Jugendpflege Harpstedt geht mit eigens kreiertem Logo und neuem Namen ins Jahr 2011

Daumen hoch für die „JuH“

Daumen hoch! Mit dieser Geste spielten Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes (rechts) und Jugendpfleger Markus Pieper (links) gestern auf das eigens entworfene Logo der Jugendpflege Harpstedt (kleines Foto) an, die zumindest im alltäglichen Sprachgebrauch künftig nur noch kurz und bündig „JuH“ heißen soll.

Harpstedt - Von Jürgen BohlkenDer nach oben ausgestreckte Daumen einer rechten Hand steht künftig sinnbildlich für die Jugendpflege Harpstedt, die fortan kurz und bündig unter „JuH“ firmiert. Das mit wenigen Strichen in Anlehnung an Graffiti kreierte Logo kommt der Lebenswelt junger Menschen nahe und vermittelt mit hohem Wiedererkennungswert eine positiv besetzte Botschaft. Das Kürzel trägt dem Umstand Rechnung, dass die Jugendlichen den eng mit der Haupt- und Realschule Harpstedt verzahnten Treff selbst „Ju“ nennen. Und die Schreibweise mit dem hinzugefügten H grenzt sich sowohl von der Jungen Union (JU) als auch der Johanniter-Unfallhilfe (JUH) ab.

„Wir sind bislang wenig griffig gewesen, was den Begriff angeht. Ich hoffe, dass wir mit dem neuen Namen die Kommunikationsschwelle überwinden“, sagt Markus Pieper, der als Nachfolger von Walter Waltemathe seit August an der Seite von Annelen Voß in der „JuH“ arbeitet. Die in die Jahre gekommene verwaltungstechnisch-juristische Bezeichnung Jugendpflege klingt stark nach Jugendhilfe, meint aber fast das Gegenteil und sagt nichts aus über die sich dahinter wirklich verbergenden offenen Freizeitangebote.

Viele Eltern wissen gar nicht, dass Jungen und Mädchen in der Einrichtung kickern, Billard und Tischtennis spielen, im Internet surfen und recherchieren, kleine Kreativangebote wahrnehmen oder einfach nur „chillen“ können, und zwar kostenlos. „Es muss in die Köpfe der Bürger, was wir hier bieten. Wir würden sogar noch mehr machen, wenn die Nachfrage da wäre. Die Politik steht dahinter“, betont Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes. Er erinnert daran, dass mit dem personellen Wechsel von Waltemathe zu Pieper eine Aufstockung der Wochenstundenzahl von 30 auf 39 einher gegangen war.

Schon jetzt hat die in der Harpstedter Delmeschule beheimatete „JuH“ unter der Woche bis 19 Uhr geöffnet. Laut Gesetz darf das Klientel bis 25 Jahre alt sein. Tatsächlich kommen bis etwa 17-jährige Kinder und Teenager, wobei der Jungen-Anteil in den späten Nachmittagsstunden bei etwa zwei Dritteln liegt.

Eine etwaige Ausdehnung der Öffnungszeiten auf das Wochenende macht nach Einschätzung der Jugendpfleger eher wenig Sinn. „Das würde vermutlich schon daran scheitern, dass wir abstinent bleiben“, sagt Markus Pieper schmunzelnd in Anspielung auf die schon häufiger gehörte Äußerung „Hier darf man ja nichts Alkoholisches trinken!“ Die „JuH“ müsste mit anderen Freizeitangeboten konkurrieren. „Außerdem“, so Annelen Voß, „denken wir, dass zumindest die Jüngeren an den Wochenenden vielleicht mal was mit den Eltern unternehmen wollen.“

Zugang zur Jugendpflege finden Jungen und Mädchen auch über das neue Ganztagsangebot der Haupt- und Realschule für Fünft- und Sechstklässler, schon wegen der räumlichen Nähe: In der Pausenhalle der Delmeschule wird ein Mittagessen angeboten. „Ich bin fasziniert, mit welcher Ruhe die Schüler an den Tischen sitzen und sich unterhalten. Da herrscht eine harmonische Atmosphäre“, berichtet Markus Pieper. Bis 15.15 Uhr laufen die schulischen Nachmittags-Arbeitsgemeinschaften. Ein Teil der Schüler fährt dann gar nicht erst nach Hause, sondern geht direkt weiter in die „JuH“. Pieper schätzt die Zahl der unterschiedlichen Jugendlichen, die „kommen und gehen“, auf 30 bis 40.

Die benachbarte Skaterbahn wird in den Sommermonaten wieder gut frequentiert, mittlerweile verstärkt von BMX-Radfahrern. „Sie müsste allerdings mal renoviert werden“, findet Pieper. Für den Soziologen bedeutete der Wechsel aus der offenen Arbeit mit Drogenabhängigen in einer Bremer Obdachlosenunterkunft zur Jugendpflege eine deutliche Umstellung. „Ich habe sehr viel Neues kennen gelernt. Viele Harpstedter haben mir geholfen, mich einzuleben. Ich hätte nicht gedacht, dass hier eine so große Herzlichkeit herrscht“, zeigt sich der 43-Jährige dankbar für die Unterstützung.

Seine Kollegin Annelen Voß zollt indes den Vereinen Dank, die sich seit Jahren in die Oster-, Sommer- und Herbstferienspaßprogramme einklinken. „Wir bekommen positive Rückmeldungen von Eltern, die unsere vielfältigen Ferienveranstaltungen loben. Die Jugendpflege allein könnte das gar nicht leisten. Zahlreiche Vereine sind regelmäßig mit dabei.“ Insgesamt habe es in diesem Jahr 84 (2009: 78) Ferienspäße mit 1241 (1331) Teilnehmern gegeben, so Voß.

Ein weiteres Dankeschön richtet sie an die Adresse diverser Sponsoren, die mit Geld- oder Sachspenden die Arbeit der Jugendpflege unterstützen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Die übelsten Fehltritte von Armin Laschet

Die übelsten Fehltritte von Armin Laschet

Die deutschen Bundeskanzler und die Bundeskanzlerin seit 1949

Die deutschen Bundeskanzler und die Bundeskanzlerin seit 1949

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Wahrscheinlichste neue Ministerinnen und Minister

Wahrscheinlichste neue Ministerinnen und Minister

Meistgelesene Artikel

Mit 600 PS: 22-Jähriger rammt Sattelzug – Fünf Verletzte auf A1 bei Wildeshausen

Mit 600 PS: 22-Jähriger rammt Sattelzug – Fünf Verletzte auf A1 bei Wildeshausen

Mit 600 PS: 22-Jähriger rammt Sattelzug – Fünf Verletzte auf A1 bei Wildeshausen
Heftige Reaktionen auf 2G-Regel: „Kack denen vor die Tür“

Heftige Reaktionen auf 2G-Regel: „Kack denen vor die Tür“

Heftige Reaktionen auf 2G-Regel: „Kack denen vor die Tür“
Susanne Mittag (SPD) gewinnt das Direktmandat im Wahlkreis 28: Alle Stimmen ausgezählt

Susanne Mittag (SPD) gewinnt das Direktmandat im Wahlkreis 28: Alle Stimmen ausgezählt

Susanne Mittag (SPD) gewinnt das Direktmandat im Wahlkreis 28: Alle Stimmen ausgezählt
Harpstedter Loge-Siedlung avanciert zur Trödelmeile

Harpstedter Loge-Siedlung avanciert zur Trödelmeile

Harpstedter Loge-Siedlung avanciert zur Trödelmeile

Kommentare