Pflanzen von Sommer erholt

Bäume, Blumen, Kunstgenuss: Privatleute öffnen „Oasen“

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Mit viel Energie haben Bernd Voss (sitzend) und Irmgard Voss-von Stebut (sitzend, rechts) ihren Garten nach einem Sturm wieder hergerichtet. Am 3. Oktober können Besucher dort viele exotische Bäume kennenlernen.

Hockensberg - Von Phillip Petzold. Der heiße und trockene Sommer war für professionelle wie auch Hobby-Gärtner eine große Herausforderung. Doch die Teilnehmer des Aktionstages der Dötlinger Gartenkultour am Mittwoch, 3. Oktober, sind mit einem „grünen Auge“ davongekommen, so Olaf Schachtschneider, Vorsitzender des veranstaltenden Vereins während der Vorstellung des Programms am Mittwochabend in Hockensberg.

Die extremen Temperaturen hätten sogar einen Vorteil: „Durch den heißen Sommer wird die Herbstfärbung schön wie nie“, freute sich Schachtschneider und war sich sicher: „Das wird absolut gigantisch.“ Er lobte den Zustand des weitläufigen Areals des Familie Voss am Rahmanns Weg 5: „Kompliment, Ihr Garten ist ja voll grün.“ Doch die Hitze war nicht die einzige Herausforderung für Irmgard Voss-von Stebut und Bernd Voss. Vor etwa einem Jahr hatte ein Unwetter den Gewächsen ordentlich zugesetzt: „Sieben große, rund 150 Jahre alte Eichen sind bei dem Sturm umgestürzt“, erzählte Voss-von Stebut. „Wir haben im vergangenen Jahr viel Energie in den Garten gesteckt.“ Das hat sich gelohnt: Von den Verwüstungen ist nichts mehr zu sehen.

Auf dem gepflegten Areal finden sich etliche Gewächse, die ursprünglich nicht in der Region beheimatet sind. Darunter ein Amberbaum aus Nordamerika, dessen Blätter im Herbst die Farbe von Bernstein annehmen, berichtete Voss. „Ich bin kein Experte, die Bäume sind das Fachgebiet meiner Frau“, erläuterte er. „Doch die skurrilen Exemplare merke ich mir. So sind auf dem Areal viele Gewächse mit ungewöhnlichen Blattformen, Farben oder fast vergessenen Früchten zu entdecken.

Ungewöhnliche Pflanzen im Garten

Zwischen den Pflanzen platziert die Ostrittrumer Künstlerin Anne Hollmann einige Betonskulpturen, und außerdem sorgen einige Bilder des Geveshauser Künstlers Gerd Battermann für Farbkleckse im Grün.

Die Musiker Markus Häger und Thomas Schlegel begleiten die Besucher von 13 bis 15 Uhr mit Stücken deutscher Liedermacher, eigenen Kompositionen sowie englischen Songs. „Die Musik wird eher unaufdringlich den Spaziergang begleiten, aber es sind auch ein oder zwei Stücke dabei, zu denen man sich bewegen kann“, kündigte Häger an. Von 16 bis 18 Uhr treten die beiden auch im Stein-und Wassergarten der Familie Krüger, Am Kürk 10 in Simmerhausen auf. „Wir haben den Sommer halbwegs gut überstanden“, berichtete Karl-Heinz Krüger. Neben blühenden Pflanzen seien auch die Anfänge eines neuen 3 000 Quadratmeter großen Gartens zu sehen. „Das wird wie die Waldbühne in Berlin“ kündigte Krüger lachend an.

„Die Pflanzen haben sich gut erholt“

„Es blüht und grünt, es summt und brummt“, schilderte Martina Suhrkamp die Lage im Garten ihrer Familie an der Haferkampstraße 14 in Sandhatten. „Die Pflanzen haben sich gut erholt, wir haben gegossen wie verrückt.“ Umgeben von einem Buchen- und Eichenwald, erwarten die Besucher vor allem viele verschiedene Stauden: „Es sieht noch ganz gut bunt aus“, so Suhrkamp.

„Alles gut von der Trockenheit erholt“

Eine „Staudenoase“ sei auch der Garten seiner Familie (Zur Feldhorst 11) in Bergedorf, berichtete Heinz Werner Tönjes: „Es hat sich alles gut von der Trockenheit erholt.“ Ein Höhepunkt sei der Zierapfel: „Die Äste brechen schon, weil da so viele Früchte dranhängen“, so Tönjes.

Auch Pflanzenexperte Schachtschneider kündigte an, dass es ein „super Obstjahr“ werde. Er freute sich mit Blick auf die Aktionen in den Galerien und Kunsthäuser, dass das Programm „üppig ist, wie lange nicht“.

Zu den Aktionstagen können Interessierte für fünf Euro in den Privatgärten einen Button erwerben. Er gilt für ein Gartenkultour-Jahr und gewährt den Einlass zu allen Anlagen, die an den jeweiligen Terminen geöffnet haben.

Weitere Informationen zum Programm des Aktionstages, den Galerien und Grünanlagen gibt es im Internet.

www.doetlinger-gartenkultour.de

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