Großkontrolle auf den Rastanlagen Wildeshausen: Beanstandungen bei 154 von 243 kontrollierten Fahrzeugen

„Das ist eine tickende Zeitbombe“

Bei der Suche nach Drogen setzten die Beamten auch Polizeihunde ein.

Doetlingen - BUSCH (ts) · Positive Nachrichten hatte Dieter Buskohl, Vizepräsident der Polizeidirektion Oldenburg, nicht, als er gestern um 11.30 Uhr die Halbzeitbilanz der Großkontrolle an den A1-Rastanlagen Wildeshausen in Busch verkündete: „Bei den bisher überprüften rund 100 Lastwagen hatten wir eine Beanstandungsquote von 65 Prozent. 25 mussten wir die Weiterfahrt untersagen“, lautete das erschreckende Ergebnis.

Etwa 110 Beamte der Polizeidirektion Oldenburg sowie 40 Mitarbeiter des Zolls und der Gewerbeaufsicht kontrollierten zwischen 8.30 und 15 Uhr vor allem Lastwagen und Kleintransporter an den Rastanlagen Süd und Nord. Zusätzlich gab es mobile Kontrollen auf der A 27 sowie den angrenzenden Bundesstraßen. Die Aktion war Teil einer vom europaweiten Netzwerk „TISPOL“ (Traffic Information System Police) initiierten staaten- und länderübergreifenden Großkontrolle.

„Heutzutage werden immer mehr Güter auf den Straßen transportiert, der Wettbewerbsdruck ist groß. Das geht zum Teil zu Lasten der Sicherheit“, sagte Buskohl und hatte auch gleich ein trauriges Beispiel parat. So stießen die Beamten gestern auf einen 40-jährigen Lastwagenfahrer, der seit 25 Tagen seine Ruhezeiten nicht eingehalten hatte. Keine Pause dauerte länger als vier Stunden am Stück. „Das ist eine tickende Zeitbombe“, verdeutliche Buskohl.

Neben den Lenk- und Ruhezeiten überprüften die Beamten vor allem die Sicherung der Ladung sowie die Einhaltung von Abfall- und Gefahrgutvorschriften. Die Fahrzeuge selbst wurden auf technische Mängel kontrolliert, und da entdeckten die Polizisten einiges. „Unter anderem haben wir eine Zugmaschine mit durchgescheuerter Bremsleitung gestoppt“, berichtete Polizei-Pressesprecherin Ilka Rademacher.

Ein niederländischer mit Zwiebeln beladener Sattelzug war um 5,1 Tonnen überladen. Da die Tat vorsätzlich erfolgte, wurde nicht nur die Weiterfahrt untersagt, die Beamten ordneten auch das Abladen an und zogen eine Sicherheitsleistung von 250 Euro ein. Gegen das Unternehmen wird ein Gewinnabschöpfungsverfahren eingeleitet, bei dem etwa 1400 Euro fällig werden. Mangelhaft gesichert waren hingegen zwei Radlader auf einem deutschen Lastwagen. Zudem wurden bei der 30-jährigen Fahrerin Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten festgestellt. Die Polizisten untersagten die Weiterfahrt.

Insgesamt kontrollierten die Beamten gestern 243 Fahrzeuge, von denen sie 154 beanstandeten. Den Schwerpunkt der Verstöße bildeten die Nichteinhaltung der Lenk- und Ruhezeiten, mangelhafte Ladungssicherung/Überladung sowie zum Teil erhebliche technische Mängel an den Fahrzeugen. Insgesamt durften 38 Fahrer die Fahrt nicht fortsetzen.

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