Zum 1. Oktober soll es eine neue Praxis in Neerstedt geben

Ärztemangel in Dötlingen scheint vom Tisch

Die Schließung der Gemeinschaftspraxis in Neerstedt lässt sich nach derzeitigem Stand kompensieren. Symbolfoto: dpa
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Die Schließung der Gemeinschaftspraxis in Neerstedt lässt sich nach derzeitigem Stand kompensieren.

Neerstedt - Angesichts des befürchteten Ärztemangels in der Gemeinde Dötlingen (wir berichteten) kommt nun Entwarnung aus dem Rathaus: Zwar würden Dr. Manfred Schwarz und Dr. Ansgar Schmidek ihre Gemeinschaftspraxis an der Heuberge, die einzige in der Kommune, tatsächlich zum 30. Juni schließen. „Nach derzeitigem Stand wird es aber ab dem 1. Oktober wieder eine Arztpraxis in Neerstedt geben“, teilt Bürgermeister Ralf Spille mit. Namen und Details könne er allerdings noch nicht nennen – zum einen, weil Arbeitsverhältnisse der Interessierten bestehen, die gekündigt werden müssten, zum anderen, weil die Kassenärztliche Vereinigung (KVN) die Besetzung bewilligen muss. Deren Zustimmungsausschuss tagt aber erst am 27. Mai.

Dass sich der Verwaltungschef trotzdem schon zu Wort meldet, liegt an der Angst vor einem Ärztemangel und den vielen Gerüchten, die in der Kommune die Runde machen. „Ich hoffe, dass wir mit dieser Info ein bisschen zur Beruhigung der aktuellen Situation beitragen können“, so Spille. Zu gegebener Zeit solle detailliert über die zukünftige Ärzteversorgung berichtet werden. Mit dem Thema hatten sich Verwaltung und Politik in den vergangenen Wochen intensiv befasst. „Der Gemeinderat ist hoch erfreut, dass die vielen Gespräche, die seit Dezember in dieser Sache geführt worden sind, wohl zu einem positiven Ende gebracht werden können“, teilt der Bürgermeister mit.

Zugute kommen könnte der Kommune, dass es derzeit ohnehin einen freien Arztsitz im Planungsbezirk gibt. Zu diesem gehören neben der Gemeinde Dötlingen auch die Stadt Wildeshausen, die Gemeinde Großenkneten sowie die Samtgemeinde Harpstedt. Anhand der Einwohnerzahl ermittelt die KVN, wie viele Ärzte sich in welchen Gebieten niederlassen können. Ziel dieser Bedarfsplanung ist eine gleichmäßige ärztliche Versorgung. Der freie Sitz im hiesigen Bereich ist momentan ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist endet am 20. April.

Dr. Schwarz und Dr. Schmidek, die ihre Praxis aufgrund unüberwindbarer Differenzen nicht zusammen weiterführen wollen (wir berichteten), belegen zwei Arztsitze. Sollte eine Zulassung abgegeben werden, könnte auch dieser Sitz ausgeschrieben werden und eventuell in Neerstedt bleiben. „Denn der abgebende Arzt kann Einfluss auf die Besetzung ausüben“, berichtet Spille. Er zeigte sich am Donnerstagmorgen zuversichtlich, dass nicht nur eine Ärztin kommt, sondern zwei Stellen besetzt werden können.

Momentan werde zudem eine Lösung für die Übergangszeit gesucht. „Uns ist vor allem daran gelegen, die Versorgungsassistentin zu halten. Sie kann aber nicht alleine agieren“, sagt Spille. Derzeit ist sie an die Praxis angegliedert und übernimmt als eine Art Gemeindeschwester präventive Hausbesuche besonders bei älteren Menschen. Und auch für die übrigen Praxismitarbeiterinnen, denen zum 30. Juni gekündigt wurde, hofft Spille, dass sich Möglichkeiten ergeben.

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