Brand- und Schallschutz muss erneuert werden  

Altonaer Schützen packen beim Umbau selber an

Den Umbau der Schießanlage haben Hans Mayer und weitere Mitglieder des SV Altona selbst geplant. - Fotos: Petzold

Altona - Von Phillip Petzold. Rund 24 000 Euro investiert der Schützenverein (SV) Altona in die Erneuerung seiner Schießanlagen. Die Maßnahmen sind notwendig, um geänderte Richtlinien zu erfüllen. Im Zuge der Arbeiten entstehen auch neue Schießstände.

Die Anträge, Gutachten und Pläne füllen mehrere Ordner – viel Vorbereitung erfordert es, ein sensibles Terrain wie eine Schießanlage zu modernisieren. Eigentlich sind gemäß der aktuellen Verordnung nur Änderungen beim Schall- und Brandschutz erforderlich. „Wenn wir aber schon am Reißen sind, erneuern wir auch gleich noch die Lüftungsanlagen, durch die die Geschossdämpfe abziehen“, sagte Hans Mayer, Vorsitzender des Vereins.

Die Mitglieder des SV machen alles in Eigenregie und auch die Umbaupläne haben sie selbst erstellt. An den Tagen, an denen gearbeitet wird, werkeln immer zwischen zehn und 25 Mitgliedern. „Die Arbeit machen hauptsächlich die Rentner“, sagte Mayer. Glücklicherweise seien im Verein alle Gewerke vertreten, sodass die für den Umbau erforderliche Kompetenz vorhanden ist. „Wir haben Tischler, Elektriker und Maurer“, freute sich Mayer.

So schlagen hauptsächlich die Materialkosten zu Buche. Dafür geht der Verein in Vorleistung. Zuschüsse durch den Kreissportbund, die Stadt Wildeshausen, die Gemeinde Dötlingen oder den Landkreis sind möglich. Wie hoch diese ausfallen, stellt sich erst nach dem Umbau heraus.

Notwendig ist die Aktion wegen Schießstandrichtlinien, die im Jahr 2012 erlassen wurden. „In der Woche vor Pfingsten hatten wir damals eine Überprüfung durch den Landkreis und einen Sachverständigen für zivile Schießstände“, berichtete Mayer. „Ein paar Monate später wurde die Richtlinie geändert.“ Aber erst einmal ohne Folgen für den SV Altona. Schießanlagen werden turnusgemäß alle vier Jahre überprüft. Bei der Inaugenscheinnahme im Mai wurde der Verein durch die Neuerungen überrascht.

700 Quadratmeter Holz sind in der Anlage verbaut, die den Brandschutzverordnungen nicht mehr genügen. Anstatt teure Schutzfarbe aufzutragen, installiert der Verein nun gleich Schallschutzplatten, die auch feuerhemmend sind.

„Wenn wir fertig sind, wird man richtig was merken“, prognostizierte Mayer. Dann sei der SV Altona der einzige Schützenverein im Landkreis, bei dem alles geschossen werden kann, was in der Sportordnung des deutschen Schützenbundes zu finden ist. Von Luftpistole bis hin zum Vorderlader mit Schwarzpulver. Dafür werden sogar zwei gesonderte Innenstände eingerichtet.

Im Bezug auf Schadstoffe wurde der Verein nicht bemängelt. „Ruß und Feinstaub werden aus der Luft gefiltert, die dann gereinigt nach Außen geführt wird“, erläuterte Mayer. Die Geschosse und Hülsen werden aufgefangen, gesammelt und zum recyceln gegeben. Das Geld, das der Verein dafür bekommt, steckt er in die Jugendarbeit.

Während der Arbeiten kann nicht geschossen werden. Der Luftgewehrstand soll zwar bald wieder nutzbar sein, doch die anderen Schützen müssen noch ein paar Monate auf Vereine in der Umgebung ausweichen. „Wenn alles glatt läuft, sind wir bis Mitte Januar fertig“, hofft Mayer.

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