Drittklässler erkunden im Rahmen ihres „Konsum“-Projektes die Müllumschlagstation

Vom Abwiegen bis hin zur Videoüberwachung

Auch in die einzelnen Container warfen die Mädchen und Jungen mit Tobias Bruns einen Blick.

Neerstedt - „So, alle rauf auf die Waage!“, ruft Tobias Bruns vom Amt für Bodenschutz und Abfallwirtschaft des Landkreises Oldenburg und trommelt die Klasse 3b der Grundschule Neerstedt rechts vom Anmeldehäuschen der Müllumschlagstation in Wehe zusammen – dort, wo sonst Autos mit Anhängern voll Abfall vorfahren. Gespannt blicken alle auf die Anzeige. Haargenau 800 Kilogramm wiegen die Mädchen und Jungen gemeinsam mit Bruns, Schulleiterin Andrea Selke und Klassenlehrerin Hildburg Kästner.

Rund eine Stunde lang erkunden die Schüler die unterschiedlichen Bereiche der Abfallsammelstelle. Der Besuch ist der Auftakt einer Reihe von Aktionen und Unterrichtstunden zum Thema „Konsum“. Mit dem Projekt möchte sich die Einrichtung erneut für eine Auszeichnung zur „Umweltschule in Europa“ bewerben.

Einige der Kinder waren bereits mit ihren Eltern auf dem Gelände, haben Wertstoffsäcke oder auch mal einen alten Staubsauger entsorgt. Andere werfen nun erstmals einen Blick in die verschiedenen Container sowie in die große Halle. Just in diesem Moment fährt ein Müllwagen hinein und lädt Abfall ab. Mittels eines Baggers wird er grob sortiert. „In Material, das gut brennt und solches, das nicht gut brennt“, erklärt Bruns. „Schließlich wird der Müll nur umgeschlagen. Dass heißt, er wird hier nicht in ein großes Loch geworfen, sondern sortiert woanders hin transportiert.“

Dass es ganz unterschiedliche Sorten von Abfall gibt, erläutert Bruns den Kindern ebenso wie das Prinzip, nachdem die Kosten für die Müllentsorgung ermittelt werden. „Denn auch für einige Dinge, die man loswerden möchte, muss man bezahlen.“ Dazu gibt es nicht nur eine große Waage an der Einfahrt, sondern auch eine an der Ausfahrt. „Ich weiß warum“, ruft einer der Drittklässler. „So weiß man, wie viel Kilo jemand abgeladen hat.“ Im Annahmehäuschen dürfen die Kinder schauen, wie die Kosten errechnet werden. Und noch etwas entdecken sie sofort – die Videoüberwachung. Auf den Bildschirmen verfolgen sie, was gerade in welchen Container geworfen wird.

Anschließend schauen sie vor Ort noch einmal nach, ob alles in den richtigen Behältnissen gelandet ist. Im Elektroschrott-Bereich staunen dann so einige über die alten Röhren-Fernseher. „Was sind denn das für dicke Bildschirme?“, meinen sie und kichern. Etwas ernster werden die Gesichter vor dem Raum mit den gefährlichen Abfällen wie Säuren und Pestiziden. Ein Totenkopf-Zeichen signalisiert ihnen, lieber draußen zu bleiben.

Die Infos zur Entsorgung sollen in den kommenden Wochen noch um Wissen rund ums Recycling und um die Müllvermeidung ergänzt werden. Im Rahmen eines Schülerflohmarktes am 17. März sollen die Kinder praktische Erfahrungen sammeln und mit Gebrauchtem handeln.

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