Auch Ansgar Focke unterzeichnet Petition zum Erhalt der Sprachheilschulen

„Die Gräben sind nicht unüberwindbar“

Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Ansgar Focke (Mitte) unterschrieb gestern die Petition zum Erhalt der Sprachheilschulen in Niedersachsen. Mit dabei waren die Initiatorin der Petition, Bianca Meyer, Neerstedts Sprachheil-Schulleiter Jürgen Möhle sowie Maik Ehlers (l.), Leiter des Amtes Schulen und Hochbau beim Landkreis Oldenburg. ·
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Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Ansgar Focke (Mitte) unterschrieb gestern die Petition zum Erhalt der Sprachheilschulen in Niedersachsen. Mit dabei waren die Initiatorin der Petition, Bianca Meyer, Neerstedts Sprachheil-Schulleiter Jürgen Möhle sowie Maik Ehlers (l.), Leiter des Amtes Schulen und Hochbau beim Landkreis Oldenburg. ·

Neerstedt - Von Tanja SchneiderFür den CDU-Landtagsabgeordneten Ansgar Focke war es gar keine Frage. „Selbstverständlich unterschreibe ich“, sagte er gestern Morgen während seines Besuches in der Neerstedter Sprachheilschule und zückte den Stift. Damit hat die Petition zum Erhalt der Sprachheilschulen in Niedersachsen eine Stimme mehr. „Landesweit liegen wir derzeit bei rund 19 600 Unterschriften, bundesweit bei 24 200“, berichtete Bianca Meyer aus der Elternschaft, die die Online-Petition ins Rollen gebracht hat (wir berichteten).

Schulleiter Jürgen Möhle hoffte, dass die 20 000-Marke in Niedersachsen noch innerhalb des Tages geknackt werde. Keine drei Stunden später war es so weit: Noch vor 11 Uhr kletterte die Anzahl der Unterschriften auf 20 100. „Das ist schon eine Menge für ein Thema, das bei weitem nicht jeden betrifft“, stellte Focke fest.

Der Landtagsabgeordnete betonte, dass der öffentliche Druck wichtig sei. Nur so lasse sich die Landesregierung zu einer erneuten Diskussion und einem Überdenken der Pläne bewegen. „Ein Antrag seitens der Opposition wird wenig nützen“, blieb er realistisch. Der SPD und den Grünen, die in ihrer Koalitionsvereinbarung die schrittweise Überführung der Förder- in die Regelschulen im Zuge der Inklusion (beginnend ab dem kommenden Schuljahr) festgehalten hatten, müsse eine Brücke gebaut werden. So könnten alle ihr Gesicht wahren. Focke zeigte sich zuversichtlich, dass „die Gräben nicht unüberwindbar sind“ und ein gemeinsamer Antrag der Parteien zur Änderung des Schulgesetzes auf den Weg gebracht werden könnte.

Auch die CDU hatte während ihrer Regierungszeit den Erhalt der Förderschulen in Frage gestellt. „Der Besuch vom damaligen Kultusminister Bernd Althusmann vor gut drei Jahren hier in Neerstedt hat den Ausschlag dafür gegeben, dass wir das Thema noch einmal auf den Prüfstand gestellt haben“, erinnerte Focke. Er selbst halte die Auflösung von Förderschulen für den falschen Weg. „Das wäre ein harter Schnitt und fachlich nicht richtig“, sagte er. Zudem kollidiere der Erhalt dieser Schulen nicht zwangsläufig mit der Inklusion. Ein gutes Beispiel dafür sei die Neerstedter Sprachheilschule – nicht nur wegen der räumlichen Angliederung an die Grundschule. „Unser Ziel ist es schließlich, den Unterstützungsbedarf aufzuheben“, ergänzte Möhle.

Die Sprachheilschule und vor allem die Eltern geben im Kampf um den Erhalt jedenfalls nicht auf. Erst einmal bis zum 28. November wollen sie weiter Unterschriften sammeln. „Unser Ziel sind 50 000“, so Bianca Meyer. „Wenn sich abzeichnet, dass wir uns dieser Zahl nähern, verlängern wir die Aktion eventuell.“ In den Herbstferien habe die Petition etwas geschwächelt, nun nehme sie wieder Fahrt auf. „Vor allem viele Kindergärten melden sich jetzt“, so Meyer, die mit ihren Mitstreitern auch Elternabende in Kindertagesstätten besucht hat, um Väter und Mütter zu informieren. Als nächstes stehe ein Besuch des Kreis-Schulausschusses an, und auch Radiosender hätten sich schon angekündigt. „Durch die Initiative der Eltern sind wir in den Fokus gerückt“, bestätigte Möhle, der das Engagement der Eltern unterstützt.

http://www.openpetition.de/petition/online/erhaltet-die-foerderschulen-sprache-sprachheilschulen-in-niedersachsen

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