22-jährige Oldenburger Autorin stellt in Dötlingen Debütroman vor

Mädchen auf der Suche nach Sinn und Leidenschaft

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Die Lesung ihres Romans „Trau dich, sagt das Glück“ bildete den Abschluss von Caro Kreutzmanns Arbeitsaufenthalt in der Müller-vom-Siel-Kate.

Dötlingen - Von Anja Nosthoff. Viola ist ein ganz normales 18-jähriges Mädchen. Mit einem Kleiderschrank voll „nichts anzuziehen“, der Sorge um die Frisur beim ersten Date und einer Schwäche für den schönen Mann hinterm Kiosktresen, der „mindestens auf ein Plakat, wenn nicht auf eine Kinoleinwand gehört“. Viola ist die Protagonistin in Caro Kreutzmanns Debütroman „Trau dich, sagt das Glück“, das die Oldenburgerin am Freitagabend in der Müller-vom-Siel-Kate in Dötlingen vorstellte.

Als die 22-jährige Kreutzmann mit dem Schreiben begann, war sie selbst erst 18 Jahre alt. „Die Idee kam plötzlich, und ich musste sie einfach aufschreiben“, erzählte die Schriftstellerin, Malerin und Heilerziehungspflegerin nach ihrer Lesung, die den Abschluss ihres vierwöchigen Arbeitsaufenthaltes in der neuen Künstlerkate darstellte.

„Die Zeit war spektakulär. Ich hatte wenig Privatsphäre – dafür habe ich viele tolle Menschen kennengelernt. Insgesamt war es eine tolle und spannende Erfahrung“, erzählte die Autorin, die sich dafür bei der Dötlingen-Stiftung bedankte. Auch die Stifter erlebten den Aufenthalt der jungen Künstlerin in der Kate als etwas ganz Neues. „Caro war die erste, die hier wirklich gelebt hat, seit wir die Kate vor vier Monaten eröffnet haben“, so Gerti Essing. Andere Künstler haben sich dort jedoch auch schon bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen lassen. Im Monat September wird die renommierte Dötlinger Künstlerin Helga Neuber eine Ausstellung dort zeigen.

Kreutzmann lebte, schrieb und malte in der Kate. „Ich male Bilder zu meinen Büchern – aber auch sowieso“, drückte sie es aus. Ihre Gedankenwelt und auch Kindheitserinnerungen hält sie in den Bildern fest. Außerdem schreibt sie an ihrem zweiten Buch: Ein Fantasy-Roman über eine Liebesgeschichte und die „Abenteuer des Lebens“ mit dem Titel „Tanztrommel“. Eine Parallele zu ihrer Protagonistin Viola, die „ganz gut zeichnen kann“, sich aber Gedanken macht, ob sie nicht irgendwo als „Pennerin mit Potenzial“ enden wird, wenn sie beruflich die künstlerische Laufbahn einschlägt.

Personen, die Viola auf dem Weg zur Entdeckung ihrer wirklichen Leidenschaft begleiten, sind zum einem ihre beste Freundin und ihr kleiner Bruder, der Viola beim „Krieg“ mit ihrem Ex-Freund treuherzig seinen Kuschelfrosch „Mölletopp“ zur Verfügung stellt.

Trotz der lieben Menschen stürzt Viola manchmal in „tiefe Verzweiflung“. Dann möchte sie eine Schnecke sein, die sich einfach weigert, „alles in möglichst kurzer Zeit perfekt zu machen“. Möglich, dass die Autorin diese Gefühlswelt ihrer Protagonistin teilt. Aber auch sie dreht sich mit dem Lebenskarussell weiter und hat sich trotz ihrer jungen Jahre bereits einen Platz darin erobert: als Schriftstellerin, Malerin und Heilerziehungspflegerin.

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