlichkeit freigegeben wird.

Grundlage dieses Beschlusses bildete ein Antrag, den die Dötlinger CDU-Fraktion bereits im Sommer gestellt hatte. In diesem wünschten sich die Christdemokraten eine Verbesserung der Lade-Infrastruktur in der Gemeinde Dötlingen. E-Fahrzeuge leisteten einen wichtigen Beitrag zur Senkung von Co2-Emissionen und zur Erreichung der Klimaschutzziele. Die CDU hatte die Errichtung einer weiteren öffentlichen (Mehrfach-) Ladestation für E-Autos und E-Bikes im Gemeindegebiet beantragt. Als Standort schlug sie den Parkplatz bei der Raiffeisen-Genossenschaft am Bahnhof Brettorf vor. „Zu der Zeit hätten wir Fördergelder in Anspruch nehmen können“, sagte Ausschussvorsitzende Beate Wilke (CDU).

Der Arbeitskreis „Energieeffizientes Dötlingen“ hatte sich dann dem Thema angenommen. Tönjes Itgen von der EWE stellte dem Arbeitskreis die Fördermöglichkeiten der Ladesäulen für Elektroautos vor. Die EWE Go biete Lösungen und Produkte rund um die Elektromobilität für Unternehmen und Privatleute. Nach Aussage von Itgen hat das Unternehmen bundesweit bisher 2 000 Ladepunkte (das entspricht 1000 Ladesäulen) installiert. „Im Sortiment sind sowohl die öffentlichen Ladesäulen als auch Wallboxen“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Gemeinde benötigt nur eine der beiden Wallboxen

Weiter stellte Itgen die Standortanalyse zu möglichen E-Ladepunkten vor. Darin seien mehrere Kriterien – wie beispielsweise die Wohnverhältnisse der Bürger – eingeflossen. Insgesamt stellen die beiden Standorte (Bahnhof Brettorf und die Hauptstraße 15 in Neerstedt) eine befriedigende Auswahlmöglichkeit dar. Am Bahnhof ist laut des Fachmanns der Nachteil, dass dort Pendler die beiden Ladesäulen den ganzen Tag besetzen und vermutlich wenig potenzielle Nutzer erreichen könnten. „Sollten am Bahnhof Ladesäulen aufgestellt werden, wäre hier die Lösung bei nachfragendem Bedarf eine höhere Anzahl von Ladepunkten mit vier, sechs oder acht öffentlichen Wallboxen“, heißt es in der Vorlage.

In Neerstedt liegt der Standort gegenüber dem Edeka-Markt. Mit dem Betreiber solle das Gespräch gesucht werden, ob er Interesse hat, Ladepunkte aufzubauen. „Im Zuge dessen sollte auch mit der Firma Garms in Aschenstedt über einen möglichen Aufbau von Ladestationen für E-Autos gesprochen werden.“ Dort seien zum einen viele Arbeitsplätze vorhanden und zum anderen herrsche dort viel Kundenverkehr, nennt Bauamtsleiter Uwe Kläner die Vorteile. Generell kämen eher Bereiche infrage, wo mit einer längeren Verweildauer zu rechnen sei – wie beispielsweise Bildungs- oder Sporteinrichtungen.

Der Arbeitskreis nannte mehrere Vorschläge: In Dötlingen sei im Bereich der Grundschule, des Kindergartens und der Turnhalle, in Neerstedt unter anderem bei der Grundschule sowie dem Haus der Generationen und in Brettorf nahe der Feuerwehr, dem Kindergarten und dem Haus der Vereine mit einer längeren Verweildauer zu rechnen. Laut Gemeindeverwaltung werden die meisten Bürger mit E-Autos eigene Wallboxen zu Hause installiert haben, sodass fraglich sei, wer diese Ladestationen tatsächlich nutzen wird. Zudem werden bei der Herstellung einer E-Ladesäule jährliche Kosten entstehen. Darüber hinaus müsse die Haushaltslage der Gemeinde weiter betrachtet werden.

Sechsmonatige Testphase

Im Zuge des Förderprojektes „Nachhaltige Mobilität – Nutzung von Bürgerautos im Landkreis Oldenburg“ wurden beim Rathaus zwei Wallboxen eingebaut, von der jedoch nur eine für das E-Auto der Gemeinde benötigt werde, so Kläner. Die zweite Wallbox könne daher öffentlich genutzt werden. Es fehle jedoch ein Abrechnungssystem, sodass die Kommune den Strom für die Bürger bezahlen oder es umgerüstet werden müsste. Die Kosten für die Umrüstung belaufen sich laut Vorlage auf etwa 8 000 bis 10 000 Euro.

Die Mitglieder des Arbeitskreises sprachen sich dafür aus, dass ein Testlauf von zwei Monaten gestartet werden sollte, um zu überprüfen, ob und wie oft die E-Lademöglichkeit beim Rathaus angenommen wird. Jörg Lüschen und Beate Wilke (beide CDU) fanden, dass acht Wochen zu wenig sind. Letztendlich sprach sich das Gremium für sechs Monate aus. Während der Probephase übernimmt die Gemeinde die Stromkosten. Zur Benutzung müssten allerdings einige Regeln aufgestellt werden, etwa, ob das Laden nur während der Öffnungszeiten des Rathauses möglich ist. „Nach dieser Versuchsphase ist insbesondere darüber zu entscheiden, ob und wie dieses Angebot weiter zur Verfügung gestellt werden soll“, heißt es.

Einstimmig empfahl der Ausschuss, dass das E-Ladestationsangebot in der Gemeinde im Rahmen eines Contracting-Modells der EWE Go erweitert wird. Als Standorte werden die Feuerwehr, Grundschule, der Kindergarten oder die Sporthalle in einem der Ortsteile Neerstedt, Dötlingen oder Brettorf vorgeschlagen.  

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