Nur Dötlinger ELW zum Einsatzort in Neerstedt gerufen / Ortswehr nachgefordert

Alarmierungs-Panne sorgt für verzögerte Rettung

Neben 36 Feuerwehrleuten waren auch der Rettungsdienst und die Polizei an den Kirchweg ausgerückt. - Foto: Wilgen

Neerstedt - Durch eine Panne bei der Alarmierung gab es am Sonnabend Verzögerungen bei der Rettung einer hilflosen Person in Neerstedt. Die Großleitstelle in Oldenburg hatte nicht die zuständige Ortswehr, sondern nur einen Teil der Einsatzkräfte der Dötlinger Feuerwehr gerufen.

Wie Jannis Wilgen, Pressewart der Feuerwehren in der Gemeinde mitteilt, hatte die Großleitstelle um 16.04 Uhr eine spezielle Schleife für den Dötlinger Einsatzleitwagen (ELW) alarmiert, wodurch nur bei einer bestimmten Gruppe die Funkmeldeempfänger auslösten. „Im Normalfall geschieht dies, wenn beispielsweise bei einem Einsatz der Brettorfer oder Neerstedter Wehr zur Koordinierung der Lage lediglich der ELW und nicht der gesamte Fuhrpark der Ortswehr Dötlingen erforderlich ist“, erläutert Wilgen.

Das Alarmstichwort am Sonnabend lautete „Hilflose Person in Wohnung“. Am Kirchweg in Neerstedt sollte die Feuerwehr eine Haustür öffnen, damit der Rettungsdienst den Patienten versorgen konnte. Eine Nachbarin hatte zuvor durch ein Fenster den Mann hilflos in seinem Badezimmer entdeckt.

Neben dem Dötlinger ELW rückten auch die Polizei sowie ein Wagen des Malteser Hilfsdienstes aus Wildeshausen an. Dass die eigentlich zuständige und nächstgelegene Ortsfeuerwehr aus Neerstedt nicht alarmiert worden war, erfuhren die Dötlinger Einsatzkräfte erst während ihrer Anfahrt auf Nachfrage per Funk. Der Leitstellendisponenten teilte mit, dass die Neerstedter vom Computersystem nicht berücksichtigt worden waren, so Wilgen. Sie seien darauf hin umgehend nachgefordert worden. Da war es 16.10 Uhr.

„Zwar trafen die Ehrenamtlichen aus Dötlingen gerade mal acht Minuten nach der Alarmierung und noch vor dem hauptamtlichen Rettungsdienst an der Einsatzstelle im Nachbarort ein, sie führten im Einsatzleitwagen jedoch nur einen beschränkten Umfang an Werkzeug mit“, berichtet Wilgen. Einige Neerstedter Brandschützer, die sich zufällig in einer Nebenstraße aufhielten, eilten nach der zwischenzeitlichen Alarmierung privat zum Einsatzort und schafften es mit einer herbeigeholten Brechstange, die Tür gewaltsam zu öffnen.

Der Rettungsdienst versorgte den Mann medizinisch, die Neerstedter Kräfte halfen beim Transport des Patienten. Nach einer guten halben Stunde war der Einsatz beendet. Letztlich waren 36 Brandschützer mit vier Fahrzeugen beteiligt.

Seit der Einführung der Großleitstelle sei es in der Gemeinde Dötlingen mehrfach zu Problemen bei der Alarmierung der Feuerwehren gekommen, bedauert Wilgen. Zum Beispiel war die Neerstedter Wehr im August nach Ostrittrum gerufen worden, wo Bäume die Straße „Zum Poggenpohlsmoor“ blockieren sollten. Die Feuerwehrleute konnte aber nichts finden. Nach Rückfragen hatte sich herausgestellt, dass sich der Einsatzort in Dötlingen am Poggenpohlsweg befand.

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