Schüler nutzten die Gelegenheit, mit ihren persönlichen Fragen zu den Wahlkreiskandidaten zu kommen / Klärungsbedarf bei Brunkhorst

Direkter Austausch mit Politikern am Stehtisch

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Dicht umringt von Schülern war Angelika Brunkhorst.

Wildeshausen - Das Votum am Ende der gestrigen Podiumsdiskussion war eindeutig: Mit Klebepunkten konnten die Schüler der Berufsbildenden Schulen ihre Sympathie für die Wahlkreis-Kandidaten signalisieren. Die besten Werte hatten Susanne Mittag (SPD) und Andreas Neugebauer (Piraten), Angelika Brunkhorst (FDP) ging hingegen fast leer aus.

Deshalb wunderte es auch nicht, dass sich im Rahmen des offenen Speed-Datings im Anschluss an die Diskussion auf dem Podium eine dichte Traube um die Liberale bildete. Die jungen Menschen zeigten wenig Verständnis für die Äußerungen der Politikerin, dass man seine Berufswahl darauf ausrichten sollte, wo ein gesichertes Einkommen zu erreichen ist. Das revidierte Brunkhorst allerdings insofern, dass es zum Beispiel im medizinischen und pflegerischen Bereich Anpassungen geben müsse, um Einkommen zu verbessern. „Der Wert der Pflege muss unbedingt erhöht werden“, so Brunkhorst. Der Unterschied zwischen Ärztegehältern und dem Einkommen von Pflegern sei schon eklatant. Dennoch sei es weitgehend Aufgabe der Tarifparteien, über einen Mindestlohn zu verhandeln.

Gleich nebenan diskutierte Astrid Grotelüschen (CDU) mit Schülerinnen über Massentierhaltung. „Wo fängt bei euch Masse an?“, fragte sie. Dort, wo viele Kühe im Stall stünden und kein Tageslicht zu sehen bekämen, lautete die Antwort. „Warum wird das noch von der EU gefördert?“

„Der Landwirt muss Geld verdienen“, erklärte Grotelüschen. Im übrigen hätten die Verbraucher in Deutschland ein vielfältiges Angebot. „Die Kunden können mit dem Kauf entscheiden, welche Produktion gewollt ist.“

Um das Thema „Legalisierung von Marihuana“ ging es bei Susanne Mittag (SPD). „Wir haben eine Fürsorgepflicht“, erklärte sie. Untersuchungen hätten gezeigt, dass regelmäßiger Marihuana-Konsum zu Verelendung führe. „Die Freigabe in den Niederlanden hat nichts Positives gebracht“, meinte sie. Deshalb gebe es sie nun auch nicht mehr.

Auch die anderen Parteienvertreter mussten sich kritischen Fragen stellen. Alle Beteiligten waren sehr überrascht, wie gut die Schüler das Angebot annahmen, noch einmal ganz direkt an die Kandidaten heranzutreten. · dr

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