Tiere hausten inmitten von Kot

87 Katzen aus Haus und Wohnwagen befreit

Unter übelsten Umständen mussten Katzen in einem Haus in der Gemeinde Dötlingen leben. 
Symbolfoto: dpa
+
Unter übelsten Umständen mussten Katzen in einem Haus in der Gemeinde Dötlingen leben. Symbolfoto: dpa

Dötlingen – Sie schauten aus Regalen, Schränken sowie Nischen hervor, hatten weder Futter noch Wasser in ihren Näpfen, und lebten inmitten unzähliger Kothaufen – i nsgesamt 87 Katzen und eine Mischlingshündin hausten unter übelsten Umständen in einem Wohnwagen sowie einem Haus in der Gemeinde Dötlingen. Nun haben die Polizei, das Veterinäramt des Landkreises Oldenburg sowie Tierheimmitarbeiter die Vierbeiner befreit. Gegen die Halterin wird wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt.

Die Rettungsaktion ist Folge einer Anzeige, wonach mehrere Katzen in einem Wohnwagen eingesperrt sein sollten. Ein Beamter des Polizeikommissariat Wildeshausen hatte das Veterinäramt des Landkreis Oldenburg informiert. „Bei der unverzüglich durchgeführten gemeinsamen Kontrolle vor Ort konnte zunächst weder die Anzahl der Katzen noch die Versorgung von außen beurteilt werden“, berichtet Kreispressesprecher Oliver Galeotti. Mithilfe von Mitarbeitern des Tierheims Bergedorf seien schließlich am vergangenen Freitag 39 Tiere aus dem stark verschmutzten Wagen geholt worden. Futter und Wasser seien nicht vorhanden gewesen.

„Alle waren sehr erschrocken“

Aufgrund eines Beschlusses folgte am Montag gemeinsam mit Beamten der Polizei Wildeshausen und Dötlingen eine Durchsuchung des Wohnhauses der vermuteten Katzenhalterin. „Da alle davon ausgingen, dass die am Freitag befreiten Tiere im Wohnwagen vor der Polizei und dem Veterinäramt versteckt werden sollten, wurde im Haus nur mit einer Handvoll Katzen gerechnet“, teilt Galeotti mit.

Doch die Beteiligten täuschten sich gewaltig. „Ein erster Blick durch die Fenster ließ bereits weitere 15 bis 20 Katzen erahnen“, so der Pressesprecher. Die tatsächliche Situation im Haus habe dann leider jede Erwartung übertroffen. „Alle waren überrascht und sehr erschrocken“, berichtet er. Auch Mark Ungnade, Leiter des Tierheims Bergedorf, erzählt: „So etwas habe ich in den ganzen Jahren noch nie erlebt.“ Zwar würden er und seine Mitarbeiter immer mal wieder hinzugezogen, wenn es um die Aufnahme verwahrloster Tiere gehe. Aber in dieser Menge sei es ein beispielloser Fall.

Wie Galeotti nach Rücksprache mit den Veterinären informiert, entdeckten die Beteiligten zunächst gut 20 Katzen zwischen Regalen und Schränken. „Wasser und Futternapf waren leer, und das einzige Katzenklo vollkommen verdreckt. Nicht ein Kissen oder eine Box diente als Liegefläche.“ In einem weiteren Raum befanden sich den Ausführen nach in zwei Boxen und einem Gitterauslauf 15 Welpen, von denen die jüngsten ungefähr vier Wochen alt waren. Weitere Katzen seien frei herumgelaufen. Unzählige Kothaufen hätten überall verteil gelegen. Den Beteiligten habe ein beißender Gestank entgegengeschlagen.

Aus den anfänglich geschätzten 20 wurden letztlich 48 Katzen, die die Beamten und Mitarbeiter aus dem Haus holten. Sie und ein kleiner Mischlingshund wurden umgehend ins Tierheim Bergedorf gebracht. Dieses stieß zusammen mit den im Wohnwagen lebenden Tieren sowie den ohnehin schon im Heim befindlichen Katzen schnell an seine Kapazitätsgrenzen.

Tierhaltungs- und Betreuungsverbot

„Dankenswerterweise hat sich das Tierheim Oldenburg kurzfristig bereit erklärt, zu helfen und einen Großteil der insgesamt 87 Katzen aufgenommen“, so Galeotti, der ohnehin die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten lobte. Laut Ungnade konnte der Transfer nach Oldenburg schnell über die Bühne gehen. In Bergedorf befinden sich derzeit noch 37 der geretteten Katzen. „Ein Tierarzt hat sie sich umgehend angeschaut“, berichtet Ungnade. Wie Galeotti mitteilt, sei der gesundheitliche Zustand der Tiere unterschiedlich, aber in keinem Fall so kritisch, dass eine Einschläferung notwendig gewesen wäre. Die Katzen hätten noch Glück gehabt. „Der Tierhalterin selbst war am Montag noch nicht einmal die Fortnahme der am Freitag aus dem Wohnwagen geholten Katzen aufgefallen. Die Tiere wären ohne Futter und Wasser sich selbst überlassen gewesen“, so der Kreispressesprecher.

Neben den Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erwartet die Halterin ein Tierhaltungs- und Betreuungsverbot. Mit einer Verfügung soll zudem erreicht werden, dass die Katzen schnell vermittelt werden können.  ts

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

An diesen vier Zipfeln endet Deutschland

An diesen vier Zipfeln endet Deutschland

Die heilende Kraft der Aloe vera

Die heilende Kraft der Aloe vera

Stadt der Gegensätze - In Mumbai ist das kein Klischee

Stadt der Gegensätze - In Mumbai ist das kein Klischee

Mit «Weltklasse-Torhüter»: Bayern macht Achtelfinale klar

Mit «Weltklasse-Torhüter»: Bayern macht Achtelfinale klar

Meistgelesene Artikel

Kommentare