Lohnunternehmen, Jäger, Imker und Gemeinde informieren Bürger im Dötlinger Dorfgarten über Flächen

Alles über Blühstreifen

Mit der Fräse wurde der Boden bearbeitet, sodass dieser anschließend in der Lage war, Saat aufzunehmen. - Fotos: bor

Dötlingen - Von Ove Bornholt. Imker, Jäger, die Gemeinde und ein Lohnunternehmen haben Besucher am Sonntag im Dötlinger Dorfgarten über Blühstreifen informiert. Viele nutzten das gute Wetter, um sich bei einem Spaziergang mit dem Thema vertraut zu machen.

Dabei kamen auch die Technik-Fans nicht zu kurz. Denn ein Mitarbeiter des Lohnunternehmens Kuhlmann aus Neerstedt zeigte, wie Blühstreifen angelegt werden. Erst zog er mit einem Schlepper eine Fräse über den Boden, die die Erde auflockerte. Im zweiten Arbeitsschritt wechselte er zu einer Drillkombination, die das Saatgut einbrachte, um den Bereich anschließend mit einer Walze einzuebnen.

Ein Vorgang, der mithilfe zweier Traktoren und der bereits montierten Arbeitsgeräte nur ein paar Minuten in Anspruch nahm, aber aus Vorführgründen auf mehreren Abschnitten ausgeführt wurde. So leicht kann es also gehen. Zur Begeisterung der umstehenden Naturfreunde.

Darunter war zum Beispiel Heinz Hollmann vom Imkerverein Wildeshausen. Der ältere Mann ist ein großer Anhänger von Blühstreifen. Teilweise funktionierten solche Abschnitte „sagenhaft“, sagte er. Und das sei wichtig, denn „die Natur ist einfach kaputt“, wie er etwas enttäuscht anmerkte. „Die Tiere brauchen Blühstreifen“, ist er überzeugt. Gemeinsam mit seinem Imker-Kollegen Götz Neuber informierte Hollmann die Besucher und brachte dabei auch noch so manches Glas Honig an den Mann. So schmeckt Naturschutz ja auch am besten.

Ein paar Meter weiter standen die Jäger Rede und Antwort. Der Leiter des Hegerings Dötlingen, Gunnar Boyens, informierte über gute Standorte für die Streifen, in denen Niederwild wie Hasen Deckung fände, Fasane ihre Küken großziehen könnten und Bienen sowie andere Insekten mehr Nahrung finden würden. Seit 2012 werden die Gebiete in der Gemeinde Dölingen ausgewiesen. Mit messbaren Ergebnissen tut Boyens sich schwer. Gefühlt seien aber mehr Hasen bei der Jagd zu sehen. „Und man hört öfter mal den Gockel schreien“, sagte er und meinte damit den Fasan. Er hätte gern mehr Flächen als die knapp zehn Hektar, die zurzeit in der Gemeinde ausgewiesen sind.

Auch die stellvertretende Leiterin des Bauamts, Marion Einemann, wünscht sich mehr Flächen, stellte aber fest: „Inzwischen ruft fast jede Woche ein Interessent an.“ An einer Wand zeigte sie mit Fotos und einer Karte, wo die aktuellen Blühstreifen in der Gemeinde liegen und wie sie gestaltet werden können.

Es sind klassische Ackerflächen dabei. Aber auch ein freier Platz im Wohngebiet, ein aufgegebener Weg und ein Streifen am Waldrand sind Teil des Programms. „Es ist besser, man tut wenigstens etwas als gar nichts“, sagte Einemann, die sich auch über kleine Grundstücke freut, die ihr gemeldet werden. Sie ist unter Telefon 04432/950134 und per E-Mail an marion.einemann@doetlingen.de erreichbar.

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