Drei Kirchengemeinden feiern in Corona-Zeiten Gottesdienst in Ostrittrum

Mit Abstand und großer Nähe

Anmeldung zum Gottesdienst: Bevor die Besucher Platz nehmen konnten, schrieben sie ihre Kontaktdaten auf. Fotos: Büttner

Ostrittrum - Von Tamino Büttner. Schöner hätte das Wetter an diesem Himmelfahrtstag auf dem Hof Schweers in Ostrittrum nicht sein können – und dennoch durften die Besucher des gemeinsamen Gottesdienstes der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden aus Dötlingen, Hatten und Huntlosen nicht unbeschwert feiern.

Die Gemeinden hatten angesichts der Corona-Pandemie einige Schutzvorkehrungen getroffen, damit die Ansteckungsgefahr gering war. „Für diesen Gottesdienst war vorab eine Anmeldung gewünscht“, erzählte Küster Rudi Zingler bei den Vorbereitungen. Die Stühle hatte er zusammen mit seinem Kollegen Othmar Günther aus Hatten so aufgestellt, dass der Mindestabstand eingehalten wurde und Familien doch zusammensitzen konnten. Jeder Besucher musste sich auf einer Liste eintragen, um eine Rückverfolgung bei Bedarf sicherzustellen.

„Wir sind drei befreundete Gemeinden, die zu bestimmten Veranstaltungen zusammenkommen“, beschrieb Pfarrer Jürgen Menzel aus Hatten die Gemeinschaft. „Das Zusammensein ist den Menschen aktuell sehr wichtig. Ich war positiv überrascht, wie ernst die Regeln eingehalten werden.“

Die rund 50 Gottesdienstgänger kamen zum größten Teil mit einem Nasen- und Mundschutz zur Anmeldung und achteten auf den Abstand zueinander.

Die Eröffnung des Gottesdienstes übernahm Pastorin Susanne Schymanitz aus Dötlingen. „Das Leben ist doch schön – trotz Corona“, betonte sie. „Im vergangenen Jahr waren wir bei schlechten Wetterverhältnissen in der Scheune“, erinnerte Pastor Menzel an andere Widrigkeiten beim Gottesdienst.

Obwohl die Andacht unter freiem Himmel stattfand, bat Schymanitz die Besucher darum, die Lieder aus dem Programm lediglich mitzusummen. Umso lauter war diesmal der kräftige Gesang der Vögel zu hören. Schade fanden es viele Gottesdienstbesucher, dass die Posaunenchöre aus Dötlingen und Hatten diesmal nicht spielen durften.

In seiner Predigt nahm Pastor Menzel die Gemeinde mit auf eine Reise in seine eigene Vergangenheit: „Mein Bruder und ich schauten früher häufig in den Himmel und haben einfach die Zeit genossen. Er erzählte mir vom Weltall, dem Leuchten der Sterne und den unendlichen Weiten. Ich kam mir so klein vor. Wir sind uns alle nah in der Sehnsucht, dass Himmel und Erde sich berühren. Heute bin ich dankbar, auch wenn ich nicht alles weiß, sehen und begreifen kann. Heute komme ich mir nicht mehr so klein vor.“ Menzel bekräftigte in seiner Predigt, dass wir „eine Menschheit mit einer gemeinsamen Zukunft sind“ und warf damit einen optimistischen Blick auf die nächsten Wochen und Monate.

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