Verkehrswacht ehrte Fahrer für je 50 Jahre Unfallfreiheit / „Strafe“ führte zu erstem Führerschein

Disziplin, klarer Kopf – und etwas Glück

Lothar Döhnert zeichnete Manfred Höfken, Uwe Gropp, Harald Wulferding und Gerd-Egon Schnell (v.l.) für 50 Jahre unfallfreies Fahren aus. Foto: Krüger

Landkreis - (ck) Ihre Dienstführerscheine mussten sie schon lange abgeben, aber die offiziellen Fahrerlaubnisse behalten bis heute ihre Gültigkeit. Warum auch nicht?

Denn an ihren Fähigkeiten hinterm Steuer besteht angesichts der gestrigen Ehrung für den einstigen Berufssoldaten Gerd-Egon Schnell und Polizei-Pensionär Uwe Gropp kein Zweifel: Für 50 Jahre unfallfreies Fahren und zudem ohne Punkte in Flensburg ehrte sie Lothar Döhnert, Geschäftsführer der Verkehrswacht im Landkreis Oldenburg, mit dem „Goldenen Lorbeerblatt“ – der höchsten Auszeichnung, die die Verkehrswacht zu vergeben hat. Weitere Urkunden und Abzeichen für diese Leistung erhielten die Wildeshauser Harald Wulferding und Manfred Höfken.

„Alle vier haben es durch Disziplin, voraus schauende Fahrweise, einen klaren Kopf und sicherlich auch eine Portion Glück geschafft“, urteilte Döhnert während der Feierstunde im Wildeshauser Hotel „Huntetal“.

Dem konnten die Geehrten nur zustimmen. Gropp erinnerte sich zum Beispiel an eine Einsatzfahrt im Streifenwagen zu einem Unfall in Tungeln, als es – wie immer bei Alarm – schnell gehen musste. „Als wir ankamen und ausstiegen, sind wir beinahe ausgerutscht und merkten erst dann, dass es sehr glatt war“, berichtete der Wildeshauser.

Und Höfken passierte ein Rutscher bei Glätte in seiner ostfriesischen Heimat, der ihn quasi direkt aus der „Einflugschneise“ eines entgegen kommenden Schneepflugs getragen hatte. „Da bin ich dem Tod von der Schippe gesprungen.“ Er habe seinen ersten Führerschein 1958 übrigens der Polizei zu verdanken, die ihn wegen Sicherheitsmängeln an seinem Fahrrad zur Verkehrserziehung verdonnerte. „Dieser Unterricht gefiel mir so gut, dass ich noch ein paar Theoriestunden drangehängt habe und danach den Führerschein der Klasse 4 hatte.“ Weitere Stufen folgten – zuletzt die Befähigung der Klasse 2 in Diensten der Marine, die ja auch an Land Transportmittel braucht.

Ebenfalls viele Fahrzeuge der Bundeswehr bewegte Gerd-Egon Schnell – vom Lastwagen bis zum Bus und größeren Verladefahrzeugen. Alles ging immer glimpflich ab – und auch die „Cops“ in den USA hatten nie etwas auszusetzen. Dort, in El Paso, war Schnell länger stationiert. Nach seiner Militärzeit mit fast 70 000 dienstlichen Kilometern spulte er noch viele längere Strecken herunter – als Fachkraft des Gesundheitsamts vom Landkreis Oldenburg. Heute lässt es der Oldtimer-Fan aus Hatten-Munderloh eher ruhiger angehen.

Auch Wulferding freute sich über das Lorbeerblatt. Doch schon vor seinem Führerschein war er auf Sicherheit bedacht – als einer der ersten Schülerlotsen der Verkehrswacht Mitte der 50-er Jahre. „Das hat schon Spaß gemacht, aber wir mussten leider 20 Minuten früher an der Schule sein als alle anderen Schüler“, schilderte der 68-Jährige schmunzelnd.

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