Samtgemeindebürgermeister blickt zufrieden auf 2011 zurück

Cordes: Haben uns der Herausforderung gestellt

Eine niedrige Verschuldung und eine endlich mal wieder wachsende Einwohnerzahl sind nur zwei Eckdaten, die Uwe Cordes optimistisch in die Zukunft blicken lassen.
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Eine niedrige Verschuldung und eine endlich mal wieder wachsende Einwohnerzahl sind nur zwei Eckdaten, die Uwe Cordes optimistisch in die Zukunft blicken lassen.

Harpstedt - Von Jürgen BohlkenDie Bundesrepublik sei nicht nur ein kinderarmes Land geworden, sondern auch ein Land, in dem viele Kinder „arm dran“ seien, hatte Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes vor fünf Jahren, im Rückblick auf 2006, konstatiert. In Erziehungsberatung, qualifizierten Krippenplätzen und guten Kindertagesstätten sah er damals die Herausforderung für die Zukunft. „Dieser Herausforderung haben wir uns gestellt“, urteilt Cordes heute.

In seinem Grußwort zum Jahreswechsel streift der Verwaltungschef auch und vor allem, was die Samtgemeinde in der Betreuung von Kindern und im schulischen Bereich auf den Weg gebracht hat. Die Betreuungszeiten seien dem elterlichen Bedarf weiter angepasst worden. Die neu geschaffene Freinet-Krippe auf dem Gelände des „Zentrums PrinzHöfte“ habe die Samtgemeinde bezuschusst, ebenso den dort erforderlich gewordenen Umbau der Kita. Im Beckelner Kindergarten „Rappelkiste“ sei zum 1. August eine Integrationsgruppe eingerichtet worden.

Auf 108 240 Euro beziffert Cordes die Kosten von Maßnahmen in der Haupt- und Realschule Harpstedt, allen voran die Erneuerung der Schulküche, aber auch die Modernisierung der Werkräume, wobei die Samtgemeinde 86 400 Euro aus dem Konjunkturpaket II habe schöpfen können.

Zusätzlich sei die Medienausstattung verbessert worden: Die Haupt- und Realschule habe elektronische Tafeln (Whiteboards) erhalten. Für die Grundschulen in Dünsen und Harpstedt seien Notebooks angeschafft worden. Ein neuer Bodenbelag in der kleinen Turnhalle am Schwarzen-Berg-Weg schlug nach Angaben von Cordes mit Kosten von rund 35 000 Euro zu Buche – und die Umstellung der Beleuchtung auf energiesparende LED-Lampen in der Harpstedter Spielhalle mit 24 400 Euro.

Für die nachschulische Betreuung der „Happy Kids“ sei die personelle Ausstattung leicht verbessert worden. Die Nachfrage habe gegenüber früheren Jahren deutlich zugelegt. Im ersten Halbjahr 2011 seien 22 und im zweiten 24 Kinder nachschulisch betreut worden. Vor dem Hintergrund der Ganztagsangebote sei für die Haupt- und Realschule eine Mensa in der Delmeschule eingerichtet worden. Geräte wie einen modernen Heißluftdämpfer habe die Samtgemeinde geleast. Mit jedem neuen Schuljahr kommen weitere Jahrgangsstufen in den Genuss des Ganztagsangebotes. Deshalb schließt Cordes nicht aus, dass langfristig eine Mensa neu gebaut werden muss.

Den personellen Wechsel von Kerstin Bartling zu Maren Lührsen in der Hauptschulprofilierung kommentiert der Samtgemeindebürgermeister kurz und knapp: „Ich habe das Gefühl, wir haben die Richtige für diese Stelle ausgesucht.“

Auf empfindliche Mehrkosten muss sich die Politik im Zusammenhang mit

Empfindliche

Mehrkosten

der Sanierung des Lehrschwimmbeckens und der Delmeschulturnhalle einstellen. Wie teuer die Maßnahme nun voraussichtlich wird, bekommt der Samtgemeindeausschuss am 17. Januar erläutert. Auch höhere Entsorgungskosten fallen an, weil bei Abrissarbeiten mehr Asbestplatten beseitigt werden mussten, als vermutet worden war.

Die touristische Aufwertung des Amtshof-Geländes mit neu gestalteten Wanderwegen, Aktionsfläche und Steganlage am Burggraben ließ sich die Samtgemeinde 99 119 Euro kosten, wobei sie 42 280 Euro als Zuschuss aus dem „Leader“-Programm gewährt bekam. „Profil“-Mittel in Höhe von 73 650 Euro flossen für den Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße 18 (Salzweg) mit einem Kostenvolumen von 173 400 Euro.

Ein neues Tanklöschfahrzeug für stolze 214 411 Euro erhält die Freiwillige Feuerwehr Kirch- und Klosterseelte. Von allen sieben Ortswehren in der Samtgemeinde bereits genutzt werden können die von der Kommune für rund 9 800 Euro angeschaffte Wärmebildkamera und ein für 23 150 Euro erworbener Hilfeleistungssatz mit hydraulischem Rettungsgerät nebst Zubehör. Beides ist bei den Harpstedter Brandschützern stationiert.

Finanziell steht die Samtgemeinde mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von etwa 74 Euro nach Einschätzung des Verwaltungschefs sehr gut dar. Erfreut nimmt Uwe Cordes auch zur Kenntnis, dass der Bevölkerungsrückgang vorerst gestoppt ist. Die Zahl der Einwohner mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in der Samtgemeinde liegt aktuell bei 11 641 – und damit um 44 über dem Vorjahresniveau (nur Hauptwohnsitz: 11 016). Die Zahl der beurkundeten Todesfälle sank von 84 (2010) auf 72 (2011). 54 Eheschließungen in diesem Jahr in Harpstedt, darunter nur zwei im Koems-Backhus, standen 42 Trauungen in 2010 gegenüber.

Ein Bedürfnis ist es Uwe Cordes, allen Aktivposten zu danken, die sich „eingebracht haben und sich ehrenamtlich in den Vereinen und gemeinnützigen Einrichtungen engagieren“. Der Verwaltungschef erhofft sich für die Zukunft weniger Bürger, die „nur kritisieren können“, und mehr, die „die Situation aktiv verbessern“, weniger Menschen, die sagen: „Nein, das geht nicht“, und mehr, die sagen: „Doch, das geht“.

„Für  2012 wünsche ich allen Einwohnern der Samtgemeinde alles Gute, Zufriedenheit, das Erreichen der persönlichen Ziele und vor allem Gesundheit“, so Uwe Cordes abschließend in seinem Grußwort zum Jahreswechsel.

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