Autofahrer soll einen Radler absichtlich angefahren haben, um ins Gefängnis zu kommen

62-Jähriger muss sich Vorwurf des Mordversuchs stellen

Wegen des Unfalls auf der L 872 in Höhe Wehe wurde die Straße zeitweise voll gesperrt. ArchivFoto: Schneider

Dötlingen/Oldenburg – Mit einer unfassbaren Tat muss sich seit Dienstag die Schwurgerichtskammer des Oldenburger Landgerichtes beschäftigen. Ein 62 Jahre alter Autofahrer ist wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr angeklagt. Er soll am 11. Juni dieses Jahres in der Gemeinde Dötlingen mit einem Auto einen Radfahrer absichtlich angefahren haben, nur um ins Gefängnis zu kommen.

Der einkommens- und wohnungslose Angeklagte, der vormals in Mönchengladbach lebte, soll damals den irren Entschluss gefasst haben, zukünftig Kost, Logis und Krankenversicherung in einer Justizvollzugsanstalt zu genießen.

Der Staatsanwaltschaft zufolge erfüllte er bei seiner Tat zwei Mordmerkmale: Das der Habgier – nach staatlicher Verpflegung – sowie das der Heimtücke. Der 62-Jährige war laut Anklage mit einer Geschwindigkeit von mindestens 80 Kilometer pro Stunde ungebremst auf einen 48-jährigen Fahrradfahrer aufgefahren.

Der Aufprall war so heftig, dass der Kirchhatter durch die Luft geschleudert und sehr schwer verletzt wurde. Brüche des Schädels und des Schulterbeins waren die Konsequenz. Bis heute leidet er unter den Folgen der Tat. Es folge noch eine Behandlung in einer Spezialklinik, sagte der gesundheitlich stark eingeschränkte 48-Jährige vor Gericht.

Laut Anklage hatte der 62-Jährige das Ziel gehabt, den Radfahrer schwer zu verletzen. Er habe sogar dessen Tod in Kauf genommen. Der Autofahrer wollte offenkundig sicher gehen, dass er auch wirklich inhaftiert wird. Er hat sein Ziel erreicht. Mit einem Schmunzeln im Gesicht wurde der Mann am Prozesstag aus seiner Zelle vorgeführt. Viele Fernsehkameras hielten diesen Moment fest.

Der Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen. Er hatte sich während der Verhandlung zurückgelehnt und in Ruhe zugehört. Das Verfahren wird am kommenden Dienstag fortgesetzt.  wz

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