Gedenkfeier zur Befreiung vor 69 Jahren / Ausstellung „Bücherverbrennung“

„Das Lager Auschwitz war die Hölle auf Erden“

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Karolin Schulze, Luisa Berlinicke, Justine Schwarz,, Britta Campsheide und Isabell Fiorito (von links) haben ein angekohltes Buch hinter Maschendraht „versteckt“.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Es ist 69 Jahre her, dass das Konzentrationslager Auschwitz befreit wurde. Schon seit vielen Jahren werden anlässlich dieses Tages in ganz Deutschland Gedenkfeiern auf die Beine gestellt.

„Nur wer die Vergangenheit kennt, weiß, wie er die Zukunft gestalten sollte“, betonte der Leiter des Gymnasiums, Ralf Schirakowski, im Anschluss während der Begrüßung in der Schule. Bürgermeister Kian Shahidi hingegen zitierte den hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der den Ausch-witz-Prozess vorbereitet hatte: „Wir können aus der Erde keinen Himmel machen, aber jeder von uns kann etwa tun, dass sie nicht zur Hölle wird.“

Die Hölle auf Erden sei das Konzentrationslager Auschwitz gewesen. „Eine Todesfabrik, in der mehr als eine Million Menschen durch Gas, Folter und medizinische Experimente ermordet wurden“, sagte Shahidi. Das Lager sei zum Inbegriff nationalsozialistischen Vernichtungswillens, der Name des Todeslagers zum Synonym für den Holocaust geworden.

Gedenkstunden und Ausstellungen wie die der Gymnasiasten legten Zeugnis über das ab, was geschehen ist, und über das, was heute gilt. „Wir erinnern an Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die jedes Maß überschreiten. Und wir setzen unsere Werte einer freien, humanen und toleranten Gesellschaft dagegen“, betonte Shahidi. Er machte auch deutlich, dass nicht Schluss sein dürfe mit dem Blick in die Vergangenheit, wie es oft zu hören sei: „Immer wieder hieße es dann, wer heute lebe, habe nichts mit der Nazi-Zeit zu tun. Gedenkstunden seien leere Rituale, wir hätten heute ganz andere Probleme.“ Diese Einwände aber würden die Bedeutung des Gedenkens verkennen: „Es geht nicht um Schuld, es geht um Verantwortung. Und darum, sich der eigenen Geschichte zu stellen.“

Trotz einer stabilen Demokratie, eines Rechtsstaates und dem Achten der Menschenrechte gebe es in Deutschland eine Entwicklung, die mehr als bedenklich sei. Hier appellierte der Bürgermeiser deutlich an die Jugendlichen, nicht auf Propagandamache der Neonazis hereinzufallen.

Schon auf dem Friedhof hatte Shahidi an die Juden erinnert, die seinerzeit in Wildeshausen gelebt hatten. Diese Namen seien hier festgehalten: „Wir haben Zeugnisse ihres Lebens gesammelt und nach ihren letzten Spuren geforscht.“

Bereits im Mai 1933 wurden auf dem Berliner Opernplatz und in vielen anderen Städten Bücher von Autoren verbrannt, die den Nazis misslebig waren. Mit diesem Thema befasst sich die Ausstellung, an der zwei elfte Klassen, ein Kunstkurs aus den Jahrgängen elf und zwölf und einer aus dem zehnten beteiligt waren. Auf verschiedene Art erinnern die Schüler an diese schlimme Zeit. Ein zum Teil verbranntes Buch haben fünf Schülerinnen hinter Maschendraht verborgen und mit einer Glühbirne mit Flügeln versehen: „Wir wollen damit deutlich machen, dass auch das Verbrennen eines Buches die Geschichte darin und die Idee dazu niemals zerstören kann.“

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