Zeltlager mit insgesamt 64 Kindern und Jugendlichen aus den Gemeinden Moormerland und Ganderkesee endet heute

„Deutsch-ostfriesische Freundschaft“ lebt

Irgendwie schon ein bisschen kitschig, aber immer wieder auch richtig schön: Romantik am Lagerfeuer in den Abendstunden. ·

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken„Deutsch-ostfriesische Freundschaft“ nennen Kinder, Jugendliche und Betreuer aus den Gemeinden Ganderkesee und Moormerland (nahe Leer) augenzwinkernd das jährliche Aufeinandertreffen auf dem Kreisjugendzeltplatz in Harpstedt. Die aktuelle gemeinsame Ferienfreizeit geht heute schon wieder zu Ende. Nach gut vier Tagen Lagerleben treten die 64 – zwischen acht und 14 Jahre alten – Jungen und Mädchen die Heimreise an.

„Viele fahren immer wieder mit. Während der Zeltlager sind schon etliche Freundschaften geschlossen worden“, weiß Nina-Verena Müller, Jugendpflegerin in der Gemeinde Ganderkesee und Lagerleiterin. Zusammen mit Fritz Dierks, Jugend- und Seniorenpfleger in Moormerland, hat sie im Vorfeld die organisatorischen Fäden gezogen. Dierks konnte diesmal allerdings nicht mit nach Harpstedt kommen. Und so musste vor allem Thomas Brüning die dadurch entstandene Lücke schließen. Er wohnt nahe an der deutsch-niederländischen Grenze. Die Kinder erwarten von ihm alle Jahre wieder, dass er die so geschätzten Frikanteln mitbringt. Dieser deftige Snack aus Holland sieht aus wie eine schrumpelige Bratwurst, erinnert geschmacklich aber eher an eine gut gewürzte Frikadelle und mundet auch kalt ausgezeichnet. „Mindestens einmal im Zeltlager müssen Frikanteln auf den Tisch. Das hat Tradition“, betont Nina-Verena Müller.

Apropos Essen: Warme Mahlzeiten gibt‘s abends, und dass kein Dosenfutter und keine Tütenkost in die Töpfe kommt, versteht sich für die rund zehn Betreuer von selbst. Eine frisch zubereitete Mahlzeit, etwa aus Fischstäbchen, Kartoffelpüree und Spinat, müsse im Übrigen nicht teuer sein, erzählt Thomas Brüning: „Wir kalkulieren mit zwei Euro bis 2,50 Euro pro Person.“

An Appetitlosigkeit leiden die Jungen und Mädchen jedenfalls nicht, wie der Durchsatz an Lebensmitteln eindrucksvoll belegt. Der Vorrat von einem Zentner Kartoffeln schrumpft binnen weniger Tage bis auf ein paar Pfund zusammen. 366 Fischstäbchen und 220 Frikanteln gehen ebenso weg wie die redensartlichen warmen Semmeln. „Was wirklich super ankommt, ist Rohkost. Wurzeln, Paprika oder auch Kohlrabi finden gleich händeweise Abnehmer“, sagt Thomas Brüning. Allein 15 bis zur Wochenmitte verputzte Kilogramm Möhren sprechen eine deutliche Sprache.

Für den Komplettpreis von nur 55 Euro bekommen die Jugendlichen nicht nur Essen, sondern auch Programm satt geboten. In Arbeitsgemeinschaften kommen die sportlichen unter ihnen – beim Skateboarden oder Fußball – ebenso auf ihre Kosten wie kreative Perlenschmuck- oder Kettenanhänger-Bastler. Wer will, der kann sogar coole Motive mit Sprühfarbe auf Gipsplatten sprayen, wobei die Betreuer natürlich zu verstehen geben, dass diese Form der Freizeitbeschäftigung auf keinen Fall an öffentlichen Gebäuden ausgelebt werden darf, sondern nur an extra dafür vorgesehenen Flächen.  Am  Slack-line-Trendsport, dem Balancieren auf breiten Spanngurten, und an Badefreuden im Rosenfreibad führt kein Weg vorbei. Abendliche Lagerfeuerromantik mit Gitarrenmusik genießen alle Beteiligten – vor allem, wenn Thomas Brüning dabei mit exotisch anmutenden Klängen auf dem Didgeridoo das i-Tüpfelchen setzt. Selbst für Küchenarbeiten wie das Schnippeln von Gemüse oder das Schälen von Kartoffeln lassen sich die Jungen und Mädchen begeistern. Reichlich Zulauf findet ein Kiosk mit süßen Leckereien, den die Kinder zu bestimmten Zeiten in Eigenregie öffnen und betreiben. Eine Zeltplatz-Olympiade mit spaßigen Spielen wie dem Erraten gegurgelter Lieder, Dreibeinlaufen und Dosenwerfen krönt das Zeltlager.

„Die Jugendlichen sollen hier richtig Action haben“, sagt Nina-Verena Müller. Das Teilnehmerfeld gibt keinen Anlass zur Kritik. „Eine sehr friedliche Runde“, urteilt die Jugendpflegerin und resümiert: „Die Woche hat Spaß gemacht.“

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