Oldenburger Paar saniert das gerade erst unter Denkmalschutz gestellte „Gut Grashorn“ in Rhade

„Dem Ganzen die Seele zurückgeben“

Prägend für das unter Denkmalschutz gestellte „Gut Grashorn“ ist das blaue Fachwerk.

Doetlingen - RHADE (ts) · Die Ortschaft Rhade hat ihr erstes Baudenkmal: Mit dem „Gut Grashorn“ hat der Landkreis Oldenburg ein am Rande der Bauerschaft liegendes Gebäude aus dem vorletzten Jahrhundert in die Liste der unter Schutz stehenden Denkmale aufgenommen, das derzeit von dem Ehepaar Rabea Lück-Dolling und Tim Lück behutsam mit historischen Baustoffen saniert wird.

Rabea Lück-Dolling hat eine besondere Beziehung zu dem Gut. Hier wurde ihr Großvater Rolf Grashorn geboren, der Hof stammt aus ihrer Familie.

„Unser Ziel ist es nun, dem Ganzen die Seele zurückzugeben“, sagt Tim Lück, der sich gemeinsam mit seiner Frau schon seit längerem um den Bestandschutz bemüht. So haben sie nicht nur die Fenster, die in den 70-er Jahren in einem Bereich eingesetzt wurden, wieder herausnehmen und durch Holzsporenfenster ersetzen lassen. Ebenfalls sanierten sie den teilweise eingefallenen Schafstall, der Teil des U-förmigen Komplexes ist. „Verwendet haben wir hierfür die alten Steine, die wir gesäubert haben, sowie Kalk und Lehm“, berichtet Lück. Mit dem Ausbau des Schafstalls wollten die Eigentümer den ursprünglichen Charme erhalten. „Durch die U-Form haben wir wieder einen schönen windgeschützten Innenhof“, erklärt Lück.

Daneben wurde zusammen mit einem Restaurator anhand von Farbbefunden das ursprüngliche Blau des Fachwerks rekonstruiert. Blaues Fachwerk sei zu damaligen Zeiten ein Zeichen für Wohlstand gewesen. Denn blaue Farbe war teuer.

Für die weiteren Arbeiten lassen sich die Eheleute, die beim Theater Laboratorium beschäftigt sind, Zeit. Nach und nach schauen sie, was sich – nun auch durch die Denkmalschutzvorgaben – realisieren lässt. „Vielleicht können wir manches auch im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms verwirklichen“, so Lück. „Allerdings läuft bei diesem ja gerade erst die Planung an.“

Neben der Sanierung macht sich das Paar derzeit Gedanken, wie es den Hof mit dem prägenden blauen Fachwerk auch der Öffentlichkeit zugänglich machen kann. „Konkret haben wir bereits eine Veranstaltung am 2. Juli geplant, die auch schon ausverkauft ist“, berichtet Lück. Dann geht das Theater Laboratorium mit dem „Fischer auf Plattdeutsch“ outdoor. Infos hierzu gibt es im Internet unter http://www.kultur-am-hofe.de. „Eventuell wird im kommenden Jahr eine weitere Veranstaltung folgen“, so Rabea Lück-Dolling. Vorstellbar sei zudem ein Sommercafé. „Aber das ist nur eine Idee“, sagt sie.

Daneben möchte Rabea Lück-Dolling nun erst einmal die Geschichte des Hauses erforschen, das wahrscheinlich schon im 18. Jahrhundert entstanden ist. „Auf dem Gut wurden ab Ende des 19. Jahrhunderts Alt-Oldenburger gezüchtet – vielseitig einsetzbare Fahrpferde mit guten Reiteigenschaften“, weiß sie bereits.

Neben dem blauen Fachwerk und dem fast unveränderten Grundriss gibt es laut dem Landkreis Oldenburg noch eine Besonderheit. Anders als der Wirtschaftskomplex in Fachwerkbauweise wurde der Wohnbereich jüngeren Datums aus dem Jahr 1871 in Verblendmauerwerk errichtet.

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