Wolfgang Brandt ist der Herr über 40 000 Ansichtskarten

„Die Karte vom Gildefest 1903 hätte ich gerne noch“

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n einer großen Anzahl von Ordnern und Mappen hat Wolfgang Brandt die Ansichtskarten nach Orten sortiert. ·

Wildeshausen - Von Joachim Decker„Ja, da gibt es schon noch einige, die ich gerne hätte“, sagt der Wildeshauser Wolfgang Brandt. Und damit meint er nichts anderes als Ansichtskarten mit Wildeshauser Motiven. Denn seit Anfang der 80er Jahre sammelt er diese – allerdings längst nicht mehr nur mit Ansichten aus der Wittekindstadt – und heute ist er der Herr über rund 40 000 Karten.

Alles begann damals mit einem Ansichtskarten-Album, das er von der Oma seiner Ehefrau geschenkt bekam: „In diesem Album habe ich eine Karte gefunden, die den Wildeshauser Marktplatz zeigt. Natürlich ohne Stadthaus, dort standen noch andere Häuser. Links war noch die Firma Roselt am Markt zu sehen.“ Von da an habe er sich in den Kopf gesetzt, mehr darüber zu erfahren, wie die Stadt früher ausgesehen hat: „Schon bald habe ich angefangen, Flohmärkte zu besuchen. Und das Ganze hat sich bis heute ein kleines bisschen ausgeweitet“, sagt der gebürtige Wildeshauser mit einem breiten Grinsen. „Diese Ausmaße habe ich damals jedoch auf keinen Fall erwartet.“

Immer wieder zeigt Brandt die unzähligen Karten mit Wildeshauser Motiven, von denen er bislang rund 1 600 in seinen Alben hat: „Das ist die älteste Wildeshauser Karte, sie stammt aus dem Jahr 1896 und ist handbemalt.“ Bei diesen Worten zieht er vorsichtig eine bunte Karte aus dem Album – sie zeigt auf der Vorderseite mehrere kleine, bunte Motive in verschiedenen Formen. Unter anderem sind die Huntestraße und die Kirchen zu sehen. „Ansonsten habe ich Karten, die noch um einige Jahre älter sind.“

Was aber kann bei dieser Menge Wildeshauser Karten wohl noch fehlen ? „Ja, da ist zunächst eine vom Gildefest im Jahr 1903, die hätte ich schon gerne“, sagt Brandt. Außerdem gebe es eine Karte, die eher unscheinbar ist: „Sie zeigt nur Bäume und einen Weg im Krandel. Wäre schon interessant, auch die zu besitzen.“ Allerdings sei es wohl fast unmöglich, noch an diese Karten zu kommen: „Auf Flohmärkte gehen, lohnt sich heute ohnehin nicht mehr, da wird so gut wie nichts mehr angeboten. Daher bin ich eher auf Sammlerbörsen und Auktionen unterwegs.“

Und schon zeigt der Sammler einen Stapel Kataloge, in dem sich tausende von Ansichtskarten-Abbildungen befinden: „Darin sind alle Karten, die auf dem Markt sind, katalogisiert. Ich kann viel Zeit damit verbringen, darin zu blättern und passende Stücke zu suchen“, sagt der Pensionär. Die angestrichenen Exemplare zeigen, dass er noch fündig wird.

Ausgeweitet auf die umliegenden Ortschaften hat Brandt seine Sammelleidenschaft im Jahr 1995, und heute kann er rund 5 000 Karten aus dem Landkreis Oldenburg sein eigen nennen – alle Gemeinden sind dabei vertreten. „Hinzu kommen sehr viele Karten aus dem gesamten Bundesgebiet. Die wollte ich zwar nicht immer haben, aber in einigen Fällen werden eben nur ganze Alben angeboten. Wenn sich darunter ein paar wichtige Karten befinden, dann nehme ich halt das ganze Album“, betont Brandt. Komplettiert wird seine Sammlung durch unzählige Soldaten-, Schmuck- und Glückwunschkarten sowie Weihnachts- Neujahrs-, Oster- und Pfingstkarten mit wunderschönen handgemalten Motiven.

Allerdings ist sein Hobby mit der Kartensammlung noch lange nicht erklärt, denn Wolfgang Brandt sammelt auch alte Briefe aus Wildeshausen. Auch die sind feinsäuberlich in Ordnern untergebracht. Sehr schnell kommt der Betrachter ins Staunen, wenn er einen Brief aus dem Jahr 1699 entdeckt. Aus der Zeit, als die Wittekindstadt noch von den Schweden besetzt war. Ganz deutlich ist der Empfänger zu lesen: Amtmann von der Horst in Wildeshausen. „Von diesen Briefen gibt es sehr viele interessante Stücke. Auch die bekomme ich auf Auktionen. In vielen Fällen ist auch der Inhalt dieser gefalteten ,Postsendungen‘ überaus interessant“, erzählt der Sammler.

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