Bürgerinitiative übt erneut Kritik / „Bodenkontor Steinhöhe GmbH“wehrt sich

Deponie in Döhlen unerwünscht

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Auf diesem Sandabbaugebiet in der Ortschaft Döhlen soll die Deponie nach Wunsch des Antragsstellers entstehen. ·

Oldenburg - DÖHLEN · Weiterhin auf Ablehnung in der Bevölkerung stößt die geplante Mineralstoffdeponie in Döhlen (Gemeinde Großenkneten). Auch die mittlerweile dritte Antragsvariante der Firma „Bodenkontor Steinhöhe GmbH“ konnte daran nichts ändern. „Nach wie vor sind die Unterlagen in vielen Bereichen unzureichend“, hieß es gestern in einer Pressemitteilung der Bürgerinitiative „Steinhöhe“.

Es fehle eine umfassende Begründung, warum die Deponie ausgerechnet in Döhlen errichtet werden soll. Auch die geplanten Kompensationsmaßnahmen seien zweifelhaft. Das Lärm- und Staubgutachten weise Fehler auf. Die Frage der Sickerwasserentsorgung sei noch nicht abschließend geklärt.

Gerd Horstmann, einer von vier Geschäftsführern der Firma „Bodenkontor Steinhöhe“, reagierte gestern gelassen auf die Vorwürfe. „Wir haben streng nach der derzeitigen Deponieverordnung gearbeitet. Aus unserer Sicht spricht nichts gegen das Vorhaben. Wir sind uns sicher, dass die Deponie zustande kommt“, sagte er auf Nachfrage dieser Zeitung.

Beantragt ist eine Mineralstoffdeponie der Klasse 1. Auf dem 13 Hektar großen Gelände, das derzeit noch zum Sandabbau genutzt wird, sollen im Verlauf von 18 Jahren knapp 1,5 Millionen Kubikmeter Abfälle gelagert werden. Nach den Auflagen war ursprünglich eine Renaturierung der Sandgrube vorgesehen.

„In der Vergangenheit wurde gerügt, dass unsere Kompensationsmaßnahmen nicht ausreichend seien. Dem haben wir nun Rechnung getragen“, unterstrich Horstmann gestern. Ausgleichsmaßnahmen seien in der Gemeinde Wardenburg geplant. Allerdings greift an dieser Stelle schon wieder die Kritik der Bürgerinitiative: „Es handelt sich dabei um Flächen in den Ortschaften Achternmeer und Westerholz. Das sind ehemalige Sandabbauflächen, zum Teil schon jahrelang unberührt. In vielen Bereichen haben sich dort Biotope entwickelt, die wertvollen ökologischen Lebensraum bieten. Für eine Aufforstung müssten diese Biotope zuerst wieder zerstört werden“, bemängelte Rainer Beween, Vorsitzender der Bürgerinitiative.

In der Vergangenheit habe man außerdem schon mehrfach angezweifelt, ob es in dieser Gegend überhaupt den Bedarf für eine solche Deponie gebe. „Dazu hat das Umweltministerium eine Stellungnahme abgegeben. Es wird darin ganz klar deutlich, dass ein Bedarf vorhanden ist“, betonte Gerd Horstmann.

Uneinigkeit herrscht auch über die potenzielle Gefährdung für Tiere und Menschen. „Entgegen der Auffassung der Antragsteller ist eine Gefährdung sehr wohl gegeben“, meint die Bürgerinitiative. Man wolle sich gegen die ständigen Verharmlosungen seitens des Antragstellers wehren.

Dieser verweist in Person von Gerd Horstmann auf das vorliegende Lärm- und Feinstaubgutachten. Warum die Bürgerinitiative dieses als fehlerhaft bezeichne, könne er, solange keine konkreten Gründe genannt würden, nicht weiter nachvollziehen.

Einen weiteren Vorwurf, dass lediglich belanglose Stoffe wie Straßenkehricht oder Friedhofsabfälle aus dem Antrag gestrichen worden seien, kommentierte Horstmann gestern mit den Worten: „Das ist korrekt“. Allerdings sei die Schädlichkeit dieser Stoffe eine Sache der Betrachtung. „Abfälle, die bei uns in Niedersachsen als gefährlich gelten, werden zum Beispiel in Hamburg als ungefährlich eingestuft“, sagte er.

Was das Sickerwasser betreffe, so habe man bereits mehrere potenzielle Abnehmer gefunden. Dies sei auch vom Gewerbeaufsichtsamt bestätigt worden. Allerdings könnten die Namen der Firmen derzeit noch nicht genannt werden, weil diese im Wettbewerb zueinander stünden.

„Wir wollen Aufklärung betreiben und unser Vorhaben transparent machen“, kündigte Horstmann an. Deshalb werde es am kommenden Montag, 26. März, eine Informationsveranstaltung im Gasthaus „Döhler Krug“ geben. Alle Interessierten seien ab 19.30 Uhr dazu eingeladen. · js

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