Erste von insgesamt vier Solaranlagen der Dötlinger Fotovoltaik-Gesellschaft ist am Netz / Größte Anlage noch im Bau

„Der Zähler dreht sich schon“

Auf dem Dach des Bauhofs hat Solartechniker Karsten Weber (l.) die erste der vier Anlagen der Bürgersolarbörse installiert. Die Gesellschafter mit ihrem ehrenamtlichen Geschäftsführer, Andreas Hauth (r.), informierten sich gestern vor Ort.

Neerstedt - (ts) · Als hätte Petrus es geahnt, dass die erste von insgesamt vier Anlagen der Dötlinger Fotovoltaik-Gesellschaft ans Netz geht, schien die Sonne gestern mit voller Kraft: „Der Zähler dreht sich schon“, freute sich der Solartechniker Karsten Weber, der die Anlage auf dem Dach des Neerstedter Bauhofs gestern fertig installiert hatte. Ein Teil der Einwohner, die in die Bürgersolaranlage investiert haben, schaute sich das Ergebnis an.

„Das hier ist eine 16,7kw-Anlage mit 78 Modulen“, erklärte Andreas Hauth, ehrenamtlicher Geschäftsführer der eigens für dieses Projekt gegründeten „Gesellschaft bürgerlichen Rechts“. Er schätzt, dass in etwa drei Wochen das komplette Projekt abgeschlossen ist. Denn auch an den anderen drei Standorten gehe es voran. „Auf dem Dach der Neerstedter Grundschule sind die Module bereits montiert, und an der Dötlinger Turnhalle ist schon die Unterkonstruktion drauf“, sagte er. In Dötlingen dürfte die Anlage Ende kommender Woche laufen.

Anschließend ist die Installation der Module auf dem Dach der Turnhalle in Neerstedt geplant. Neben der Brettorfer Firma Weber haben noch „Alternative Energien“ von Gerd Bolling und Meyer-Technik die entsprechenden Aufträge erhalten.

„Die drei Neerstedter Anlagen sind von der Leistung her ähnlich, die Dötlinger ist mit ihren 29,7 Kilowatt mit Abstand die größte“, berichtete Hauth. Ein Teil der Gesellschafter – darunter Ratsherr Harri Brendler mit seiner Frau Renate, Eckehard Hautau, Vorsitzender des Bürger- und Heimatvereins, und Architekt Wolfgang Behrends – wollte sich gestern von dem Ergebnis ihrer Investitionen überzeugen. Die Dötlinger ließen sich von Karsten Weber nicht nur über die Module, die auf einer Fläche von etwa 150 Quadratmetern angebracht sind, informieren, sondern warfen auch einen Blick auf den Zählerkasten und vor allem die drei Wechselrichter, die im Inneren des Gebäudes hängen. „Sie wandeln den Solarstrom so um, dass er ins Netz eingespeist werden kann“, erklärte er.

Auch den Mitarbeitern des Bauhofes hat Weber bereits erläutert, was es bedeutet, wenn welches Licht plötzlich aufleuchtet. „Grün ist natürlich immer positiv, dann speisen wir gerade ins Netz ein“, so der Solartechniker, der ebenfalls von seinem Computer aus die Anlage überwachen wird. Die Gesellschafter sollen künftig zudem über ein Internetportal Zugriff auf die aktuellen Daten der Anlagen haben.

Mit der Realisierung der Bürgersolarbörse noch in diesem Jahr können die Gesellschafter die Einspeisevergütung von 43 Cent pro Kilowattstunde nutzen. Wären die Anlagen erst im kommenden Jahr ans Netz gegangenen, gebe es nur 39 Cent. Profitieren werden 43 Einwohner der Gemeinde Dötlingen, die insgesamt 270 000 Euro eingezahlt haben. Aufgrund der großen Resonanz wurden die Anlagen gleich auf vier Dächer, die die Gemeinde als Eigentümer kostenlos zur Verfügung stellt, verteilt. „Damit sind nun alle in Frage kommenden öffentlichen Dächer bebaut, das Potenzial ist ausgeschöpft“, sagte Hauth.

Für die Bürger, die zwischen 1000 und 15 000 Euro eingezahlt haben, wird sich die Investition in acht bis zehn Jahren rechnen. „Die Verträge laufen über 20 Jahre, so lange halten auch die Module“, so der Geschäftsführer der Fotovoltaik-Gesellschaft.

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