22-Jährige wohnt und arbeitet im Projekt zwei der Dötlingen Stiftung

Die Kate ist Kreutzmanns neues Domizil auf Zeit

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Gestern hat Caro Kreutzmann in der Müller-vom-Siel-Kate schon fleißig gearbeitet.

Dötlingen - Von Tanja Schneider. So langsam hat sich Caro Kreutzmann in der Müller-vom-Siel-Kate in Dötlingen eingerichtet. Die ersten Bilder hängen an den Wänden, die Pinsel für die Entstehung weiterer Arbeiten sind ausgepackt und die mitgebrachte Kleidung im Schrank verstaut. Einen Monat lang wird die Kate nun das Zuhause der gebürtigen Oldenburgerin sein. Damit ist sie die erste Künstlerin, die auf Einladung der Dötlingen Stiftung in dem renovierten Lehmschuppen im Herzen des Golddorfes arbeitet und auch lebt.

„Ich möchte die Zeit nutzen, um zu malen, zu zeichnen und vor allem an meinem neuen Roman zu schreiben“, sagt die 22-Jährige, die die vergangenen zwei Jahren in einer WG in Bremen gelebt hat. „Wirklich Platz und Ruhe hatte ich dort nicht.“ Dötlingen sei für sie das komplette Kontrastprogramm. „Ich wollte gerne aufs Land, und es ist herrlich“, meint Kreutzmann.

Nach der Eröffnung der umgebauten Kate war sie zu Besuch, schaute sich die Räume an und hörte von dem Konzept der Stiftung, die mit ihrem Angebot, Künstlern ein Domizil auf Zeit und Ausstellungsfläche zu bieten, das Gebäude am Rittrumer Kirchweg wieder seinem ursprünglichen Nutzen zuführen möchte. Schließlich hatte der Mitbegründer der Dötlinger Künstlerkolonie, Georg Bernhard Müller vom Siel, in der Kate einst eine Malschule betrieben. „Da ich gerade meine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin abgeschlossen habe und bereit bin, Neues auszuprobieren, habe ich bei der Stiftung angefragt“, berichtet Kreutzmann. Dort freut man sich über die Initiative der 22-Jährigen. „Wir möchten die Kate schließlich mit Leben füllen“, sagt Thea Freiberg, die in diesem Rahmen den Sponsoren dankt, die den Aufenthalt ermöglichen.

Eingezogen ist Kreutzmann, die vor kurzem ihren ersten Roman „‚Trau dich‘, sagt das Glück“ veröffentlicht hat, am Montag. „Am Wochenende hatte ich noch eine Lesung beim Burg-Herzberg-Festival“, erzählt sie. Die momentane Ruhe sei etwas ungewohnt. „Ich habe mir aber sagen lassen, dass hier am Wochenende recht viel los ist. Ich bin gespannt.“

Wer möchte, kann Kreutmann in der Kate besuchen – zu den normalen Öffnungszeiten sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr oder wenn die Tür offen steht. „Nur an diesem Sonntag bin ich leider nicht da“, kündigt sie an. Damit die Gäste auch etwas zu sehen haben, hat die 22-Jährige einige Bilder ihrer „Straight from heart“- Ausstellung, die im Juni im Großenkneter Rathaus lief, aufgehängt. Weitere Werke sollen im Laufe des Monats hinzukommen. „Ich male und zeichne vor allem Menschen und Eindrücke, eher realistisch, selten abstrakt“, sagt sie. Dafür greift sie zu Aquarell- und Acrylfarben, manchmal auch zu Schminke. Interessierte können Kreutzmann bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen und mit ihr ins Gespräch kommen. „Für mich wird das eine vollkommen neue Erfahrung. Denn trotz der teils großen Klappe bin ich eigentlich eher schüchtern“, gesteht sie.

Neben der Ausstellung ist zum Monatsende auch noch eine Lesung aus ihrem Roman geplant. „Einen Termin gibt es allerdings noch nicht“, berichtet Kreutzmann, die mit 18 Jahren begann, an ihrem ersten Buch zu schreiben. „Wegen der Ausbildung hatte ich das Projekt dann ruhen lassen.“ Ihr neuer Roman soll nicht vier Jahre bis zur Fertigstellung brauchen. „Ich habe 2016/2017 angepeilt“, verrät sie. Das Buch wird „Die Tanztrommel“ heißen. Unter anderem geht es um zwei Menschen, die sich schon als Kinder kennengelernt haben. Eine Liebesgeschichte sei es aber nicht. „Es gibt weitere, wichtigere Aspekte. Mehr wird aber nicht verraten“, so die 22-Jährige, die schon knapp 100 Seiten geschrieben hat. „Ich hoffe, dass ich hier in Dötlingen voran komme.“

Während für Kreutzmann das Abenteuer gerade erst begonnen hat, laufen bei der Stiftung bereits die Planungen für die Zeit nach ihrem Aufenthalt. „Unter anderem sind Workshops angedacht“, verrät Freiberg.

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